Pinterest: Soziales Netzwerk klarer Profiteur der Pandemie

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Die Aktie des Bilderdienstes Pinterest setzt ihren Höhenflug fort - der Börsenwert kratzt bereits an 35 Milliarden Dollar-Marke. (Foto: Happy Zoe / shutterstock.com)

Die Aktie der Fotoplattform Pinterest ging zuletzt regelrecht durch die Decke. Auf Zwölfmonatssicht haben sich die Papiere mehr als verdreifacht, seit der Corona-Kursdelle im März sogar mehr als versechsfacht. Nach der rasanten Kursrally ist der Börsenwert des US-Bilderdienstes auf 35 Milliarden Dollar nach oben geklettert.

Ob diese Bewegung nachhaltig ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Klar ist, dass der Konzern zu den klaren Gewinnern der Pandemie gehört. Kräftig steigende Nutzerzahlen und eine deutlich angefachte Nachfrage bei den Werbekunden zeigen, dass die Monetarisierung des Geschäftsmodells langsam an Form gewinnt. Ein Blick auf die Aktie könnte sich für die Zukunft allemal lohnen.

Pinterest im Portrait

Pinterest ist ein sozialer Internetdienst im Bereich Foto-Hosting. Über die Plattform (online oder App) können Benutzer Bilder hochladen, diese in Kategorien und bestimmte Themen einteilen und mit anderen Benutzern teilen. Auf diese Weise haben User die Möglichkeit, Interessantes, Inspirierendes oder Nützliches auf ihrer virtuellen Pinnwand zu speichern und mit Kommentaren zu versehen oder auf Pinnwänden anderer Nutzer zu entdecken.

Derzeit nutzen weltweit über 440 Millionen Menschen monatlich Pinterest, um in über 175 Milliarden Inhalten aus diversen Themengebieten wie Kochen, Reisen, Hochzeit, Feste, Mode, Inneneinrichtung, Garten, Sport u.v.a. zu suchen.

Beeindruckendes Wachstum bei den Nutzerzahlen

Pinterest ist im Jahr 2010 als Ideenkatalog gestartet und konnte innerhalb kürzester Zeit Rekordnutzerzahlen vermelden. Bereits in 2012 zählte das Unternehmen 30 Millionen Nutzer. Im zurückliegenden Quartal (Q3 2020) waren es dann bereits 442 Millionen Nutzer und damit 37% mehr als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Dabei verfügt der Konzern über eine beachtliche weltweite Verbreitung. Mit 98 Millionen monatlichen Nutzern stammen nur 22,1% aus den USA.

Pinterest als Corona-Profiteur – Internationale Umsätze ziehen kräftig an

Im dritten Quartal konnte Pinterest besser abschneiden als erwartet: Der Umsatz schoss förmlich um 58% auf 443 Millionen Dollar in die Höhe. Obwohl nur gut ein Fünftel der Nutzer aus den USA stammen, war der Heimatmarkt für 84% der Umsätze respektive 374 Millionen Dollar verantwortlich. Stärkeres Wachstum zeigte allerdings das internationale Geschäft, das ein Umsatzplus von 145% auf 69 Millionen Dollar erreichte (vs. USA +49%).

Monetarisierung beginnt langsam zu greifen…

Einen gewaltigen Sprung machte Pinterest beim bereinigten Gewinn (EBITDA). Standen hier im Vorjahresquartal nur 3,8 Millionen Dollar in den Büchern, waren es im dritten Quartal immerhin 93,0 Millionen Dollar.

Die deutlich höhere Profitabilität macht sich auch im durchschnittlichen Umsatz pro Kunde (ARPU) bemerkbar, der sich deutlich verbesserte: In den USA erzielte der Bilderdienst einen Umsatz pro Kunde von 1,03 Dollar (+15% zum Vorjahr), international zogen die Umsätze pro Kunde sogar um 66% auf 0,21 Dollar an. So erfreulich die Verbesserung ist, von den Erträgen des großen Netzwerkriesen Facebook (in Q4 ARPU 10,14 Dollar) ist Pinterest noch Lichtjahre entfernt.

….aber weiter viel Raum für Verbesserung

Fest steht: Immer mehr Werbetreibende können sich für das eher alternative soziale Netzwerk Pinterest begeistern konnten. Allein in Deutschland wurde im vergangenen Jahr die Anzahl der Werbekunden verdoppelt. Auch Werberiesen wie Ikea, BMW, Otto und Dr. Ötker setzen auf das Netzwerk.

Damit diese Entwicklung anhält, investiert Pinterest kräftig in die Weiterentwicklung der Plattform. So soll künftig sowohl das Einkaufserlebnis für die Kunden als auch das Anbieten von Produkten für Händler deutlich verbessert werden. Zudem sollen die Trainingsprogramme auf der Plattform erweitert werden, damit die Inhalte durch die Nutzer noch professioneller dargestellt werden. Zwei wichtige Maßnahmen, mit denen die Attraktivität des Bilderdienstes weiter beflügelt werden könnte.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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