Microsoft mit starkem Schlussquartal – und vielversprechenden Projekten

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Im vergangenen Quartal übertraf Microsoft die Erwartungen – und auch für die zweite Jahreshälfte stehen vielversprechende Projekte an. (Foto: Volodymyr Kyrylyuk / shutterstock.com)

Die Pandemie zwingt Firmen zu virtuellen Lösungen und Beschäftigte zum hybriden Arbeiten raus aus dem Büro und nicht selten an den heimischen Schreibtisch. Dafür braucht es vielerorts neue Hard- und Software – ein Wandlungsprozess, der auch im zweiten Corona-Jahr noch nicht abgeebbt ist, wie die jüngsten Quartalsberichte der Tech-Giganten verdeutlichen.

Microsoft: Umsatz und Gewinn über den Erwartungen

So konnte auch Computer-Dino Microsoft im abgelaufenen Vierteljahr mit starken Zahlen glänzen. Demnach stieg der Umsatz von April bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf gut 46 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn konnte um satte 47 Prozent gesteigert werden auf 16,5 Milliarden Dollar.

Damit lag der Umsatz 2 Milliarden höher als erwartet: Analysten hatten lediglich mit 44,2 Milliarden Dollar gerechnet. Auch der Gewinn je Aktie lag mit 2,17 Dollar deutlich über den Analystenschätzungen, die im Schnitt von 1,92 Dollar ausgegangen waren.

Cloud- und PC-Sparte weiterhin stark

Besonders stark entwickelte sich einmal mehr das Cloudgeschäft: Die Plattform Azure verbuchte allein ein Umsatzplus von 51 Prozent. Insgesamt legte das Cloudsegment um 30 Prozentpunkte zu auf 17,4 Milliarden Dollar.

Ein Plus von 9 Prozent auf gut 14 Milliarden Dollar erzielte Microsoft in seiner PC-Sparte, zu der unter anderem die Windows-Software, aber auch Hardware-Geräte wie die Xbox gehören. Selbst die unternehmenseigene Suchmaschine Bing profitierte im zurückliegenden Quartal: Die Werbeerlöse legten um 53 Prozent zu.

Microsoft Aktie: Überbewertet oder Luft nach oben?

Trotz der starken Bilanz rutschte die Microsoft Aktie nach Vorlage der Zahlen zunächst ins Minus, fing sich dann aber wieder und notierte zum Handelsschluss am Donnerstag knapp 3 Prozent fester als eine Woche zuvor. Auf Jahressicht hat der Kurs des Papiers inzwischen um satte 40 Prozent zugelegt auf zuletzt mehr als 285 Dollar. Damit bringt es Microsoft mittlerweile auf eine Marktkapitalisierung von mehr als 2,1 Billionen US-Dollar.

Einige Beobachter halten die Aktie daher für überbewertet und rechnen mit einer Kurskorrektur, doch es gibt auch Optimisten. So hoben die Analysten der Credit Suisse das Kursziel für die Microsoft Aktie in dieser Woche an von 300 auf 320 Dollar und beließen ihre Einstufung auf „outperform“.

Windows 365 und Windows 11: Spannende Projekte in den Startlöchern

Das zweite Kalenderquartal bildete zugleich das Schlussquartal im Geschäftsjahr von Microsoft, das jeweils Ende Juni ausläuft. Für die zweite Jahreshälfte hat das Unternehmen gleich mehrere Projekte in der Pipeline: Bereits im August soll mit „Windows 365“ ein neues Cloud-System auf den Markt kommen, das sich jedoch nicht an Privatpersonen richtet, sondern Firmen und Schulen beim virtuellen Arbeiten unterstützen soll.

Die gesamte Infrastruktur wird auf Serversysteme bei Microsoft ausgelagert, Programme und Dokumente zentral gespeichert, sodass Schüler, Lehrer oder Mitarbeiter von jedem PC aus darauf zugreifen können – ob der nun zuhause steht, im Büro, in der Bibliothek oder anderswo. Im Vergleich zu bisher bestehenden Cloud-Systemen soll Windows 365 für die Anwender deutlich leichter zu handhaben sein und bietet damit das Potenzial auch jene Kunden anzusprechen, die nicht über eine eigene Abteilung mit IT-Experten verfügen.

Die zweite große Neuerung, die noch im laufenden Jahr auf der Agenda steht, ist die Neuauflage des Betriebssystems mit der Version Windows 11.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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