IBM enttäuscht Anleger mit schwachen Zahlen

IBM RED_shutterstock_157995017_JuliusKielaitis

IBM-Aktie mit kräftigem Rücksetzer: Anleger schmeißen nach schwachen Quartalszahlen das Handtuch. Nachlassendes Cloud-Wachstum sorgt für Enttäuschung (Foto: Julius Kielaitis / shutterstock.com)

Nachdem sich die IBM-Anleger vor dem Hintergrund der geplanten Aufspaltung des Konzerns in den letzten Monaten über deutlich anziehende Kurse freuen durften, folgte jetzt ein erneuter Tiefschlag. Die gerade präsentierten Geschäftszahlen konnten nicht überzeugen. Rückläufige Umsätze und Gewinne sorgten für enttäuschte Gesichter. Auch die Kursreaktion fiel deutlich aus. Die Aktie sackte nach Vorlage der Ergebnisse um beinahe 10% in den Keller.

Umsatz schrumpft um 6,5%

Der US-Konzern plant eine tiefgreifende Veränderung und will sich künftig noch stärker auf lukrative Cloud-Dienste fokussieren. Unterdessen zeigen die aktuellen Zahlen, dass dies auch dringend notwendig ist. Im Schlussquartal schmolz der Umsatz um 6,5% auf 20,37 Milliarden Dollar zusammen. Ohne die Auswirkungen von Währungseinflüssen und Geschäftsveräußerungen ging der Umsatz sogar um 8% zurück.

Cloud-Dynamik lässt nach

Auch der Blick in die einzelnen Geschäftssegmente offenbart wenig Positives: IBMs lukratives und zukunftsträchtiges Cloud-Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet wuchs zuletzt deutlich langsamer als noch im Vorquartal. Die Erlöse kletterten hier gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur noch um 10% auf 7,5 Milliarden Dollar. Damit hat der Bereich 36% zu den gesamten Konzernerlösen beigetragen. Im Gesamtjahr 2020 lag das Wachstum im Cloud-Bereich insgesamt bei 19%.

Wenig Lichtblicke im Schlussquartal

Auch in den anderen Geschäftsbereich sah es mau aus. In der Sparte Cloud & Cognitive Software ging der Umsatz um 4,5% zurück (auf 5,6 Milliarden Dollar), im Bereich Global Business Services lag das Minus bei 2,7% (auf 4,17 Milliarden), während der Rückgang im Bereich Unit Global Technology Services 5,5% (auf 6,57 Milliarden Dollar) betrug. Den stärksten Rückgang zeigte aber die Hardwaresparte, in der die Erlöse um 17,8% auf 2,5 Milliarden Dollar zusammenschrumpften.

Nettogewinn sackt in den Keller

Der Nettogewinn fiel aufgrund hoher Kosten beim Konzernumbau um 66% auf 1,3 Milliarden Dollar. Anfang Oktober 2020 hatte Firmenboss Arvind Krishna bekannt gegeben, dass der Bereich Managed Infrastructure Services der Division Global Technology Services in eine neue Firma überführt wird. Zugleich hieß es, man rechne mit Belastungen von 2,3 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit Verschlankungsmaßnahmen noch vor der Ausgliederung.

Im Zuge dessen will der Konzern Kreisen zufolge in Europa rund 10.000 Stellen streichen. Bei IBM gab es bereits im Mai eine Abbaurunde unter dem neuen CEO. Ende vergangenen Jahres beschäftigte der IT-Riese noch mehr als 350.000 Mitarbeiter weltweit.

Der geplante Spin-off ist Teil des Plans, die konzerneigene Wachstumsstrategie für Hybrid Clouds zu voranzutreiben. Die Aktionäre von IBM sollen die Anteile an der neuen Aktiengesellschaft erhalten, die Abtrennung soll bis Ende 2021 abgeschlossen sein.

Umsatzwachstum in Sicht

Unterdessen zeigt sich die Konzernführung zuversichtlich, im laufenden Geschäftsjahr wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Genau Angaben machte Firmenchef Krishna allerdings weder zum Umsatz- noch zum Gewinnausblick. Beim bereinigten Freien Cash Flow will IBM das Vorjahresniveau von 10,8 Milliarden Dollar überschritten werden. Laut Krishna soll ein Niveau von 11 bis 12 Milliarden Dollar erreichbar sein.

Bislang scheinen die Perspektiven die Anleger nicht vom Hocker zu hauen. Ob die Aktie nach dem jüngsten Rückschlag die Verluste schnell wieder aufholt, erscheint vor dem Hintergrund der unsicheren Perspektiven eher fraglich.

IBM RED_shutterstock_157995017_JuliusKielaitis

IBM: Anleger feiern Aufspaltung des Tech-RiesenDie Aufspaltung des Technologieriesen IBM weckt die Aktie aus Dornröschenschlaf. Die Anleger setzen unter anderem auf lukrative Cloud-Dienste. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
GeVestor Logo Adler
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz