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eBay: Übernahmegerüchte sind geplatzt

Inhaltsverzeichnis

In der letzten Woche hatte ich Ihnen berichtet, dass es Gerüchte bezüglich einer möglichen Übernahme von eBay durch die Intercontinental Exchange Inc. (ICE) gibt. ICE ist ein führender US-Finanzdienstleister und betreibt die New Yorker Börse, 6 Clearing-Häuser und mehrere Informationsdienste.

ICE hat kurz nach Bekanntwerden der vom Wall Street Journal veröffentlichten Gerüchte erklärt, dass es zu keinen Übernahmeverhandlungen gekommen ist. Zwei Tage später folgte dann das endgültige Dementi seitens des Finanzdienstleisters aus Atlanta/Georgia.

ICE verwirft das Übernahmegerücht

Konkret gab ICE am vergangenen Dienstag in einer kurzen Mitteilung bekannt, dass es zwar „an eBay herangetreten sei, um eine Reihe von potenziellen Möglichkeiten zu erkunden, die für die Aktionäre beider Unternehmen einen Mehrwert schaffen könnten. eBay hat sich nicht in signifikanter Weise an diesem Vorhaben beteiligt.“

Weiter machte ICE deutlich, dass es zu keinen Übernahmeverhandlungen gekommen ist: „Wir befinden uns nicht in Verhandlungen über den vollständigen oder teilweisen Verkauf von eBay.“ Nachdem die US-Börsen am Donnerstag die Tore geschlossen hatten, teilte das ICE-Management schließlich mit, dass die Übernahme für sie kein Thema mehr sei.

Börsen reagieren deutlich

Die endgültige ICE-Absage sorgte am späten Donnerstag für eine deutliche Reaktion bei den Aktienkursen der beteiligten Unternehmen. Waren die ICE-Papiere im Tagesverlauf noch um bis zu -6,5% abgerutscht, so lagen sie im nachbörslichen Handel um fast +3% im Plus. Der Kurs der eBay-Aktien konnte an diesem Tag zunächst leichte Zugewinne verbuchen, stürzte aber im nachbörslichen Handel um fast -7% ab.

Schwache Quartalszahlen

Die von eBay am 28. Januar veröffentlichten Quartalszahlen waren enttäuschend. So erzielte der Konzern im wichtigen Weihnachtsgeschäft einen Umsatz von nur 2,8 Mrd. US-Dollar (USD).

Im Vorjahresvergleich war der Umsatz damit um -2% gesunken. Auch der Netto-Quartalsüberschuss lag mit 661 Mio. USD um -2,4% niedriger als im 4. Quartal des Vorjahres.

Großaktionäre machen Druck

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass eBays Großaktionäre unzufrieden mit der aktuellen Entwicklung des Konzerns sind. Einer dieser Großaktionäre, der Hedgefonds Starboard Value LP, hat seinen Unmut bereits in einem offenen Brief an eBay kundgetan. Darin fordert Starboard eBay auf, sich von der Tochter Classifieds zu trennen.

Gerüchteküche brodelt weiter

Ob eBay aber diesem Vorschlag nachkommen wird, scheint eher unwahrscheinlich. Dies geht aus dem Antwort-Statement hervor, in der eBay auf seine Vorjahreserfolge verweist, aber kein Wort darüber verliert, dass der Konzern an einen Verkauf von Classifieds denke.

In gut informierten Kreisen werden allerdings schon wieder neue Kandidaten für eine mögliche eBay-Übernahme gehandelt. So soll ein führender chinesischer Internet- und E-Commerce-Akteur an einer internationalen Expansion interessiert sein.

Aber lassen wir es zunächst einmal dabei: Die Übernahme von eBay durch ICE ist Geschichte und was die Zukunft bringen wird, steht allenfalls in den Sternen.