Church & Dwight top, Walgreens Boots flop!

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Während Church & Dwight von der Pandemie sogar noch profitiert, hat Walgreens Boots die eigene Digitalisierung komplett verschlafen. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Church & Dwight hat 2020 mit Rekordergebnissen abgeschlossen und den Umsatz um 12,3% auf 4,9 Mrd. $ gesteigert. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 27,6% auf 786 Mio. $.

Die Pandemie hat zu einem gesteigerten Hygienebewusstsein geführt

Die Desinfektions- und Seifenprodukte waren deshalb besonders gefragt. Im 1. Quartal konnte das Wachstum weiter vorangetrieben werden. Der Umsatz stieg um 6,3% auf 1,2 Mrd. $. Das internationale Geschäft läuft an und ermöglicht überdurchschnittliche Wachstumsraten, die weit über denen des Heimatmarktes liegen. Jedoch hat diese Entwicklung seinen Preis. Der Gewinn ging um 4,4% auf 0,88 $ je Aktie zurück. Für das laufende Geschäftsjahr steht die Internationalisierung der US-Marken im Vordergrund.

Neue Produktstarts sind geplant

Bei den Haushaltsprodukten steht der Markteintritt von OXICLEAN Laundry and Home Sanitizer an. Es ist der erste Waschzusatz, der in einem normalen Waschvorgang in einer handelsüblichen Waschmaschine hinzugegeben werden kann und 99,9% aller Bakterien und Viren entfernt. Bei den Pflegeprodukten geht mit WATERPIK ION eine neue Munddusche an den Start, die energieeffizienter und weniger platzraubend ist. In der gleichen Produktgruppe wird eine Neuauflage der WATERPIK SONIC FUSION vermarktet werden.

Zusammengefasst lässt sich festhalten: Church & Dwight setzt auf eine Mischung aus Internationalisierung und Innovation. Ich rechne mit einem guten Geschäftsjahr, aber mit einem etwas schwächeren Wachstum.

Unternehmensporträt

Die Ursprünge von Church & Dwight gehen auf das Jahr 1846 zurück. Damals wurde das Unternehmen durch die Vermarktung von Backpulver bekannt. Heute zählt der Konzern mit seinem breiten Markenportfolio zu den führenden Anbietern von Drogerie- und Haushaltsartikeln in den USA. Neben klassischen Reinigungsmitteln zählen auch Mundhygieneartikel, Shampoos, Seifen, Kondome oder Spezialprodukte für die Industrie zur Produktpalette.

Walgreens Boots Alliance hat im 1. Halbjahr mehr umgesetzt, aber weniger verdient

Der Umsatz legte um 4,9% auf 64,2 Mrd. $ zu. Unterm Strich brach der Gewinn um 58,7% auf 0,83 $ je Aktie ein. Jedoch sind hier zahlreiche Sonderbelastungen enthalten, die auf den Konzernumbau zurückzuführen sind.

Walgreens möchte digitaler und internationaler werden. Dazu ist seit März eine neue Chefin an der Konzernspitze, die Amazon künftig die Stirn bieten soll. Der Online-Riese gab Ende 2020 seinen Eintritt in das Medikamenten-Geschäft bekannt und möchte zusammen mit angeschlossenen Ärzten sogar die Möglichkeit des Versands von rezeptpflichtigen Medikamenten anbieten.

Digitalisierung verschlafen

Walgreens hatte zuvor die eigene Digitalisierung verschlafen und viel zu lange auf die lokalen Ladengeschäfte gesetzt. Jetzt muss alles noch schneller gehen. Dafür werden keine Kosten und Mühen gescheut.

Was für Walgreens spricht, sind die hohen Marktanteile – vor allem in den USA. Zudem ist der Konzern ein Profi im Arzneimittel-Geschäft und kann hier mit jahrelanger Erfahrung auftrumpfen. Erste operative Erfolge sind bereits ersichtlich: Die Zahlen für das 2. Quartal lagen über unseren Erwartungen und deutlich über den Ergebnissen des Vorquartals. Dennoch wird 2021 kein einfaches Geschäftsjahr. Neben der Konzernumstellung wird die Pandemie die operative Geschäftsentwicklung noch etwas belasten. Ich bleibe vorsichtig, denn ob Walgreens den radikalen Strategiewechsel schafft, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar.

Unternehmensporträt

Walgreens Co. wurde 1901 von Charles Walgreen gegründet und ist zur größten Drogeriekette der USA aufgestiegen. Der Konzern betreibt über 13.100 Drogerien und Apotheken in 11 Ländern. Mit der Übernahme von Alliance Boots hat Walgreens sich auch in Europa ein Standbein aufgebaut. Damit ist Walgreens der einzige Apothekenkonzern, der weltweit tätig ist.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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