Peloton-Aktie sendet wieder ein Lebenszeichen

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Die Peloton-Aktie meldet sich mit einem deutlichen Kurssprung zurück: Der Anbieter von Fitnessbikes will 400 Millionen Dollar in Fertigungsstätte in den USA investieren. (Foto: BobNoah / shutterstock.com)

Es gibt zahlreiche Firmen, die von den vorübergehenden Lock Down Maßnahmen profitieren konnten. Neben Streaming-Firmen, Spieleherstellern oder Anbietern von Videokonferenzsystemen gehörte auch Peloton mit seinen Fitnessfahrrädern zu den Krisengewinnern. In Zeiten geschlossener Fitnessstudios erfreuten sich die hochpreisigen Sportgeräte für Zu Hause steigender Beliebtheit.

Der Konzern selbst geht nicht davon aus, dass es sich hierbei um eine Eintagsfliege handelt. Gerade hat der Konzern den Bau der ersten Fabrik in den USA bekanntgegeben. Den Anlegern scheint es zu gefallen. Zuletzt erholte sich der Kurs wieder deutlich, nachdem er von 160 auf 82 Dollar abgerutscht war. Vor allem eine teure Rückrufaktion drückte in den letzten Wochen auf die Stimmung.

Peloton im Portrait

Das Unternehmen wurde 2012 in New York gegründet. Nachdem der Firmengründer John Foley keine anfangs keine Investoren für sein Geschäftsmodell begeistern konnte, hat er Peloton zunächst über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter und Privatinvestoren finanziert. Das erste Fitnessgerät kam 2014 auf den Markt. Das erfolgreichste Produkte ist ein hochwertiges Spinning-Bike, das für über 2.000 Euro verkauft wird. Dazu benötigen Nutzer eine monatliche Mitgliedschaft, um Zugriff auf die Kurse zu bekommen. In den letzten Jahren hat Peloton sein Sortiment um ein Laufband und eine standalone App erweitert.

Aus Studios in New York und London werden täglich zahlreiche Fitness-Kurse live ausgestrahlt, zu denen man sich anmelden kann und bei denen man auch individuell angesprochen und motiviert wird. Wem das Live-Angebot zeitlich nicht passt, der kann sich aus einer Auswahl von mittlerweile über 10.000 Trainingseinheiten in der Mediathek bedienen.

Weiter hohe Wachstumsdynamik

Auch im abgelaufenen Quartal (Januar bis März 2021) hielt die hohe Geschäftsdynamik unverändert an: Der Umsatz kletterte um 140% auf 1,26 Milliarden Dollar. Das Quartal endete mit einem Anstieg der Connected-Fitness-Abonnements um 135% auf 2,08 Millionen und bezahlte Digital-Abonnements wuchsen um 404% auf 891.000 – die Gesamtzahl der Mitglieder stieg auf 5,4 Millionen. Nach einem Verlust von 55,6 Millionen Dollar im vergleichbaren Vorjahresquartal stand nun ein deutlich verringerter Verlust von 8,6 Millionen Dollar in den Büchern.

Rückrufaktion sorgt für Bremsspuren

Zuletzt gab es aber auch negative Nachrichten: Nach dem Tod eines Kindes musste Peloton in den USA ein Laufband-Modell zurückrufen. Insgesamt soll es dutzende Vorfälle gegeben haben, bei denen Kinder verletzt worden sind. Der Verkaufsstopp und die Kosten für die Rückrufaktion werden die Umsätze des Unternehmens um 165 Millionen Dollar reduzieren. Die Markteinführung des 4.295 Dollar teuren Tread+ wird Peloton darüber hinaus wegen der aktuellen Schwierigkeiten verschieben. Ursprünglich hatte das Unternehmen den Verkaufsstart für den 27. Mai vorgesehen.

Ausbau der Fertigungskapazitäten geplant

Unterdessen zeigt sich die Konzernführung langfristig zuversichtlich und hat gerade eine massive Steigerung der Kapazitäten angekündigt. Für 400 Millionen Dollar will der Konzern in Ohio seine erste Fabrik in den USA aus den Boden stampfen. Dort sollen in den kommenden Jahren rund 2.000 Arbeitsplätze entstehen.

In der Ankündigung wurde weiter betont, dass die Produktionsstätte, die in Troy Township, Wood County, errichtet werden soll, hauptsächlich drei Produkte herstellen wird: das Flaggschiff Peloton Bike, Bike+ und Peloton Tread. Damit will Peloton sicherstellen, dass die ambitionierte Wachstumsstrategie des Unternehmens auch umgesetzt werden kann.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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