Sell on good news bei Tesla

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Tesla überrascht mit dem höchsten Quartalsgewinn seiner Geschichte. Doch die Anleger nehmen erstmal Gewinne mit. (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Mit Spannung wird in diesen Tagen auf die Quartalsergebnisse der Technologiewerte geschaut. Die Erwartungen sind sehr hoch – dennoch können Überraschungen gelingen, wie die Zahlen von Tesla, die zum Wochenauftakt präsentiert wurden, belegen.

Höchster Quartalsgewinn in der Unternehmensgeschichte

Auch hier waren die Erwartungen hoch, nachdem bereits zu Monatsbeginn erste Kennziffern veröffentlicht wurden. Doch diese Erwartungen konnten erneut übertroffen werden. Der US-Elektroautobauer vermeldete seinen bislang höchsten Quartalsgewinn in seiner Geschichte. In den ersten 3 Monaten des Jahres wurden unterm Strich 438 Mio. US- Dollar verdient. Eindrucksvoll, wenn man sich im Vergleich die letzten Zahlen anschaut: Im Jahr zuvor betrug dieser Wert nämlich gerade einmal 16 Mio. US-Dollar.

Mit diesem Ergebnis wurde das siebte Vierteljahr mit schwarzen Zahlen in Folge geschaffen. Allerdings kommt das Plus nicht durch den Verkauf der Automobile, sondern einmal mehr durch den Handel mit Abgaszertifikaten, die andere Autobauer benötigen, um ihre Emissionsbilanz aufzubessern. Mit diesem Geschäftszweig wurden im ersten Quartal 518 Mio. US-Dollar umgesetzt. Auch eine Investition in Bitcoins, die im Februar für Gesprächsstoff sorgte, zahlte sich für den Konzern aus. Tesla kaufte für 1,5 Mrd. US-Dollar diese Kryptowährung und veräußerte einen Teil (300 Mio. US-Dollar) im Anschluss. Dabei gab es einen Gewinn von 100 Mio. US-Dollar, der sich jetzt in der Bilanz positiv auswirkte.

Verdopplung der ausgelieferten Fahrzeuge

Im genannten Zeitraum konnten die gesamten Erlöse um 74% auf 10,4 Mrd. US-Dollar gesteigert werden. Bei der Auslieferung von Fahrzeugen gab es eine Verdopplung auf 184.877 E-Autos. Dabei gab es vor allem aus China Rückenwind – auch wenn es aus dem Reich der Mitte zuletzt zu Kundenbeschwerden kam.

Erfreulich ist, dass die Wachstumsziele für das laufende Jahr bestätigt wurden. Trotz zunehmender Konkurrenz in dem Segment der Elektromobilität wird eine Steigerung der weltweiten Auslieferungen um rund 50% angestrebt. Dabei sollen der Bau und Betriebsstart neuer Autofabriken helfen – auch wenn es am künftigen Standort im brandenburgischen Grünheide möglicherweise Verzögerungen gibt. Hier dürfte aber die Produktion im späten Jahresverlauf starten.

Analysten sehen anhaltendes Wachstum

Die Anteilseigner befolgten nach der Veröffentlichung dieses Zahlenwerks offensichtlich die Devise „sell on good news“ und schickten die Anteilsscheine zunächst auf Talfahrt.

Allerdings sollte dabei berücksichtigt werden, dass sich die Aktie in den letzten 52 Wochen um mehr als 400% und auf Sicht der letzten 10 Jahre sogar um 13.600% verbessert hat. Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 700 Mrd. US-Dollar – das ist soviel wie nahezu alle anderen Autohersteller zusammengerechnet – und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 400 in diesem Jahr kann die Aktie ohnehin nicht gerade als „Schnäppchen“ bezeichnet werden.

Auch wenn es aus fundamentaler Sicht wenig Gründe für die hohe Kursnotierung gibt, verweisen zahlreiche Analysten auf die hervorragenden langfristigen Perspektiven des E-Auto-Weltmarktführers. Dabei wurde zwischenzeitlich sogar ein Aktienkurs von rund 4.000 US-Dollar in den nächsten 5 Jahren für Tesla genannt. Da steckt schon eine Menge Optimismus im Kursziel. Man darf also weiter gespannt sein.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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