Minus 30 Prozent: Short-Attacke auf Apple im Anmarsch?

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Die Analysten von New Street stellen sich damit komplett gegen die Konkurrenz. Bei der letzten Bewertung hatten von 42 Analysten nur einer ein bärische Variante als Ziel. (Foto: pio3 / shutterstock.com)

Apple ist 30 Prozent zu teuer! Das behauptet das Research-Haus New Street. Demnach rechnen die Analysten dort mit einem abflachenden Boom. Das vergangene Jahr lief sehr gut für Apple. Jetzt soll aber das Echo folgen. Die Aktie müsste demnach anstatt im Bereich um 125 US-Dollar eher bei 90 US-Dollar notieren. Mutige Aussagen, denn bei Apple haben sich schon einige Prominente die Finger verbrannt, wenn es um Ziele auf der Unterseite ging.

Was sind genau die Argumente von New Street? Nur, weil Apple 2020 viele iPhones verkaufen konnte, muss dieses Jahr nicht schlechter laufen. Apple konnte immer wieder noch eine Schippe drauflegen. Das lief in den letzten Jahren immer so. Sonst wären wir jetzt nicht bei einer Bewertung von 2 Billionen US-Dollar. Vor 10 Jahren waren es übrigens noch 321 Milliarden US-Dollar.

Es wird gelockert. Die Leute geben wieder Geld für Erlebnisse aus und nicht nur für Elektronik, die sie eingesperrt zu Hause benutzen können. Deshalb soll das neue iPhone, bei dem es sich vermutlich um eine Art leicht verbessertes 12S handeln wird, die Leute nicht hinter dem Ofen herlocken. So zumindest die Theorie von New Street.

Apple mit deutlich weniger verkaufen Telefonen?

Wenn diese Annahme stimmt, soll laut dem Research-Bericht auch weniger verschifft werden. Anstatt der geschätzten 234 Millionen iPhones, könnten nur etwa 180 bis 200 Millionen auf den Weg gebracht werden. Das alleine wäre schon ein kleiner Dämpfer, was die Umsätze anginge.

Offenbar sinkt wohl auch die Nachfrage nach neuen Modellen, weil die aktuellen Versionen inzwischen länger attraktiv sind. Der Zyklus, wie lange ein iPhone-User ein Gerät besitzt, wächst demzufolge und auch deshalb werden nicht mehr so viele neue Smartphone gekauft.

Apple im Wochenchart

Der Chart gibt dem Analyse-Haus Recht. Wobei so richtig abwärts rutschen wir ja auch noch nicht. Apple hat im Wochenchart ein tieferes Hoch gemacht. Doch es gibt noch Hoffnung in Form einer Aufwärtstrendlinie. Solange diese hält, müssen wir uns keine Sorgen um einen Abverkauf bei Apple machen.

Kritisch wäre es jetzt, wenn Apple nachhaltig unter die grüne Linie fallen würde und auch noch ein tieferes Tief ausbildet. In dem Fall reden wir von Kursen unter 115 US-Dollar. Dann wären wir nämlich offiziell in einem Abwärtstrend und dann sind Notierungen um die 90 US-Dollar auch nicht mehr ganz abwegig. Allerdings müsste bis dahin durchaus eine gewaltige Summe aus Apple-Aktien fließen.

Es ist aber nicht unmöglich. Die Kurse sind bereits vom Allzeithoch bei 145 US-Dollar auf unter 120 US-Dollar gefallen. Das waren 25 US-Dollar Differenz. Wenn wir die jetzt noch einmal abziehen, landen wir aktuell bei 100 US-Dollar. Sollte dann auch wirklich noch diese runde Zahl brechen, sind 90 US-Dollar natürlich realistisch. Auf dem Weg dahin gibt es aber reichlich Hürden. Insofern ist die Ansage mit dem zweistelligen Ziel durchaus gewagt.

New Street stellt sich damit komplett gegen die Konkurrenz. Bei der letzten Bewertung hatten von 42 Analysten nur einer eine bärische Variante als Ziel. Insgesamt hatten 32 Analysen höhere Werte im Visier. Das durchschnittliche Ziel der Analysten liegt übrigens derzeit bei rund 157 US-Dollar für Apple. Fast eine ähnliche Distanz zu den momentanen Kursen wie die 90 US-Dollar.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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