Mastercard: Kreditkartenspezialist mit deutlichem Ertragsrückgang

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Mastercard: Kreditkarten-Konzern spürt Konsumflaute. Ergebnisrückgang im vierten Quartal aber geringer als befürchtet. Rückkehr auf den Wachstumspfad in Sichtweite (Foto: Allmy / shutterstock.com)

Die US-Berichtssaison ist in vollem Gange. Mit Mastercard hat jetzt ein weiterer Kreditkartenkonzern seine Bücher für die Anleger geöffnet und seine Geschäftsentwicklung präsentiert. Wie nicht anders zu erwarten, hat der Konzern unter der Kaufzurückhaltung von Kunden in der andauernden Corona-Krise gelitten. Wie schon in den Vorquartalen zog besonders das schwache internationale Geschäft die Bilanz nach unten.

Den Aktienkurs von Mastercard hat dies jedoch nicht nachhaltig beeinflusst. Am gestrigen Tag konnten die Papiere sogar wieder deutlich zulegen. Anstatt sich auf die Entwicklung im zurückliegenden Quartal zu konzentrieren, scheinen die Anleger vielmehr das grundsätzlich starke Geschäftsmodell und das strukturelle Wachstum der Gesellschaft im Blick zu haben.

Mastercard – einer der führenden Kreditkartenkonzerne weltweit

Mastercard gehört neben der VISA zu den zwei großen international führenden Gesellschaften im Bereich Kreditkarten, Debitkarten und Guthabenkarten. Das Geschäftsmodell des Konzerns basiert auf dem Angebot von Zahlungsabwicklungsmöglichkeiten. Anders als bei American Express begibt Mastercard die Kreditkarten nicht selbst, sondern kooperiert mit Banken.

Diese erhalten dann Lizenzen vom Unternehmen (sogenannte Issuing-Lizenzen), wodurch die Ausgabe der Karten in aller Welt möglich wird. Das Geschäftsmodell basiert also auf Einnahmen aus der Abwicklung der Zahlungen. Weltweit gibt es über 35 Millionen Akzeptanzstellen für die Mastercard und damit deutlich mehr als für Visa.

Vor allem die Kreditkartentypen MasterCard, Maestro (auf PIN basierend) und Cirrus (Bargeldbezug) zählen zu den weltweit anerkannten und vielgenutzten Kreditkarten.

Corona sorgt für Kaufzurückhaltung

Im Schlussquartal sorgte die anhaltende Virus-Pandemie weiterhin für Bremsspuren, da die Ausgabefreude der Kreditkartenkunden spürbar rückläufig war. Das machte sich in der Geschäftsentwicklung deutlich bemerkbar: Die Umsätze gingen um 7% auf 4,1 Milliarden Dollar sanken. Das lag vor allem am internationalen Geschäft, das um 29% rückläufig war.

Der schwächelnde Reiseverkehr und die gesunkenen Flug- und Hotelbuchungen konnten nicht durch das dynamisch wachsende Ecommerce-Geschäft kompensiert werden. Zum Hintergrund: Transaktionen in Übersee sind oft die lukrativsten im Mastercard-Netzwerk.

Ergebnisse aber über den Erwartungen

Unter dem Strich ging der Gewinn auf 1,8 Milliarden Dollar zurück. Das ist zwar ein Rückgang um 15%, entspricht aber immer noch einer stattlichen Gewinnmarge von 43,9%. Je Aktie lag der bereinigte Gewinn im vierten Quartal bei 1,64 Dollar, was zudem deutlich über den Erwartungen der Analysten lag. Diese waren im Vorfeld der Zahlen nur von einem Gewinn von 1,52 Dollar je Anteilschein ausgegangen.

Umsatz knickt im Gesamtjahr um 21% ein

Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr gingen die Umsätze 9% auf 15,3 Milliarden Dollar zurück. Parallel dazu sackte der Nettogewinn auf 6,4 Milliarden Dollar in den Keller. Das entspricht einem Rückgang um 21%.

Unterdessen zeigen sich die Analysten zuversichtlich und erwarten im laufenden Jahr wieder die Rückkehr auf den Wachstumspfad. Die Konsensschätzungen implizieren derzeit ein Umsatzwachstum von rund 20% auf gut 18 Milliarden Dollar. Zudem rechnen die Analysten im Schnitt mit einem deutlichen Gewinnplus von annähernd 30%.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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