Wettlauf ins All: Milliardäre erfüllen sich ihre Kindheitsträume

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Musk will es, Bezos plant es – Branson macht es: Der erste Kurztrip ins Weltall gelingt dem Briten 9 Tage früher als dem Amazon-Chef. (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Es ist der Kindheitstraum vieler kleiner Jungs – und wenn sie als Erwachsene genug Geld gemacht haben, können sie ihn verwirklichen: Die Rede ist vom Flug ins All.

Britischer Milliardär Branson gewinnt das Wettrennen

Elon Musk will es, Jeff Bezos will es, doch als erster schaffte es an diesem Wochenende der britische Milliardär Richard Branson. Mit seinem privaten Raumschiff und gemeinsam mit einer fünfköpfigen Crew erfahrener Astronauten ließ er sich aus der Atmosphäre schießen. Der Flug führte Branson mehr als 80 Kilometer über die Erdoberfläche. Einige Experten definieren das zwar noch nicht als Weltall, sie sehen die Grenze bei 100 Kilometern erreicht, doch eine einheitliche Definition gibt es bis heute nicht – und das, was die Faszination für Branson und viele andere Raumschiff-Fans ausmacht, konnte auch so erreicht werden: die Schwerelosigkeit.

Die genoss Branson für einige Minuten, ehe sein Gefährt schon wieder umgekehrte und zur Landung ansetzte. Der Kurztrip ins All gilt als gelungener PR-Coup – immerhin hat Branson damit Amazon-Chef Bezos überholt, der seit längerem seinen eigenen Space-Trip für den 20. Juli bewirbt. Damit hat zumindest ein Brite am Wochenende den ersten Platz belegt, während die englische Nationalmannschaft am selben Tag im Endspiel der Fußball-Europameisterschaft der Herren im Elfmeterschießen den Sieg verschenkte.

Kommerzieller Weltraumtourismus als Milliardengeschäft

An großem Brimborium wird nicht gespart, wenn die reichen Jungs sich medienwirksam ihren Kindheitstraum erfüllen. Doch vor allem für die erfolgsverwöhnten Konzernchefs Bezos und Musk steckt noch weit mehr dahinter: Sie sehen ein potenziell sehr einträgliches neues Geschäft im kommerziellen Weltraumtourismus.

Gut betuchte Passagiere sollen künftig ebenfalls ihre Trips in die Schwerelosigkeit buchen können, rund 700 Interessenten sollen sich bereits auf die Wartelisten gesetzt haben. Der Ticketpreis liegt bei etwa einer Viertelmillion US-Dollar, eine Erhöhung auf eine halbe Million pro Person und Trip erscheint nicht unrealistisch.

Werbewirksame Weltallflüge für Amazon und Tesla?

Letztendlich bleibt es aber eine Spielerei der Superreichen. Werbeevents von Amazon oder Tesla könnten künftig von Weltraumflügen flankiert werden. Inwieweit sich das insbesondere im Fall des Elektroautobauers mit dessen selbst angestrebten Image als Umweltschützer verträgt, sei dahingestellt. Der Knalleffekt ist im Zweifelsfall dann eben doch wichtiger als die Nachhaltigkeit.

Den Wettlauf ins All liefern sich die Milliardäre aus Spaß am Spieltrieb und: weil sie es können. Seit staatliche Raumfahrprogramme zurückgestutzt wurden, drängen die Privatunternehmer auf das Feld. Musk hat mit seinem Spaceshuttle-Unternehmen Space X bereits Versorgungsraketen zur Internationalen Raumstation geschickt. Ein weltumspannendes Satellitensystem soll zur besseren Internetverbreitung auch in entlegenen Regionen der Welt beitragen.

Kann Bezos Branson noch übertrumpfen?

Welchen Gewinn Bezos mit seinem Trip in der kommenden Woche noch ziehen wird, bleibt abzuwarten. Bransons Vorpreschen hat den reichsten Mann der Welt düpiert, der schnellste kann er schon jetzt nicht mehr werden – aber vielleicht der höchste.

Sollte es ihm gelingen, ein paar Kilometer weiter aufzusteigen, könnte auch Bezos in diesem Monat noch seine Weltraum-Schlagzeilen bekommen.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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