Cisco: Netzwerkspezialist mit schwacher Prognose

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Der Netzwerkspezialist Cisco kehrt auf den Wachstumspfad zurück. Allerdings sorgen Probleme in der Lieferkette für Bremsspuren bei den Gewinnmargen. (Foto: jejim / shutterstock.com)

Gestern legte der Netzwerkspezialist Cisco seine Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal vor: Beim Umsatz konnte der Tech-Konzern positiv überraschen, beim Gewinn wurden die Erwartungen zumindest getroffen. Enttäuschend war lediglich die verhaltene Prognose des Managements. Das Problem: Cisco bekommt die Lieferprobleme bei wichtigen Halbleitern zu spüren. Diese Situation dürfte sich auch im Jahresverlauf nicht maßgeblich verbessern. Entsprechend warnt das Management vor fallenden Margen als Folge gestiegener Hardwarekosten.

Cisco im Portrait

Cisco Systems ist ein weltweit agierender Anbieter von Networking-Lösungen für das Internet. Die Router und Switches von Cisco kontrollieren einerseits den Datenaustausch innerhalb eines Unternehmens und stellen andererseits die Verbindung zum Internet her. Die Produktpalette für die Daten-, Sprach- und Videokommunikation reicht von Multiprotokoll-Routern, Workgroup-Systemen über ATM- und Ethernet-Switches bis hin zu Dial-up Access Servern, Software-Routern und entsprechender Netzwerkmanagement-Software (Cisco IOS: Internet Operating System).

Die Access-Lösungen von Cisco ermöglichen firmeninterne Verbindungen und Informationen von außen zu nutzen. Zudem werden die Produktangebote des Unternehmens von einer Reihe technischer und beratender Dienstleistungen ergänzt.

Zurück auf dem Wachstumspfad

Das Gute zuerst: Die Unternehmen scheinen wieder verstärkt in ihre Netzwerktechnologien zu investieren. Entsprechend erreichte Cisco im abgelaufenen Quartal ein Umsatzplus von 7% auf 12,8 Milliarden Dollar. Damit wurden die Analystenschätzungen sogar um 280 Millionen Dollar übertroffen. Im Vergleich zum Vorquartal, als der Umsatz noch stagnierte, gelang Cisco damit wieder die Rückkehr auf den Wachstumspfad.

Infrastrukturgeschäft weiter von hoher Bedeutung

Unterdessen bleibt der Geschäftsbereich „Infrastructure Platforms“ mit Routern, Switches und Hardware mit einem Umsatzbeitrag von 53% weiter von hoher Bedeutung. In diesem Bereich erzielte Cisco zuletzt ein Umsatzplus von 6% auf 6,83 Milliarden Dollar. Höher fiel das Wachstum unterdessen im noch kleinen, aber zukunftsträchtigen Bereich „Security“ (Firewalls und Sicherheitssysteme) aus, der um 13% auf 876 Millionen Dollar zulegen konnte. Die Bereich “Applications“ (Software) zeigte unterdessen einen Umsatz von knapp 1,43 Milliarden Dollar (+5% vs. Vorjahr), bei den Services kletterten die Erlöse auf 3,66 Milliarden Dollar (+7,9%).

Gewinnmargen leider unter höheren Kosten

Allerdings musste die US-Technologie-Ikone für das Wachstum höhere Kosten für die Komponenten in Kauf nehmen. Dies drückte auf die Gewinnmarge. Am Ende erzielte Cisco Systems ein Nettoergebnis von 2,86 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg um 3% zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum und einer Nettogewinnmarge von 22,65%.

Am Ende stand damit ein Gewinn je Aktie von 0,68 Dollar in den Büchern, was exakt den Erwartungen der Analysten in den Banken entsprach.

Ausblick sorgt für angeknackste Stimmung

Cisco ist weiterhin dabei, das Geschäft stärker auf den Softwarebereich und wiederkehrende Umsätze auszurichten. Allerdings muss hierzu weiter kräftig investiert werden. Für das laufende vierte Quartal peilt die Konzernführung einen Umsatzanstieg von 6 bis 8% auf 12,9 bis 13,1 Milliarden Dollar an. Gleichzeitig soll der Gewinn zwischen 81 und 83 Cent je Aktie liegen. Hier waren die Analysten bislang von 85 Cent je Anteilschein ausgegangen.

Grund für die etwas schwächere Prognose sind laut Finanzchef Scott Herren vor allem die schwierigen Lieferbedingungen, die für Bremseffekte bei der Bruttomarge sorgen. Cisco muss höhere Fracht- und Stückkosten für Chips und Speicher in Kauf nehmen, um die eigene Lieferfähigkeit für seine eigenen Kunden sicherzustellen.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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