Bereit für die Krise? Coca-Cola und McDonald’s starten durch

Coca Cola Flasche RED – shutterstock_196241660 M. Unal Ozmen

Die Krisengewinner einmal anders. Hier geht es nicht um Covid, sondern um günstige Waren für die Leute aus der Mittelschicht und darunter. (Foto: M. Unal Ozmen / Shutterstock.com)

Wenn es wirtschaftlich schlecht läuft, für die Arbeitnehmer, dann profitieren keine Luxusgüter. Wer hätte das gedacht. Insofern ist es bei explodierender Inflation auch verständlich, dass Geiz wieder geil wird. Auf breiter Masse.

Was die Charts der üblichen Verdächtigen hier verkünden? Wir befinden uns schon mitten in der Krise. Auch wenn die offiziell noch nicht ausgesprochen wird. Da geht es viel um die Definition, ob es diese Inflation jetzt eigentlich nur übergangsweise gibt. Oder ist sie doch gekommen, um zu bleiben?

Während also „die da oben“ fleißig besprechen, mit welchen Worten sie die aus dem Ruder gelaufene Preiserhöhung definieren, sorgt sich der Rest der Welt um seinen Kaufkraftverlust. Da wird dann wieder jeder Cent zweimal umgedreht und deshalb eher bei Walmart oder McD geshoppt.

Coca-Cola im 4-Stunden-Chart

Die Kurse starten seit Dezember richtig durch. Das liegt kaum daran, dass der Cola-Weihnachtsmann im Anmarsch ist. Ein günstiger Glücklichmacher in der Krise sind Getränke mit Zucker. Da ist der Grundbedarf schnell gedeckt und das Hirn befriedigt. Ich finde es immer wunderschön, wie viele Studien es zu dem Thema gibt. Zucker macht abhängiger als Kokain. Aber das war es dann auch schon wieder. Bloß keine Schlüsse daraus ziehen oder etwas in dem Ernährungsangebot ändern.

Ich bin da allerdings auch kein gutes Vorbild und kann immer noch eine Tafel Schokolade in einer Sitzung aufessen. Obwohl ich diese Studien auch kenne. Wie immer ist es leichter bei anderen auf die Ernährung zu achten, als bei einem selbst. Egal ob Kind oder Haustier. Sobald es aber um die eigenen Geschmacksnerven geht, drücken wir gerne ein Auge zu.

Genauso läuft das in einer Krise auch. Wenn es wenig Arbeit oder Lohn gibt und die Kosten überall steigen. Irgendwoher muss die Freude kommen. Was liegt also näher, sich die Freude über das Essen oder Trinken zu holen? Alkohol schließe ich da gar nicht aus. Zigaretten auch nicht. All das sind in diesem Fall „Krisengewinner“ – so bekloppt der Begriff in diesem Zusammenhang auch wirken mag, wenn große Teile der Bevölkerung leiden.

McDonald’s im 4-Stunden-Chart

Das „Wirtshaus zum Goldenen M“ hat bereits Ende Oktober die Rallye gezündet. Hier gab es bereits regelmäßig neue Allzeithochs. Zuletzt vor zwei Tagen. Auch die günstigen Burger sind in Krisenzeiten sehr beliebt. Hoher Zuckeranteil bedeutet Glückshormone im Kopf. Auch wenn das nicht lange anhält, aber wir kaufen das für die kleinen Momente.

So kommen wir auch durch die Krise. Zwischendurch etwas Freude. Dann wird das schon. Das ist quasi so, wie wenn Sie die Politik im Lande verfolgen, was alles falsch läuft. Und dann gehen Sie einen Tag ins Kabarett und hören sich die Probleme noch einmal an, aber eben mit lustiger Pointe. Dann ist es alles gar nicht mehr so schlimm. Für den Moment. Wir müssen jetzt genau darauf achten, was die Notenbanken treiben, um die Inflation zu bändigen. Sonst dauert die Inflation für viele Leute einige Momente zu lange.

Coca Cola Flasche RED – shutterstock_196241660 M. Unal Ozmen

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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