Twitter Aktie sackt nach Geschäftszahlen in den Keller

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Die Twitter-Aktie kämpft nach verhaltener Prognose mit einem heftigem Kursrutsch: Das nachlassendes Nutzerwachstum drückt auf die Stimmung. (Foto: Allmy / Shutterstock.com)

Eigentlich lief es zuletzt recht ordentlich für die Aktionäre des Kurznachrichtendienstes Twitter. Nach einem Kursplus von 74% in 2020 kletterte die Aktie auch in 2021 bis vor den Zahlen um 20% nach oben. Doch das vorgelegte Zahlenwerk stellte die hohen Erwartungen der Anleger offenbar nicht zufrieden, obwohl der Konzern den zweithöchsten Umsatz der Firmengeschichte erreichte. Nach Vorlage der Geschäftsergebnisse sackten die Twitter Papiere rund 15% in den Keller. Dabei war es vor allem die verhaltene Prognose, die den Anlegern den Appetit auf die Aktie verdarb.

Twitter im Portrait

Twitter bietet eine Kommunikationsplattform, die auf digitalen Kurznachrichten basiert. Ursprünglich war jede Mitteilung (Tweet), die über den Dienst veröffentlicht wird, maximal 140 Zeichen lang und sofort für jedermann sichtbar. In die Texte können zudem Bilder und Videos eingebettet werden. Für die Nutzung des Services stehen mittlerweile zahlreiche Apps und Add-ons beispielsweise für Web-Browser zur Verfügung, die die abonnierten Tweets übersichtlich darstellen. Inzwischen wurde die Zeichen-Grenze gelockert und es sind Nachrichten mit bis zu 280 Zeichen möglich.

Besonders während Fernsehausstrahlungen oder anderen Großereignissen werden Tweets als Diskussionsmedium über das aktuelle Geschehen genutzt. Umsatz generiert das Unternehmen durch das Hinzufügen von Anzeigen in Form von Tweets, das Hinweisen auf bestimmte Nutzer (zahlende Kunden) oder das Einblenden von gesponserten Schlagworten in die Top-10 Themenliste.

Umsatz klettert zum Jahresstart um 28% in die Höhe

Lange Zeit wurde der Twitter-Konzern belächelt und zahlreiche Anleger zweifelten an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells. Doch nach einem jahrelangen Kampf gegen zähe Verluste, hat der Konzern deutliche Fortschritte gemacht. So stiegen im zurückliegenden Quartal die Umsätze um 28% auf 1,04 Milliarden Dollar. Damit wurden die Analystenprognosen minimal (um 10 Mio. Dollar) übertroffen.

Wie in der Vergangenheit auch verdient Twitter sein Geld vor allem mit Reklame: In diesem Segment kletterten die Umsätze um 32% auf 899 Millionen Dollar an, womit der Bereich für 86% der Gesamterlöse stand. Der Rest spielte der Konzern über den Verkauf von Daten ein. Auch dort gab es ein leichtes Wachstum von 9%.

Plattform zieht weitere Nutzer an….

Die treibende Kraft hinter Twitters dynamischen Umsatzwachstum ist der weitere Zustrom von Nutzern, die wiederum die Attraktivität der Plattform für Werbetreibende erhöhen. Die Rechnung ist einfach: Je mehr Nutzer aktiv auf der Plattform sind, desto höhere Werbepreise lassen sich erzielen.

Im März zählte das soziale Netzwerk durchschnittlich 199 Millionen mit Werbung adressierbare User (mDAU) täglich. Das sind 20% mehr als vor einem Jahr. Erfreulich: Es ist das sechste Quartal in Folge mit mindestens 20% Zuwachs im Jahresabstand. Allerdings hatten die Analysten dies bereits erwartet und waren im Vorfeld der Zahlen sogar von 200 Millionen Nutzern ausgegangen.

…..aber die Dynamik lässt nach

Zumal das 20%-ige Nutzerwachstum unter dem Wachstum der vergangenen drei Quartale lag. In diesem Zeitraum konnte der Kurznachrichtendienst nämlich Zuwächse zwischen 27 und 34% ausweisen. Interessant: Nur 19% der Nutzer stammen aus den USA, der Rest verteilt sich quer über den Globus. Für die nächsten drei Quartale stimmte Twitter die Anleger zudem auf eine nachlassende Dynamik beim Nutzerwachstum ein. Das Wachstum dürfte sich auf niedrige zweistellige Raten abschwächen, da der Corona-bedingte Rückenwind abflauen dürfte.

Twitter nur kurz in der Gewinnzone

Unterdessen konnte der Technologiekonzern seine Ertragskraft weiter steigern. Am Ende stand ein Gewinn von 68 Millionen Dollar in den Büchern, nachdem im Vorjahresquartal noch Verlust von 8 Millionen Dollar eingefahren wurde.

Für das laufende Quartal rechnet Twitter mit ähnlich hohen Umsätzen zwischen 980 Millionen und 1,08 Milliarden Dollar. Allerdings wird der Konzern wohl wieder in die Verlustzone rutschen: Laut der jüngsten Prognose können sich die Anleger auf einen Verlust zwischen 120 und 170 Millionen Dollar einstellen. Das ist vor allem auf höhere Kosten mit umfangreichen Neueinstellungen zurückzuführen.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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