Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

USA Aktienmarkt – ado Alexander Sánchez

Insidertransaktionen der Woche: Modekonzern Designer Brands im Fadenkreuz der Firmeninsider. Entscheidungsträger legen nach kräftiger Kursrally nach und sammeln weitere Aktien ein (Foto: Alexander Sánchez / Adobe Stock)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Babcock & Wilcox:

Eine große Veränderung gab es zuletzt im Aktionärskreis des US-Konzerns Babcock & Wilcox (B&W). Der Director und Großaktionär B. Riley Financial erwarb 10,72 Millionen Aktien zum Preis von 6,04 Dollar je Anteil. Der Transaktionswert lag entsprechend bei 64,75 Millionen Dollar. Verkäufer des Aktienpakets war Vintage Capital Management, der seinen gesamten Aktienbestand veräußerte. Beachten Sie: Bereits im Februar kauften fünf verschiedene Firmeninsider Aktienpakete im Gegenwert von 266.702 Dollar.

B&W ist ein US-amerikanischer Hersteller von konventionellen und nuklearen Dampferzeugern mit Sitz in Charlotte, North Carolina. Unter anderem war B&W an der Entwicklung des Reaktors für die USS Nautilus (das erste Atom-U-Boot der Welt) und des Unglückreaktors des Kernkraftwerks Three Mile Island beteiligt. Heute betreibt B&W zusammen mit Bechtel für das Energieministerium der Vereinigten Staaten die Hochsicherheits-Anlage „Y-12 National Security Complex“, die früher zum Oak Ridge National Laboratory gehörte und in der bis heute hochangereichertes Uran für zivile und militärische Zwecke hergestellt wird.

Im vierten Quartal sanken die Umsätze von B&W um 16,9% auf 149,9 Millionen Dollar. Am Ende stand ein Nettogewinn von 4,6 Millionen Dollar in den Büchern.

Designer Brands:

Beim Modekonzern Designer Brands waren die Firmeninsider zuletzt ebenfalls sehr aktiv. Während Deborah Ferree beim Kurs von 15,22 Dollar insgesamt 94.842 Aktien verkaufte (Gegenwert: 1,44 Millionen Dollar), stockten im Gegenzug zwei andere Entscheidungsträger ihre Aktienpositionen deutlich auf. Der Vorstand Jay Schottenstein kaufte bei Kursen zwischen 13,73 und 14,06 Dollar 902.263 Aktien. Für die Zukäufe musste Schottenstein 12,6 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Zugleich erwarb der Director Joseph Schottenstein 273.099 Aktien im Gegenwert von 3,85 Millionen Dollar.

Designer Brands entwirft, produziert und vertreibt zusammen mit ihren Tochtergesellschaften Schuhe und Accessoires für Damen, Herren und Kinder hauptsächlich in Nordamerika. Neben den Onlineaktivitäten betrieb das Unternehmen zuletzt insgesamt 663 Filialen.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr, das bei Designer Brands bis Ende Januar lief, erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 2,23 Milliarden Dollar (-36% zum Vorjahr). Unter dem Strich rutschte die Firma nach einem Gewinn von 94 Milllionen Dollar im Vorjahr, nun in die Verlustzone (-489 Millionen Dollar). Die Investoren scheinen aber von einer starken Erholung auszugehen: Seit Jahresbeginn hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt.

Fortress Transportation and Infrastructure:

Einen signifikanten Aktienkauf eines Firmeninsiders gab es auch bei Fortress Transportation, einer Investmentgesellschaft, die die nach dem REIT-Modell strukturiert ist. Das Portfolio von Fortress setzt sich aus den Bereichen Ausrüstung und Infrastruktur zusammen, wobeie im Ausrüstungssegment hauptsächlich Flugzeugtriebwerke und Flugzeuge an Betreiber vermietet werden.

Dieser Fokus hat Fortress im “Corona-Jahr” 2020 deutliche Einbußen beschert. Der jüngste Quartalsbericht für das 4. Quartal 2020 zeigte einen Umsatz von 76,4 Millionen Dollar, was einem Rückgang von 53% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Trotz des Rückgangs im Jahresvergleich hat die Aktie in den letzten 12 Monaten einen Gewinn von 275% erzielt.

Auf dem erhöhten Kursniveaus hat jetzt der Director Martin Tuchman nachgelegt und 800.000 Aktien zum Preis von 25 Dollar je Anteil erworben.  Damit belief sich der Transaktionswert auf immerhin 20 Millionen Dollar.

USA Aktienmarkt – ado Alexander Sánchez

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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