Recycling-Firma Befesa streckt mit Großakquisition Fühler in die USA aus

Wall Street – shutterstock_267083465 Matej Kastelic

Befesa: Recycling-Spezialist peilt 450 Millionen Dollar schweren Zukauf in den USA an. Mega-Deal schafft neuen Weltmarktführer im Bereich Stahlstaubrecycling. Anleger zeigen sich von der Übernahme begeistert (Foto: Matej Kastelic / Shutterstock.com)

Der Recycling-Spezialist Befesa will mit der Übernahme der US-Firma American Zinc Recycling Corp. auf die Überholspur wechseln. Die Intention des millionenschweren Deals liegt auf der Hand: Befesa will seine Aktivitäten auf die USA ausdehnen. Bislang war das Unternehmen nämlich „nur“ in Europa und Asien tätig.

Den Aktionären gefällt es. Die Papiere von Befesa notierten mit einem Kursplus von über 7% deutlich fester und bauen damit ihre gute Performance weiter aus. Seit dem Jahreswechsel kletterte die Aktie um mehr als 20% nach oben, auf Sicht der letzten 12 Monate können sich Aktionäre sogar beinahe über eine Verdopplung ihres eingesetzten Kapitals freuen.

Befesa- der Recyclingspezialist

Bevor wir auf die Einzelheiten der Großübernahme kommen, möchte ich Ihnen den SDAX-Konzern Befesa erst einmal näher vorstellen. Obwohl das Unternehmen einen Börsenwert von rund 2 Milliarden Euro hat, dürften hierzulande nicht alle Anleger mit dem Geschäftsmodell vertraut sein: Befesa ist ein Unternehmen mit deutsch-spanischen Wurzeln und ist im Bereich Recycling von Stahlstaub, Aluminiumsalzschlacke und in der Aluminiumherstellung aus Aluminiumschrott aktiv. Der 1993 gegründete Konzern reduziert durch die Verwertung von gefährlichen Rest- und Wertstoffen den Verbrauch von natürlichen Ressourcen in der Metallindustrie.

Daneben werden logistische und andere zugehörige Industriedienstleistungen zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen teilt seine Geschäftstätigkeit in die zwei Bereiche Steel Dust Recycling Services und Aluminium Salt Slags Recycling Services auf.

Befesa legt für Markteintritt in den USA 450 Millionen Dollar auf den Tisch

Bislang war der Konzern nur in Europa und Asien aktiv, das soll sich künftig ändern. Hierfür nimmt Befesa 450 Millionen Euro in die Hand und will die US-Firma American Zinc Recycling Corp. schlucken. Mit dem Zukauft steigt Befesa zu einem Weltmarktführer im Bereich Stahlstaubrecycling auf. Nach dem Zusammenschluss erhöht sich die Kapazität erhöht sich laut Firmenangaben um rund 40 % auf 1,7 Millionen Tonnen. Das Management rechnet mit dem Abschluss der Akquisition im dritten Quartal.

Großer Schluck aus der Pulle

Finanziert werden soll der Deal mit der Ausgabe von 5,9 Millionen neuen Aktien. Darüber hinaus will sich Befesa über eine Krediterweiterung nochmals 90 Millionen Euro beschaffen. Laut der Firmenpräsentation zur Übernahme liegt der Kaufpreis bei dem 8,3-Fachen des operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und soll sich für Befesa schnell bezahlt machen.

Zwar fallen einmalige Integrationskosten von 10 bis 15 Millionen Euro an, aber die EBITDA-Rendite soll nach dem Zusammenschluss deutlich ansteigen. Unter dem Strich soll die Marge auf Grund von Synergieeffekten und der besseren Marktstellung um 4 Prozentpunkte auf 27% nach oben klettern. Damit läge das bereinigte Vorsteuerergebnis beider Firmen in 2021 bei 240 Millionen Euro.

Option auf Zinkraffineriegeschäft

Neben der Übernahme des Recycling-Geschäfts erwirbt Befesa auch eine Minderheitsbeteiligung (6,9%) am Zinkraffineriegeschäft. Die vollständige Übernahme der restlichen 93,1% des Geschäfts ist an die Erreichung bestimmter Meilensteine bis 2023 gekoppelt. Sofern alle Meilensteine erreicht werden, könnten nochmals bis 164 Millionen Euro in bar oder Befesa-Aktien fällig werden.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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