So verrückt sind die Märkte: Der Dow Jones fährt Achterbahn!

Dow Jones Tabellenausschnitt RED_shutterstock_528117172_Pavel Ignatov

Solange wir nicht über 31.700 Punkten nachhaltig schließen, gehe ich davon aus, dass wir immer wieder mit deutlichen Rücksetzern rechnen müssen. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Dagegen ist der DAX ein braves Kätzchen. Was der Dow Jones am Mittwoch, Donnerstag und Freitag abgeliefert hat, war nicht von schlechten Eltern. Springen wir gleich in den Chart und schauen uns das Meisterwerk, was hier – von wem auch immer – vollbracht wurde.

Dow Jones im 15-Minuten-Chart

Grün ist die gewichtete EMA-200. Das nur nebenbei. Am Mittwoch zogen die Kerzen den Dow von rund 31.500 Punkten auf ein neues Allzeithoch jenseits der 32.000. Eine Strecke von 500 Punkten an einem Tag sind für den Dow jetzt keine Seltenheit. Nur die Art der Bewegung war außergewöhnlich.

Ein steiler Anstieg nach Handelsstart um 15 Uhr 30. Es gab dabei zwischen 15 Uhr 30 und 18 Uhr 30 nur eine einzige rote Kerze im 15-Minuten-Chart! Das ist schon verrückt. Danach passierte dann genau das Gegenteil: nämlich gar nichts. Die Kurse schoben schier ewig zur Seite.

Einen Tag später um 15 Uhr 30 gab es dasselbe Spiel noch einmal – nur zur Gegenseite. Dann wurde Dow wieder abverkauft. Nicht ganz so extrem, wie es am Tag zuvor nach oben ging. Wir hatten immerhin einige grüne Kerzen auf dem Weg nach unten. Dafür war der Weg nach unten aber länger.

1.100 Punkte Verlust in 24 Stunden

Vom Hoch über 32.000 Punkten stürzte der Dow Jones auf unter 30.900 Punkte! Alleine die letzten Stunden am Freitagabend waren mehr als spektakulär. Hier haben eindeutig große Spieler versucht den Markt in ihre gewünschte Richtung zu schieben. Sie sehen den 5-Minuten-Chart.

Ich mache in den letzten Wochen oft einen Trade Freitagabend kurz vor Ende. Da ziehen die Kurse nämlich gerne noch nach oben. Das geht per CFDs besonders einfach. Nach einem Einstieg nach 20 Uhr suchen und vor 22 Uhr den Trade wieder schließen. Das ist alles.

Auch am Freitag lief das wieder nach Plan. Die Uhrzeiten im Chart oben sind englische Zeit und um eine Stunde verschoben. Insofern entspricht 19 Uhr dort 20 Uhr unserer Zeit. Zwischen 19 und 20 Uhr im Chart gab es auch wieder ein Tief. Bei uns war das Tief also umgerechnet etwa um 20 Uhr 30. Hier bin ich long rein und die Kurse liefen dann in nicht einmal einer Stunde um rund 100 Punkte nach oben. Das war optimal für die Strategie.

Bei mir ging der Trade allerdings insofern nach hinten los, als dass ich den Stop Loss früh nachgezogen hatte. Bei einer kurzen Gegenbewegung wurde ich dann recht früh ausgestoppt und am Ende standen sagenhafte 3 Euro Gewinn im Depot.

Doch das ist nicht die eigentliche Geschichte. Vielmehr war ich überrascht, was danach noch passierte: Der Dow Jones stieg also wie üblich irgendwann zwischen 20 und 22 Uhr mit einem Schwung nach oben. Danach gab es aber richtig auf die Mütze!

Mit nur zwei Kerzen im 5-Minuten-Chart ging der Dow in den freien Fall über. Von über 31.200 Punkten gestartet, standen wir 10 Minuten später unter 31.000! So etwas geht gut mit wenig Volumen – also ohne Gegenwehr. Hier ist kaum noch jemand im Markt aktiv. Insofern war ich dann über meinen ausgeführten Stop Loss gar nicht mehr so enttäuscht.

Fazit:

Wir sind offensichtlich gerade an einem wichtigem Punkt, wenn die Märkte derart stark bewegt werden. Noch ist das Duell zwischen Bullen und Bären nicht entschieden. Auch wenn wir heute mit einer Kurslücke nach oben gestartet sind. Aktuell notiert der Dow bei rund 31.600 Punkten. Und damit genau in dem Bereich, wo er in der letzten Woche regelmäßig wieder nach unten abprallte – bevor es dann zum krassen Anstieg kam.

Solange wir nicht über 31.700 Punkten nachhaltig schließen, gehe ich davon aus, dass wir immer wieder mit deutlichen Rücksetzern rechnen müssen. Das letzte Wort ist in diesem Kursbereich noch nicht gesprochen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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