Goldman Sachs: Amerikanische Großbank trotzt Corona-Krise und steigert Gewinn

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Die Investmentbank Goldman Sachs sorgt mit starken Zahlen für eine Überraschung: Ein Boomender Wertpapierhandel beflügelt die Geschäfte. (Foto: Roman Tiraposlky / shutterstock.com)

Bislang verlief die Berichtssaison bei den US-Finanzinstituten durchwachsen. Vor allem die massiv erhöhte Risikovorsorge verhagelte bei den Universalbanken die Bilanzen. So haben die drei Bankgiganten J.P. Morgan Chase, die Citigroup und Wells Fargo im zweiten Quartal 28 Milliarden Dollar für notleidende Kredite zurückgestellt. Das ist das höchste Niveau seit der Finanzkrise. Auf der anderen Seite konnte ein robustes Wertpapiergeschäft positiv überraschen.

So auch bei der Investmentbank Goldman Sachs, die aufgrund eines boomenden Wertpapierhandels mit Anleihe- und Aktienemissionen im zweiten Quartal bei den Anlegern für eine faustdicke Überraschung gesorgt hat.

Goldman Sachs profitiert von Ausrichtung auf Finanzmärkte

Während der Corona-Krise profitiert Goldman Sachs von seiner Ausrichtung auf die Finanzmärkte und das Anleihegeschäft. Im Gegensatz zu den meisten anderen großen US-Banken hat Goldman Sachs nur ein überschaubares Privatkundengeschäft im Massenmarkt, weshalb keine so großen Rückstellungen für drohende Kreditausfälle nötig sind. Der Konzern legte hier 1,59 Milliarden Dollar beiseite – deutlich weniger als Konkurrenten wie JPMorgan oder Citigroup.

Einnahmen erreichten zweithöchsten Wert

Die Ausrichtung macht sich in den nackten Zahlen bemerkbar: So schossen die Einnahmen auf 13,3 Milliarden Dollar im zweiten Quartal nach oben. Das entspricht einem Zuwachs von imposanten 41%. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 2,4 Milliarden Dollar hängen, was 6,26 Dollar je Aktie entspricht.

Damit wurden die Erwartungen der Analysten um Längen übertroffen. Für Sie zum Vergleich: Im Vorfeld der Zahlen waren die Experten nur von Einnahmen in Höhe von 9,8 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Anteilschein von 3,78 Dollar ausgegangen.

Wertpapierhandel sorgt für Rückenwind

Wie eingangs beschrieben profitierte der Bank-Riese vor allem von seinem lebhaften Wertpapiergeschäft. Die Erträge aus dem Anleihehandel stiegen um fast 150% auf 4,24 Milliarden Dollar, und die Erträge aus dem Aktienhandel wuchsen um 46% auf 2,94 Milliarden Dollar. Zusammen erwirtschaftete die Handelsabteilung rund 2,5 Milliarden Dollar mehr als Analysten erwartet hatten.

Nicht weniger beeindruckend entwickelte sich das Investmentbanking: Die Erträge aus dem Investmentbanking stiegen um 36% auf 2,66 Milliarden Dollar. Das ist nicht nur ein neuer Rekordwert, sondern lag auch rund 550 Millionen Dollar über den Analystenschätzungen.

Das resultierte vor allem aus dem Emissionsgeschäft mit Aktien und Anleihen, dessen Erträge sich im Berichtszeitraum mehr als verdoppelten. Goldman war im zweiten Quartal an Wertpapieremissionen der Kreuzfahrtgesellschaft Carnival und der Fluglinie United beteiligt, die stark unter den krisenbedingten Reiseeinschränkungen litten.

Auf das Einlagen- und Kreditgeschäft mit Verbrauchern entfielen trotz eines Wachstums von 19 % auf 258 Millionen Dollar nur 2 % der Gesamterträge.

Aktie mit leichten Zugewinnen

Die Anleger reagierten positiv auf die Zahlen und sorgten mit ihrer Nachfrage für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Seit dem März-Tief summieren sich die Gewinne der Aktie auf über 60%. Dennoch hinkt die Aktie dem breiten Markt weiter hinterher. Seit dem Jahreswechsel notieren die Papiere derzeit noch mit einem Rückgang von knapp 6% weiter in der Verlustzone. Der marktbreite S&P 500 Index hat inzwischen die Nulllinie wieder erreicht.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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