Peloton: Corona-Boom geht beim Spezialist für Fitness-Bikes in die nächste Runde

Peloton – RED Sundry Photography ado

Der Umsatz von Peloton knackt erstmals die Milliarden-Marke in einem Quartal - und hohe Investitionen in verbesserte Logistik sollen künftig Lieferprobleme lösen. (Foto: Sundry Photography / Adobe Stock)

Es gibt zahlreiche Firmen, die von den vorübergehenden Lock Down Maßnahmen profitieren konnten. Neben Streaming-Firmen, Spieleherstellern oder Anbietern von Videokonferenzsystemen gehörte auch Peloton mit seinen Fitnessfahrrädern zu den klaren Krisengewinnern. In Zeiten geschlossener Fitnessstudios erfreuten sich die hochpreisigen Sportgeräte für Zu Hause steigender Beliebtheit.

Das machen die gerade präsentierten Geschäftszahlen einmal mehr deutlich. Im Schlussquartal konnte der US-Konzern erstmals die magische Marke von 1 Milliarde Dollar beim Umsatz knacken. Die Anleger freut es. Sie trieben den Kurs direkt nach der Meldung deutlich nach oben. Inzwischen liegt der Börsenwert des Shooting Stars bei über 40 Milliarden Dollar.

Peloton im Portrait

Das Unternehmen wurde 2012 in New York gegründet. Nachdem der Firmengründer John Foley keine anfangs keine Investoren für sein Geschäftsmodell begeistern konnte, hat er Peloton zunächst über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter und Privatinvestoren finanziert. Das erste Fitnessgerät kam 2014 auf den Markt. Das erfolgreichste Produkte ist ein hochwertiges Spinning-Bike, das für über 2.000 Euro verkauft wird. Dazu benötigen Nutzer eine monatliche Mitgliedschaft, um Zugriff auf die Kurse zu bekommen. In den letzten Jahren hat Peloton sein Sortiment um ein Laufband und eine standalone App erweitert.

Aus Studios in New York und London werden täglich zahlreiche Fitness-Kurse live ausgestrahlt, zu denen man sich anmelden kann und bei denen man auch individuell angesprochen und motiviert wird. Wem das Live-Angebot zeitlich nicht passt, der kann sich aus einer Auswahl von mittlerweile über 10.000 Trainingseinheiten in der Mediathek bedienen.

Corona-Krise sorgt für Nachfrageboom

Wie stark der Konzern weiterhin von den Lock-Down-Beschränkungen profitiert, zeigt ein Blick in das aktuelle Zahlenwerk: Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres, das bei Peloton am 31. Dezember zu Ende ging, betrug der Gesamtumsatz 1,06 Milliarden Dollar. Das entspricht einem imposanten Zuwachs von 128% zum vergleichbaren Vorjahresquartal. Den Großteil des Geschäfts machte Peloton mit dem Verkauf seiner Fitnessbikes und Laufbänder – gut 870 Millionen Dollar. Knapp 195 Millionen Dollar kamen aus dem Abo-Geschäft.

Insgesamt zählte Peloton 1,67 Millionen angeschlossene Fitness-Abonnements (Nutzer, die für Kurse auf Peloton-Geräten bezahlen), was einem Wachstum von 134% gleichkommt.

Peloton erwirtschaftete dabei einen Gewinn von 64 Millionen Dollar, nachdem es im ersten Quartal des vergangenen Jahres noch einen Verlust von 55 Millionen Dollar verzeichnet hatte.

Kunden bleiben Peloton treu

Nutzer, die Kurse auf Smartphones und anderen Geräten abonnieren – stiegen um 472% auf etwa 625.000. Das Unternehmen gibt an, dass es nun mehr als 4,4 Millionen Nutzer hat. Die Abwanderungsrate von Peloton ist weiterhin erstaunlich niedrig und liegt bei unter 1 Prozent.

Hohe Investitionen belasten vorübergehend das Ergebnis

Auch im laufenden Geschäftsjahr will Peloton weiter massiv wachsen. Der US-Konzern hat gerade seine Umsatzprognose von 3,9 auf 4,08 Milliarden Dollar nach oben geschraubt. Allerdings dürfte der Gewinn von hohen Investitionen in eine Verbesserung der Logistik belastet werden. Allein in den nächsten sechs Monaten plant Peloton zusätzliche Ausgaben von mehr als 100 Millionen Dollar, um die bestehenden Lieferschwierigkeiten zu beheben. Kurzfristig dürfte das zwar auf das Ergebnis drücken, langfristig aber vor allem die Kundenzufriedenheit (geringere Wartezeiten) deutlich erhöhen und den Umsatz weiter beflügeln.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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