Quo vadis Tesla?

Tesla Model X RED – shutterstock_759593449 Hadrian

Zuletzt ist die Euphorie um Tesla wieder etwas abgeklungen. Die Aktie bleibt eine Glaubensfrage. (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Kaum ein Unternehmen polarisiert die Anleger so wie der Tesla-Konzern. Auf der einen Seite gibt es die Anleger, die – vor allem nach den Kursrückgängen der vergangenen Wochen – der Aktie ein fulminantes Comeback prophezeien. Auf der anderen Seite existieren die Stimmen, die einen weiteren – noch dramatischeren Kursrutsch vorhersagen. Ich möchte für Sie heute einmal das Unternehmen näher betrachten.

Unternehmensportrait

Der amerikanische Konzern dürfte – nicht zuletzt wegen des Aufbaus eines Werkes in Brandenburg – hinlänglich bekannt sein. Tesla entwickelt, baut und vertreibt Elektrofahrzeuge.

Und dies mit zunehmendem Erfolg. So wurde im vergangenen Jahr ein Umsatz von 31,54 Mrd. US-Dollar erzielt, der in diesem Jahr sogar auf 48,10 Mrd. US-Dollar wachsen soll. Noch eindrucksvoller fällt die Entwicklung des Betriebsergebnisses aus: Nachdem im Jahr 2019 noch ein Minus angefallen war, kletterte der Gewinn im Jahr 2020 auf 4,5 Mrd. US-Dollar und soll in diesem Jahr auf 6,89 Mrd. US-Dollar ansteigen.

Sehr hoher Börsenwert

Alleine von diesen Fakten her wären deutliche Kurszuwächse gerechtfertigt. Auf der anderen Seite steht dem der bereits sehr hohe Börsenwert entgegen. Dieser liegt inzwischen bei rund 600 Mrd. US-Dollar und damit etwa so hoch wie Toyota, VW, Daimler, General Motors, BMW und Ford zusammen.

Umso beeindruckender fällt diese Bewertung aus, wenn man bedenkt, dass Tesla gerade einmal rund 500.000 Fahrzeuge im vergangenen Jahr ausgeliefert hat. Und bei der Gewinnentwicklung gibt es noch zu beachten, dass der Großteil des Gewinns nicht durch den Verkauf von Autos entsteht, sondern vielmehr durch den Verkauf von Emissions-Zertifikaten.

Vision von 3.000 US-Dollar Kursziel

Dennoch gab es zuletzt eine Nachricht, die aufhorchen lässt: Die Investmentbankerin Cathie Wood von Ark Invest meldete sich zu Wort und prognostizierte einen Tesla-Aktienkurs von 3000 US-Dollar bis Ende des Jahres 2025. Begründet wird dies damit, dass der Autobauer bis dahin rund zehn Millionen Fahrzeuge verkauft und einen Roboter-Taxi-Service einführt.

Doch auch wenn sich diese optimistischen Ausblicke bewahrheiten, stellt sich die Frage, ob dann eine Marktkapitalisierung von 2,9 Billionen US-Dollar gerechtfertigt ist. Dafür sollte Tesla – nach üblichen Bewertungsmaßstäben – bis zum Jahr 2025 einen Gewinn im dreistelligen Milliardenbereich erwirtschaften. Das dies nicht machbar ist, dürfte jedem klar sein. Allerdings wird Tesla an der Börse auch nicht als klassischer Autowert angesehen, sondern als Technologiewert.

Hinzu kommt: Wie die Ereignisse seit Jahresbeginn – hier sei auf das Papier von GameStop verwiesen – gezeigt haben, spielen Fundamentaldaten mitunter nur noch eine untergeordnete Rolle. Und so wird die Auseinandersetzung zwischen den Tesla-Jüngern und den fundamentalorientierten Anlegern in weitere Runden gehen und für einen weiteren volatilen Handel in der Zukunft sorgen.

Wer sich die Aktie ins Depot legt, sollte sich auf jeden Fall im Klaren darüber sein, dass für den Wert ein enormer Premium-Aufschlag fällig ist.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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