PayPal: Der Datenschatz wird immer wertvoller

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Der Zahlungsabwickler PayPal wächst rasant und dringt in neue Geschäftsbereiche vor. (Foto: BigTunaOnline / Shutterstock.com)

Die PayPal-Aktie hat sich als Gewinner der Corona-Pandemie in diesem Jahr prächtig entwickelt. Neben guten Zahlen erfreut der Bezahlsystem-Spezialist seine Anleger auch mit dem Einstieg in neue Wachstumsmärkte.

Starkes 3. Quartal

Mit den Ergebnissen für das 3. Quartal konnte PayPal einmal mehr überzeugen: Der Umsatz kletterte um +25% auf 5,46 Mrd. US-Dollar und lag über der Prognose von 5,40 Mrd. US-Dollar. Den Gewinn konnte das Unternehmen sogar verdoppeln und erstmals in der Unternehmensgeschichte in einem Quartal die 1 Mrd.-US-Dollar-Marke übertreffen. Dabei übertraf der Gewinn pro Aktie von 1,07 US-Dollar die Analystenprognose von 0,94 US-Dollar pro Aktie recht deutlich.

Außerdem konnte PayPal über 15 Mio. neue Nutzer im 3. Quartal hinzu gewinnen und hob seine Jahresprognose leicht an. Besser geht es kaum.

Einstieg in den Bitcoin-Handel

Seit Sommer gab es das Gerücht, dass PayPal den Einstieg in den Handel mit Kryptowährungen plane. Vor einigen Wochen hat es PayPal nun bestätigt. Damit dringt der Finanzgigant in ein weiteres Wachstumsfeld vor, das bislang vor allem von kleineren Anbietern abgedeckt wurde.

QR-Zahlungen als Türöffner für den Einstieg in den stationären Handel

Ein weiteres hochinteressantes neues Geschäftsfeld sind für PayPal die sogenannten QR-Zahlungen. Dabei wird mit dem Handy ein QR-Code an der Kasse im Supermarkt gescannt und die Zahlung mit der App der PayPal-Tochter Venmo automatisch getätigt. Bequemer geht es nicht und für Sicherheit sorgt beispielsweise die Fingerabdruck-Erkennung des Handys.

Diese Zahlungsmethode erfreut sich in Asien, speziell in China, bereits großer Beliebtheit und wird von den Bezahlsystem-Töchtern von Alibaba und Tencent dominiert. In Europa und den USA fehlt es beiden an Marktmacht. Hier dominiert PayPal das Geschehen. Die QR-Zahlungen bieten dem US-Giganten die Chance, seine Dominanz bei Internet-Bezahlungen nun auch in den stationären Handel auszuweiten.

PayPal wertet seinen lukrativen Datenschatz immer weiter auf

PayPal verdient dabei nicht nur an Gebühren, die von den Händlern erhoben werden. Weitaus lukrativer sind die Daten über das individuelle Konsumverhalten der Nutzer, die PayPal dadurch erhält. Daten sind bekanntlich das Öl des 21. Jahrhunderts.

Je mehr Daten aus unterschiedlichen Bereichen PayPal sammelt, desto wertvoller werden diese für Werbe- und Kooperationspartner sowie für eigene Töchter.

Ende 2019 hat PayPal beispielsweise die Rabattkupon-Plattform Honey übernommen und inzwischen sehr erfolgreich in sein Finanzimperium integriert. Seit der Übernahme hat es PayPal geschafft, sowohl die Nutzerzahl von Honey als auch die Cross-Selling-Aktivitäten mit seiner Tochter kräftig zu steigern.

Aus dem Blickwinkel des Datenschutzes mag es zwar zweifelhaft sein, wenn ein einziges Unternehmen über derart viele Daten zum Konsum- und Bezahlverhalten von Verbrauchern verfügt. Aber aus Aktionärssicht sind diese Daten für PayPal Gold wert.

Daher traue ich dem Wert noch viel zu, auch wenn die Aktie natürlich längst kein Schnäppchen mehr ist.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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