Siegeszug von Netflix hält an

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Der Streaming-Dienst-Anbieter Netflix erzielte Jahr auf Jahr herausragende Wachstumsraten und hat durch die Corona-Pandemie einen weiteren Anschub bekommen. (Foto: Kaspars Grinvalds / shutterstock.com)

Die Medienbranche war schon immer erheblichen Veränderungen unterworfen, die das Verhalten der Gesellschaft spiegelte. Nach dem Buchdruck, dem Radio und dem Fernsehen sorgte zuletzt die Nutzung des Internets zu einem veränderten Verbraucherverhalten. Das klassische Fernsehen war nicht mehr angesagt, war zu unflexibel und passte nicht mehr zu dem propagierten Individualismus, den jüngere Generationen zu prägen versuchten.

So gab es für den Siegeszug von Netflix ehemals eine Videothek aus den USA, keinen Halt mehr. Der Streaming-Dienst-Anbieter erzielte Jahr auf Jahr herausragende Wachstumsraten. Auch zuletzt konnten wieder neue Rekorde gemeldet werden. Im Jahr 2020 überschritt die Zahl der monatlich zahlenden Abonnenten erstmals die Marke von 200 Mio. Nutzer. Dabei konnte ein Umsatzplus von 24% auf rund 25 Mrd. $ erzielt werden. Unterm Strich ist ein Gewinnsprung von 47,9% auf rund 2,8 Mrd. $ gelungen.

Besonders erfolgreich waren die spanischen Hit-Serien Haus des Geldes und Elite. Netflix sichert sich mit seinen Eigenproduktionen ein Alleinstellungsmerkmal und baut gleichzeitig eine hohe Kundenbindung auf.

Totgesagte leben länger

Doch ganz ohne die klassischen Fernsehkonzerne geht es auch nicht. Die ProSiebenSat.1 Media SE und die RTL Group haben kräftig in den Ausbau ihrer digitalen Inhalte investiert und profitieren von einem gefestigten Sockelumsatz aus dem TV-Geschäft. Beide Konzerne sind durch die Erfolge der Streaming-Anbieter unter Druck geraten und mussten sich strukturell verändern. Dieser Veränderungsprozess verläuft zunehmend positiv. ProSieben hat zwar für die ersten 9 Monate kein Wachstum erzielt, dafür konnten die Erwartungen für 2020 geschlagen werden.

Bei RTL läuft es sogar noch besser. Die eigene Streaming- Plattform TVNOW läuft nach den ersten Startschwierigkeiten endlich besser und erzielte ein Wachstum von 24%. Zudem schafft es RTL, seine Zuschauer mit kostengünstigen TV-Produktionen wie dem “Ich bin ein Star – holt mich hier raus” oder “Der Bachelor” vor die heimischen Fernseher zu locken. RTL ist günstig bewertet, zahlt eine hohe Dividende und wird künftig wieder stärker wachsen. Hervorzuheben ist auch das Kinderprogramm von SuperRTL, ein Gemeinschaftsunternehmen mit Walt Disney.

Internetkonzerne sind nicht zu stoppen

Kaum aufzuhalten sind die großen Internetkonzerne wie Alphabet, Facebook oder Tencent. Wirtschaftlich haben sich diese Konzerne so weit von der Konkurrenz abgehoben, dass ein Scheitern praktisch nicht mehr möglich ist. Die größte Gefahr besteht hier in der politischen Einflussnahme. Aufgrund erheblicher Datenschutzverletzungen und der dominierenden Marktstellung sind die Internetkonzerne regelmäßig in der Kritik.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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