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Mega-Deal unter US-Supermarktketten Kroger und Albertsons

Inhaltsverzeichnis

Unter den führenden US-Lebensmittelhändlern steht eine Mega-Übernahme an: So verkündete die Nummer 2 unter den US-Supermarktketten, Kroger, am vergangenen Freitag, dass es die Nummer 4, Albertsons Companies, Inc., übernehmen möchte.

Die Aufsichtsräte beider Unternehmen haben einer entsprechenden Fusionsvereinbarung zugestimmt. Danach wird Kroger alle ausstehenden Stamm- und Vorzugsaktien von Albertsons erwerben.

Barangebot bewertet Albertsons mit 24,6 Mrd. Dollar

Kroger bietet den Albertsons-Aktionären 34,10 US-Dollar (USD) pro Aktie in bar. Dies entspricht einem Gesamtunternehmenswert von etwa 24,6 Milliarden USD. Damit ist der Deal einer der Größten in der US-Einzelhandelsgeschichte. Im Kaufpreis enthalten sind auch die Nettoschulden von Albertsons in Höhe von etwa 4,7 Mrd. USD.

Der Kaufpreis beinhaltet eine Übernahmeprämie von etwa 32,8% auf den unbeeinflussten Schlusskurs der Albertsons-Stammaktien vom 12. Oktober 2022. Bezogen auf den volumengewichteten 30-Tage-Durchschnittskurs der Albertsons-Papiere liegt der Übernahmeaufschlag immerhin noch bei 29,7%.

Ein Bonus um die 30% ist für eine Übernahme in diesen Wirtschaftszweig als gut zu bewerten. Sollten Sie Albertsons-Aktien in Ihrem Depot haben, können Sie sich also über einen sehr soliden Bonus freuen.

Die beteiligten Unternehmen im Kurzporträt

Da beide Einzelhandelsketten nicht in Deutschland vertreten sind, möchte ich Ihnen die Unternehmen kurz vorstellen.

Kroger wurde bereits 1883 von Bernard Kroger, Sohn deutscher Einwanderer, in Cincinati/Ohio gegründet. Das Unternehmen betreibt aktuell 2.800 Lebensmittelmärkte in 35 US-Bundesstaaten.

Neben Kroger-Märkten gehören hierzu auch namhafte Lebensmittel-Ketten wie Ralphs, Dillons and Harris Teeter. Etwa die Hälfte der Läden hat angeschlossene Tankstellen. Darüber hinaus gehören Kroger auch diverse Lebensmittelproduzenten, in denen unterschiedliche Produkte der eigenen Labels hergestellt werden.

Der Konzern beschäftigt 420.000 Mitarbeiter und hat einen Börsenwert von 33,3 Mrd. USD. Im Geschäftsjahr 2022 erwirtschaftete Kroger einen Umsatz von 137,9 Mrd. USD, was eine Umsatzsteigerung von gut 4% gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Der operative Gewinn (EBIT) lag bei 2,71 Mrd. USD.

Der in Boise/Idaho ansässige Lebensmittelhandelskonzern Albertsons betreibt 2.200 Läden in 34 US-Bundesstaaten und Washington DC. Diese firmieren unter den Markennamen Albertsons, Safeway, Acme und Tom Thumb. Albertsons betreibt an seinen Märkten insgesamt 402 Tankstellen.

Albertsons beschäftigt 290.000 Mitarbeiter und hat einen Börsenwert von 15,2 Mrd. USD. Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von 71,9 Mrd. USD, 2,25% mehr als im Vorjahr. Das EBIT belief sich auf 2,56 Mrd. USD.

So reagierten die Börsen

Die Bekanntgabe des Mega-Deals kam bei den Anlegern nicht gut an. Der Kurs der Kroger-Aktie verlor am Freitag -7,32% und auch die Albertsons-Papiere verloren -8,45% an Wert. Dass nach einer Übernahmeankündigung die Kurse beider Unternehmen so deutlich an Wert verlieren, ist ungewöhnlich.

Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass die Börsenstimmung am vergangenen Freitag in den USA sehr negativ war. So verloren die großen US-Börsenindizes deutlich. Darüber hinaus kamen berechtigte Bedenken auf, ob die US-amerikanischen Aufsichtsbehörden den Mega-Deal überhaupt genehmigen werden.

So wird es durch die Fusion der Lebensmittelriesen in einigen US-Regionen zu Monopolsituationen kommen. Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) wird sich den Deal also genau anschauen. Hinzu kommt, dass die Biden-Administration die Kartellaufsicht deutlich verschärft hat.

Wie es weitergeht

Beide Unternehmen gehen davon aus, dass die Transaktion Anfang 2024 abgeschlossen werden kann, vorbehaltlich des Erhalts der erforderlichen behördlichen Genehmigungen und anderer üblicher Abschlussbedingungen.

Nach Abschluss der Transaktion werden die beiden Kroger-Manager Rodney McMullen (Chairman und Chief Executive Officer) und Gary Millerchip (Chief Financial Officer) ihre Posten auch im fusionierten Unternehmen beibehalten.