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Autodesk: Software-Riese lässt für Innovyze eine Milliarde Dollar springen

Autodesk: Software-Riese lässt für Innovyze eine Milliarde Dollar springen
Freedomz / shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Seit langem zählen bei Autodesk Übernahmen zur Wachstumsstrategie. Seit 2017 hat Autodesk Assemble, BuildingConnected, PlanGrid, Pype und Spacemaker für einen Gesamtpreis von mehr als 2,4 Milliarden Dollar erworben. Jetzt hat der Weltmarktführer für Bausoftware wieder zugeschlagen und eine Milliardenofferte für Innovyze auf den Tisch gelegt. Der Zukauf positioniert Autodesk als führendes Unternehmen für End-to-End-Wasserinfrastrukturlösungen vom Entwurf bis zum Betrieb und beschleunigt die digitale Doppelstrategie des Unternehmens.

Autodesk – der Weltmarktführer für Bausoftware

Bevor ich auf den aktuellen Deal, möchte ich Ihnen Autodesk erst einmal näher vorstellen. Die in San Rafael (Kalifornien) ansässige Autodesk ist mit der gleichnamigen Computer-Aided Design Software international bekannt geworden. Mit Hilfe der Software lassen sich via Computer Gebäude planen, visualisieren, konstruieren und errichten. Neben CAD-Software für Architekten und Bauunternehmen entwickelt Autodesk zunehmend auch 3D-Software für Animationen und Effekte. Das Unternehmen vertreibt zudem Software für Endverbraucher über das Internet.

Kunden von Autodesk sind insbesondere Architekten, Ingenieurbüros und Bauunternehmen. Darüber hinaus nutzen auch die Unterhaltungs- und Medienindustrie sowie Endverbraucher die Autodesk-Produkte.

Software für Wasserinfrastruktur…

Nun aber zur Innovyze-Akquisition, die es in sich hat. Immerhin ist der Deal die größte einzelne Übernahme in der kompletten Firmengeschichte von Autodesk. Das Ziel liegt auf der Hand: Autodesk will sich als führender Anbieter von End-to-End-Software für den Betrieb von Wasserinfrastruktur positionieren.

Innovyze hat seinen Hauptsitz in Portland, Oregon. Das Autodesk-Büro in Portland ist nur 10 Minuten entfernt. Die Technologie von Innovyze wird von Organisationen wie Wasser- und Abwasserversorgern, Fluss- und Hochwasserbehörden und Produktionsbetrieben verwendet, um Dinge wie Wasserverteilungsnetze, Wassersammelsysteme, Wasser- und Abwasseraufbereitungsanlagen und Hochwasserschutzsysteme zu planen. Dabei ist die Software ausgesprochen weit verbreitet und wird in Städten in Nordamerika, Europa, Ostasien, Australien und Neuseeland eingesetzt. Insgesamt zählt Innovyze laut Autodesk über 3.000 Kunden.

….komplettiert das Produktportfolio

Autodesk plant, das Portfolio von Innovyze mit seiner bestehenden Planungs- und Analysesoftware zu kombinieren, darunter Autodesk Civil 3D, Autodesk InfraWorks und die Autodesk Construction Cloud. Am Ende soll den Akteuren in der Wasserindustrie eine Plattform angeboten werden, mit der Sie ihre Planung und Projektsteuerung wesentlich verbessern können. Zudem soll die Modernisierung der Wasserinfrastruktur auf ein neues Level gehoben werden.

Wasserinfrastruktur von hoher Bedeutung

Hierzu liefert Autodesk interessante Hintergrundinformationen: Fast neun Billionen Gallonen Wasser gehen jedes Jahr weltweit durch anhaltende Lecks und Rohrbrüche verloren. Erschreckend ist das vor allem, weil viele davon überhaupt nicht entdeckt werden. Wasser wurde von den Vereinten Nationen als weltweites Problem anerkannt. Derzeit haben mehr als 2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, und es wird erwartet, dass bis 2025 mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung in wasserarmen Regionen leben werden. Bis 2030 sind schätzungsweise 1,9 Billionen Dollar erforderlich, um den globalen Bedarf an Wasserinfrastruktur zu decken.

Hierbei könnte Innovyze einen entscheidenden Mehrwert liefern. Das Portfolio von Innovyze bietet Lösungen für Betriebsanalysen, Verteilungsmodellierung, Hoch- und Regenwassersimulationen und Anlagenmanagement an. Damit können Kunden den nötigen Einblick bekommen, um diese und andere potenzielle Probleme zu erkennen, bevor sie zu einer Krise werden, so ein führender Autodesk-Manager.