Oracle: Datenbank-Riese Dank Cloud-Boom weiter auf Wachstumskurs

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Zahlen hui, Prognose pfui: SAP-Rivale Oracle sorgt mit verhaltener Jahresprognose für schlechte Stimmung bei den Anlegern (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Mit einem deutliche Rücksetzer hat die Aktie des Datenbankspezialisten Oracle auf die Vorlage der Geschäftszahlen reagiert. Direkt nach Veröffentlichung der Zahlen sackten die Papiere um mehr als 5% in den Keller. Dabei war das Zahlenwerk auf den ersten Blick gar nicht mal schlecht. Die starke Nachfrage nach Cloud-Anwendungen hat die Geschäfte nämlich kräftig beflügelt. Doch offenbar hatten sich die Anleger von der Prognose für den weiteren Geschäftsverlauf mehr erhofft.

Oracle im Portrait

Oracle gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Soft- und Hardwareprodukten. Das Unternehmen entwickelt, produziert, vermarktet und vertreibt Datenbank- und Middleware-Softwarelösungen, Applikationssoftware und Computerhardware wie Server und Speichersysteme.

Zu den Kunden des Unternehmens gehören sowohl Privat- als auch Geschäftskunden. Für kleinere und größere Unternehmen, Regierungsorganisationen oder Behörden bietet Oracle umfassende Pakete sowie ergänzende Services und entwickelt in enger Abstimmung mit den unterschiedlichen Kunden individuelle Lösungskonzepte. Auch Privatkunden können sich aus dem Produktportfolio für ihre Zwecke geeignete Software und Hardware zusammenstelle.

Gewinn steigt deutlich stärker als der Umsatz

Nun aber zu den aktuellen Geschäftszahlen: Oracle konnte seine Umsätze im Ende Mai abgelaufenen vierten Quartal um 8% auf 11,2 Milliarden Dollar steigern. Damit wurden die Schätzungen der Analysten in den Banken um 190 Millionen Dollar übertroffen.

Während die Einnahmen aus den Cloud-Services und dem Lizenz-Support um 8% auf 7,4 Milliarden Dollar anstiegen, verbesserten sich die Umsätze aus Cloud- und On-Premise-Lizenzen um 9% auf 2,1 Milliarden Dollar.

Gleichzeitig erhöhte sich der Gewinn deutlich stärker. Unter dem Strich blieb im zurückliegenden Quartal ein Nettogewinn von 4 Milliarden Dollar hängen. Das entspricht einem Plus von 29% zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie (verwässert) verbesserte sich sogar um 39% auf 1,37 Dollar und lag damit 32 Cent über den Erwartungen der Analysten.

Sondereffekte sorgen für Verzerrung

Allerdings müssen Anleger bei der Analyse der Zahlen auch einige Sondereffekte im Hinterkopf behalten: Zum einen gab es ordentlichen Rückenwind von der Währungsseite. Hier profitierte der SAP-Rivale von einem schwachen Dollar. Ohne diesen Effekt halbiert sich das Umsatzwachstum auf nur noch 4%.

Zum anderen wurde auch das Gewinnwachstum von Sonderfaktoren beeinflusst. Im vergangenen Quartal konnte Oracle einen deutlich geringeren Steueraufwand verbuchen.

Ausblick sorgt für enttäuschte Gesichter

Auch wenn die jüngste Geschäftsentwicklung die Erwartungen schlagen konnte, die Prognose sorgte für vorübergehend schlechte Laune bei den Anlegern. Im laufenden Quartal soll das Umsatzwachstum bei drei bis fünf Prozent liegen. Im Gesamtjahr peilt Oracle-Chef Safra Catz dann ein Plus von 3,6% an. Zeitgleich kündigte der Konzern eine Investitionsoffensive an. Unter dem Strich sollen die Ausgaben auf beinahe 4 Milliarden Dollar verdoppelt werden.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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