JPMorgan legt Corona-Krise ad acta

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US-Großbanken eröffnen Berichtssaison: JPMorgan profitiert von starkem M&A-Geschäft und Auflösungen von Rückstellung. Gewinn geht förmlich durch die Decke (Foto: Bjorn Bakstad / shutterstock.com)

Der Start in die Berichtssaison in den USA ist gerade erfolgt: Zum Auftakt der Bilanzsaison für das zweite Quartal öffneten die amerikanischen Großbanken J.P. Morgan und Goldman Sachs ihre Bücher für die Investoren. Dank florierender Erträge im Investmentbanking und sinkender Risikovorsorge konnten die beiden Bankhäuser die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen.

Die Reaktionen auf die an sich starken Zahlen fielen trotzdem verhalten aus. Beide Papiere gaben leicht im Wert nach. Allerdings zählten beide Aktie seit dem Jahreswechsel auch zu den großen Gewinnern und konnten mit erheblichen Kurssteigerungen (JPMorgan: +22%; Goldman Sachs: +42%) glänzen.

JP Morgan – profitabler Platzhirsch unter den US-Banken

Bevor wir auf die Zahlen im Detail eingehen, möchte ich Ihnen den US-Konzern gerne noch näher vorstellen: JP Morgan Chase & Co. ist eines der größten amerikanischen Finanzdienst-leistungsunternehmen. Weltweit bietet die in New York ansässige Unternehmensgruppe eine breite Palette von Bankdienstleistungen an. Die Gesellschaft ist tätig in den Bereichen Investment Banking und Private Banking sowie im Beteiligungsgeschäft.

Zum Angebot gehören außerdem Vermögensverwaltung, Depot- und Transaktions-Service, Finanzdienstleistungen für Konsumenten und Commercial Banking. Das institutionelle Geschäft des Konzerns operiert unter der Marke JPMorgan. Die Marke Chase wird regional in den USA verwendet und umfasst das Retail-Geschäft.

Großbank erzielt beeindruckenden Gewinnsprung

Die Geschäftsentwicklung im abgelaufenen zweiten Quartal hatte es in sich: Nach einem Quartalsgewinn von 14,3 Milliarden Dollar im ersten Quartal, stand im zweiten Quartal ein Gewinn von 11,95 Milliarden Dollar in den Büchern. Das ist zweieinhalb mal soviel wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, als JPMorgan einen Nettogewinn von 4,69 Milliarden Dollar einfuhr. Je Aktie blieb damit unter dem Strich ein Gewinn von 3,78 Dollar hängen. Das lag 173% über dem Vorjahr und satte 18% über den Konsensschätzungen. Die Analysten waren im Vorfeld der Zahlen „nur“ von einem Gewinn von 3,18 Dollar je Anteilschein ausgegangen.

Geschäft mit Verbraucherkrediten schwächelt

Die Gewinnentwicklung ist durchaus beeindruckend. Vor allem wenn Sie bedenken, dass die Einnahmen unter dem Strich um 8% auf 30,48 Milliarden Dollar zurückgingen. Das war das Ergebnis rückläufiger Margen im Kreditgeschäft und einem schwächeren Ergebnis im Wertpapierhandel. Sorgte im Vorjahresquartal noch die angesprungene Volatilität für einen Boom beim Handel mit Aktien und Anleihen für Rückenwind, hat sich die Lage inzwischen wieder deutlich beruhigt. Bei JP Morgan brachen die Handelseinnahmen um 30% ein.

Boomendes Geschäft mit Übernahmen und Fusionen

Stark zeigte sich hingegen das M&A-Geschäft, also die Begleitung und Durchführung von Firmenkäufen und Fusionen sowie die Emission von Aktien und Anleihen. Hier machte sich die stark anziehende Dynamik bei den Börsengängen positiv bemerkbar. Insgesamt kletterten die Einnahmen aus dem Beratungs- und Emissionsgeschäft um 25% auf 3,6 Milliarden Dollar.

Auflösung von Rückstellungen maßgeblicher Treiber

Einen großen Teil zur Gewinnentwicklung hat allerdings auch die Auflösung von Rückstellungen beigetragen: Unter dem Strich löste JPMorgan im zweiten Quartal Reserven für drohende Kreditausfälle von netto 2,3 Milliarden Dollar an Risikovorsorge auf. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahresquartal wurde die Risikovorsorge noch um beinahe 10,5 Milliarden Dollar aufgestockt.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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