Match Group: Dating-App-Konzerns mit zweistelligem Wachstum in der Corona-Krise

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Die Tinder-Mutter Match Group ist weiter auf Wachstumskurs: Der Spezialist für Dating-Apps erreicht 19% Umsatzplus im Schlussquartal. (Foto: solarseven / Shutterstock.com)

Kaum eine Dating-App verbreitete sich in den letzten Jahren so rasant wie Tinder. Einfach nach rechts wischen – viel mehr braucht es bei der Verkupplungs-App Tinder nicht für das nächste Date. Jetzt hat der Mutterkonzern, der zahlreiche Dating-Apps unter seinem Dach vereinigt, Zahlen für das zurückliegende Geschäftsjahr vorgelegt:

Dabei hat die Corona-Virus-Krise mit den weltweiten Lock-Down-Maßnahmen das Wachstum zwar etwas ausgebremst. Dennoch konnte der US-Konzern ein zweistelliges Wachstum und eine hohe Profitabilität ausweisen.

Dating per App voll im Trend

Kontaktanzeigen in Zeitungen, das war gestern. Stattdessen laden sich Single heutzutage einfach eine Dating-App aufs Smartphone. Platzhirsch unter den Online-Dating-Diensten ist Tinder. Die seit 2012 auf iPhones und seit 2013 auch auf Android-Geräten verfügbare App hat über 6 Millionen zahlende Nutzer weltweit. Seit dem ersten Quartal 2015 hat sich damit die Anzahl der Nutzer mehr als versechzigfacht.

Match Group – der Platzhirsch unter den Dating-Apps

Inzwischen ist die Anzahl der Dating-Apps rasant gewachsen. Ob OKCupid, Hinge, Plenty of Fish und Meetic (neu.de, LoveScout24) oder auf engere Zielgruppen fokussierte Apps wie OurTime (Singles >50 Jahre) oder BlackPeopleMeet (Afroamerikaner) oder Chispa (Latinos). Doch was viele wahrscheinlich nicht wissen. Hinter einem Großteil der Dienste (>40) steckt die Match Group aus Texas, die in den zurückliegenden Jahren auch viele Anbieter aufgekauft hat.

19% Umsatzplus im Schlussquartal

Im vierten Quartal kletterten die Umsätze bei der Match Group um 19% auf 651 Millionen Dollar. Damit wurden die Erwartungen der Analysten minimal um 2 Millionen Dollar übertroffen. Die Performance des Konzerns variierte je nach Region, abhängig von der COVID-19-Dynamik in verschiedenen Ländern.

Die Pandemie hat die Erstabonnentenzahlen für einige seiner Marken in Großbritannien “erheblich beeinflusst”, hatte aber weniger Einfluss in Japan, wo die COVID-19-Krise gedämpfter war. So  verzeichnete das Unternehmen in Japan “weiterhin ein starkes Wachstum der Erstabonnenten”, wie die Gesellschaft mitteilte.

Weiterhin hohe Profitabilität

Insgesamt nutzen im Schlussquartal 10,93 Millionen Mitglieder die unterschiedlichen Angebote des US-Konzerns. Das entspricht einem Wachstum von 12% gegenüber dem Vorjahr. Je Kunde erhöhte sich der durchschnittliche Umsatz um 5% auf 0,62 Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 13% auf 245 Millionen Dollar.

Entsprechend lag die EBITDA-Marge mit 38% zwar leicht unter dem Vorjahresniveau (40%), aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 146 Millionen Dollar in den Büchern des US-Konzerns vs. 94,7 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.

Verhaltene Prognose enttäuscht die Anleger

Für den weiteren Geschäftsverlauf dürfte vor allem die Entwicklung der Corona-Pandemie entscheidend sein. Die Konzernführung rechnet für 2021 mit einem Gesamtumsatz von 2,75 bis 2,85 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 15 bis 19% entspricht. Gleichzeitig soll das bereinigte EBITDA auf mehr als 1 Mrd. Dollar (2020: 897 Millionen Dollar) ansteigen. Unterdessen soll auch weiter kräftig in die Produktentwicklung, die geografische Expansion und in Sicherheitsfunktionen für die Apps investiert werden.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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