Encavis, Zoom, Peloton – diese Aktien waren heute im freien Fall

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Ich gehe bei allen drei Aktien davon aus, dass die auch wieder höher stehen werden. Die Frage ist nur, wie schnell die Trendwende geschafft wird. (Foto: Venturelli Luca / shutterstock.com)

Was ist da denn los? Eigentlich ein ganz harmloser Tag, wenn wir die Veränderungen bei den Indizes anschauen. Der DAX verliert 0,3 Prozent, der Dow Jones gewinnt 0,6 Prozent und die NASDAQ geht 0,8 Prozent nach unten. Alles kaum dramatisch. Ein ganz normales Bild, wenn an einem Tag die Tech-Aktien wieder verkauft werden und dafür die Zykliker gewinnen.

Caterpillar und Chevron treiben den Dow Jones nach oben. In der NASDAQ strahlt Applied Materials mit 6 Prozent Plus. Dagegen verlieren Zoom knapp 6 Prozent und Peloton sogar fast 9 Prozent.

Bein Encavis ging es zwischendurch auch 9 Prozent nach unten. Jedoch hat hier bereits die Gegenbewegung eingesetzt.

Encavis im Tageschart

Die Kurse standen einmal bei 25 Euro. Das ist erst zwei Monate her. Inzwischen testen wir die alten Tiefpunkte bei 15,80 Euro.

Hier sollte jetzt wieder Druck der Bullen kommen, sonst könnten bald noch deutlich tiefere Kurse sehen. Der dritte Aufsetzer auf dieser Linie zeigt, dass es eine Unterstützung ist. Ob sie stark genug ist, die Aktie aufzufangen, die von 25 Euro nach unten fällt, wird sich zeigen.

18 Euro. Diese Marke muss jetzt wieder auf Tagesschlusskursbasis geknackt werden. Wir brauchen höhere Hochs, sonst geht der Trend Richtung Süden auf jeden Fall weiter.

Zoom im Tageschart

Die Aktie von Zoom sieht noch etwas besser aus. Wir könnten hier heute trotz 6 Prozent Verlust ein höheres Tief machen. Schließlich sind die Kurse auch fast schon am unteren Ende angekommen. Fibonacci sagt, dass die Kurse beim 78,6er Retracement gehalten haben und seitdem zur Seite schieben.

Wenn das so bleibt, könnten wir hier einen Boden ausbilden und es darf dann mittelfristig wieder steigen. Doch auch hier fehlt noch das bullische Signal. Eine rote Kerze, die den Kurs 6 Prozent nach unten zieht, ist kein Kaufsignal. Wir befinden uns auch etwas im Niemandsland im Chart. Vielleicht sehen wir noch einmal den Bereich um 307 US-Dollar, wo das letzte Retracement liegt.

Peloton mit 9 Prozent im Tageschart

Ein großer Verlust, aber nicht unüblich bei der Aktie. Peloton ist genauso für derartige Anstiege bekannt. Mal geht es gewaltig nach oben, mal gewaltig nach unten. In den letzten Wochen haben die roten Kerzen aber die Überhand. Die Kurse standen zum Jahreswechsel bei 170 US-Dollar. Inzwischen hat die Aktie stolze 70 US-Dollar abgegeben.

Mit etwas Phantasie könnte hier ein neuer Trendkanal entstehen. Zuvor sind die Kurse an der oberen Linie hochgeklettert. Zur Amtseinführung von Joe Biden kam der Bruch nach unten. Die letzten Wochen laufen die Kurse an einer parallelen Linie nach oben. Wenn das anhält, können wir im Sommer schon wieder beim Allzeithoch stehen.

Nachdem wir heute die Trendlinie erneut bestätigt haben, habe ich tatsächlich bei meinem langlaufenden Optionsschein auf Peloton die Chance genutzt und nachgekauft. Wenn wir in den nächsten Tagen die Trendlinie nach unten durchbrechen sollten, war das natürlich kein besonders schlauer Schachzug. Ich hoffe einfach, dass bei Peloton jetzt das Gröbste vorbei ist. Vielleicht testen wir auch noch einmal das Tief vom 10. November 2020. Das liegt bei rund 92 US-Dollar. Aber selbst das wäre kein platter Reifen, solange es dann aufwärtsgeht.

Momentan ist der Markt einfach schwer einzuschätzen. Einzelne Aktie bekommen entweder ordentlich Rückenwind oder auf den Deckel. Der breite Markt schiebt eher zur Seite.

Fazit

Ich gehe bei allen drei Aktien davon aus, dass die auch wieder höher stehen werden. Die Frage ist nur, wie schnell die Trendwende geschafft wird. Peloton hat gute Chance, wenn die Trendlinie hält. Bei Zoom muss das Retracement halten. Und bei Encavis hilft vielleicht nur beten. Selbst die guten Zahlen des Unternehmens wurden heute bestraft, weil der Ausblick eher zurückhaltend ist. Green-Tech ist derzeit einfach nicht beliebt. Antizykliker würden da jetzt wohl einsteigen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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