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Das Ende von Twitter

Inhaltsverzeichnis

Elon Musk hat den Nachrichtendienst aufgekauft. Jeder, der eine Aktie hielt, bekommt dafür 54,20 US-Dollar. Und damit war es das für Twitter als börsennotiertes Unternehmen. Es gibt keine Kurse mehr. Sie werden keine Charts mehr finden. Das ist jetzt Geschichte und kommt gar nicht so oft vor.

Insofern erleben wir hier das Ende einer AG. Ungewöhnlich und einzigartig zugleich. Doch ganz ist die Idee der Twitter-Aktie noch nicht vom Tisch. Laut Musk kann er sich es vorstellen, das Unternehmen in 3 bis 5 Jahren wieder an die Börse zu bringen. Wir dürfen also gespannt sein.

Gespannt vor allem, wie er den Cashflow neu erfinden will. Weniger Zensur, um mehr Nutzer anzulocken, ist die eine Seite. Aber mehr User alleine wird die Unternehmenszahlen nicht komplett umkrempeln. Vorausgesetzt, dass der Plan überhaupt aufgeht.

Schließlich gibt es genug, die jetzt empört sind, dass Elon Musk mit seinem Geld einfach tut, was er will. Diese Klientel will sich von Twitter abwenden. Ob das wirklich deutlich spürbar sein wird, werden wir sehen.

Als Trump Präsident wurde, wollten auch Millionen von US-Amerikaner auswandern. Solche Ankündigungen sind online einfach nichts wert. Ähnlich erwarte ich das auch von den Empörten auf Twitter. Die Masse wird bleiben. Dann werden einfach noch mehr Leute, die andere Meinungen haben, geblockt. Und schon hat man wieder seine Blase erhalten und kann sich mit Gleichgesinnten gegenseitig bestätigten.

Das hat vorher schon ganz gut funktioniert. Jetzt müssen vielleicht nur mehr Nutzer manuell geblockt werden und dann ist auch für die bestehende Klientel Twitter weiterhin erträglich.

Musk gegen die Roboter

Ob es tatsächlich so kommen wird oder Musk in erster Linie die große Masse an Bots verhindern kann, wird auch interessant. Diese automatisch generierten Antworten, die einen Link kommentieren, der zu Betrugsseiten leitet – auf so etwas kann ich auf Twitter gerne verzichten. Davon gibt es echt eine Menge. Mehr als Meinungen. Gerade, wenn Sie im Finanzbereich unterwegs sind.

Wer zum Beispiel Cryptobörsen wie Coinbase in einem Tweet markiert, erhält sofort Antwort. Allerdings nicht von Coinbase, sondern von Accounts mit Fake-Support, die dann Zugriff auf Ihr Konto möchten – natürlich um Ihnen zu helfen Sie auszurauben.

Und dieses Geschäftsmodell scheint lukrativ zu sein. Sonst gäbe es nicht derart viele automatisch generierte Nachrichten von Robotern. Sie müssen aber nicht einmal selbst etwas tweeten, um in den Genuss zu kommen. Große Twitter-Accounts, also mit vielen Followern, erhalten automatisch auf jeden Tweet zahlreiche Antworten von Bots mit Scam-Links.

Manchmal geht es nur zu einem YouTube-Video, das Leichtgläubige ködern will, die letztlich auch betrogen werden. Oder es werden lukrative Tradingstrategien angeboten, die Sie per PM (private message) erhalten. Auch diese privaten Nachrichten laufen automatisch. Das können Sie gut testen, indem Sie zweimal dieselbe Antwort geben und die „Unterhaltung“ vom Gegenüber einfach fortgesetzt wird. Alles ist programmierbar.

Gewinnspiele auf Twitter sind auch so eine Sache. Gerade bei NFTs. Da werden NFTs verlost, die der Account gar nicht besitzt. Nur um mehr Follower zu bekommen. Und die Masse ist natürlich nichtsahnend genug und fällt darauf rein. Sie jetzt hoffentlich nicht mehr! Warten wir ab, ob Elon auch dort einen Riegel vorschieben kann.