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Facebook/Meta im Chartcheck: Wie tief kann die Aktie noch fallen?

Facebook/Meta im Chartcheck: Wie tief kann die Aktie noch fallen?
Julien Eichinger / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Soll ich Sie direkt schocken? Wenn Sie die Facebook-Aktie Ende Januar 2016 gekauft hätten, wären Sie aktuell im Minus! Lassen Sie das einmal auf sich wirken!

Nachdem die Kurse von Meta in der vergangenen Woche um 23,70 Prozent einbrachen, befinden wir uns jetzt wieder im zweistelligen Kursbereich. Aktuell gibt es die Aktie für 93 US-Dollar. Oder vermutlich besser ausgedrückt: Aktuell kann die Aktie für 93 US-Dollar verkauft werden. Denn die neue Wochenkerze ist schon wieder Rot. Es geht also weiter abwärts.

Und ja, tatsächlich sind wir jetzt in einem Bereich, wo die Aktie im Januar 2016 notierte. Beeindruckend und beängstigend zugleich. Das Allzeithoch gab es in der letzten Augustwoche 2021. Damals wurde die Facebook-Aktie für 384 US-Dollar gehandelt. Da hieß sie auch noch Facebook. Aber ist das alleine der Unterschied?

Meta kann den Absturz nicht aufhalten

Sämtliche Tech-Werte fielen im Herbst 2021. Überall wurde Geld abgezogen. Das war bei Apple, Amazon, Google, Tesla und NVIDIA nicht anders. Insofern können wir Marc Zuckerberg hier keine Schuld geben. „Was hoch steigt, wird auch wieder fallen.“ So kam es nach der massiven Erhöhung der Geldmenge in Folge der Corona-Krise.

Jetzt haben die meisten Tech-Giganten deutlich korrigiert: Heute Amazon steht bei – 50 Prozent vom Allzeithoch; Tesla bei – 52 Prozent und NVIDIA bei – 60 Prozent. Meta hat allerdings inzwischen 76 Prozent von der Bestmarke einbüßen müssen.

Meta im Wochenchart

Hier sehen Sie den Absturz. Mögliche Trendlinien und Unterstützungen im Chart wurden teils umschmeichelt, teils völlig ignoriert. Wie schnell das Tief Ende 2018 bei 123 US-Dollar unterboten wurde, sollte uns zu denken geben. Ohne Weiteres werden wichtige Marken im Chart nicht derart leicht ausgehebelt.

(Quelle: Tradingview.com)

Wie tief kann Meta noch fallen?

Diese Frage stellt sich nicht nur potentiellen Investoren, sondern gerade auch für Anleger, die bereits Facebook gekauft haben. Wenn Sie Meta-Aktien im Depot haben und weiter halten wollen, geht es jetzt um den Punkt: Wann kaufen wir bestmöglich nach?

Klar, das Thema Metaverse ist stark umstritten. Und so viel kann ich wohl schon verraten: Meta wird auch im nächsten Jahr nicht mehrere Hundert Millionen Nutzer in das Metaverse umsiedeln. Die Entwicklung wird noch Jahre dauern. Marc Zuckerberg ist sich dessen sicherlich bewusst. Haben Sie einen ähnlich langen Atem, wenn es um Ihr Investment geht?

Sollte Zuckerberg mit dem Metaverse einen ebenfalls so durchschlagenden Erfolg haben, wie damals mit Facebook, wird sich das garantiert für die Investoren lohnen. Nur ist der Erfolg nicht garantiert. Der Lieferzeitpunkt ist auch noch offen. Es ist demnach gut möglich, dass Sie die nächsten Monate und vielleicht sogar Jahre wenig Freude am Aktienkurs von Facebook haben werden.

Bei 72,60 US-Dollar wartet jetzt die nächste interessante Chartmarke! Dort liegt das Hoch des Jahres 2014 und das Sommertief von 2015. Wenn die 123 US-Dollar die Bären nicht stoppen konnten, dann vielleicht die 72. Zur Erinnerung: Das Allzeittief liegt bei 17,55 US-Dollar. Es gibt keine Gewissheit, dass die Kurse um die Zone von 72 US-Dollar wirklich einen Boden finden können.

So schnell, wie die Preise der Meta-Aktie fallen, wissen wir aber vermutlich bald, was in diesem Bereich passiert. Das ist der Vorteil, wenn Unternehmen schnell an Wert verlieren: Wir müssen nicht lange warten, bis entscheidende Marken im Chart erreicht sind.

Fazit

Aktuell befindet sich die Meta-Aktie quasi im Niemandsland. Zwischen 72 und 123 US-Dollar gibt es kaum wichtigen Marken. Vielleicht noch die Zone um 114 US-Dollar. Dort notierten die Kurse Ende 2016 mehrere Wochen und bauten einen Boden. Dieser war das Fundament für die starke Rallye der darauffolgenden Jahre. Allerdings konnte die 114 die Bären jetzt auch nicht halten.

Eines kann ich aktuell ausschließen: Es wird keine V-Erholung geben. Dabei schreiben die Kurse etwa den Buchstaben V im Chart. Es geht dann ungefähr so schnell wieder rauf, wie es nach unten ging. Das haben wir im Corona-Tief erlebt. Facebook muss meiner Meinung nach längere Zeit um seine Anleger kämpfen und kann aktuell nicht einfach einen Hebel umlegen, der die Aktie sich schnell im Wert verdreifachen lässt.

Ob 72 US-Dollar ein guter Kurs für ein Investment oder Nachkauf sein wird, werden wir uns in den kommenden Wochen anschauen. Wie gesagt: Erwarten Sie keine rasanten Kurssteigerungen in der nächsten Zeit. Langfristig hat das Metaverse gigantisches Potential, aber Zuckerberg ist nicht der einzige Spieler im Markt. Alle großen Konzerne sind bereits auf diesen Zug aufgesprungen. Meta setzt dabei alles auf eine Karte, während Unternehmen wie Microsoft und Apple weiterhin ihr Kerngeschäft im Auge haben und ihre Investitionen in das Metaverse parallel dazu laufen lassen.