Uber im Einkaufsrausch: Mit Drizly-Deal noch stärker ins Geschäft mit Lieferdiensten einsteigen

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Uber schluckt Drizly für 1,1 Milliarden Dollar und baut sein Geschäft mit Lieferdiensten weiter aus. Ein pandemie-bedingter Nachfrageboom soll Geschäfte weiter beflügeln. (Foto: MikeDotta / shutterstock.com)

Mit einem satten Kurssprung hat die Aktie des US-Fahrdienstvermittlers Uber auf die Übernahmemeldung reagiert. Für 1,1 Milliarden Dollar will der US-Konzern die auf die Zustellung alkoholischer Getränke spezialisierte Firma Drizly schlucken. Die Anleger zeigen sich von dem strategischen Schwenk hin zum stärkeren Fokus auf Lieferdienste erfreut. Vor allem in der Krise brach das herkömmliche Geschäft mit der Fahrdienstvermittlung förmlich ein. Lieferdienste hingegen haben durch die Pandemie kräftigen Rückenwind erfahren.

Uber – Pionier der Fahrdienstvermittlung

Uber Technologies betreibt ein Mobilitätsnetzwerk, das Menschen über eine App mit On-Demand-Angeboten verbindet. Die App schafft für ihre Nutzer Zugang zu alternativen Beförderungsmöglichkeiten, zu Essenslieferdiensten sowie zu Fracht- und Kurierdiensten. Außerdem verbindet die App Kunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln und anderen persönlichen Mobilitätslösungen wie E-Bikes oder E-Roller.

Die Dienste von Uber sind in zahlreichen Ländern rund um die Welt verfügbar, vor allem in den Vereinigten Staaten, Kanada, Lateinamerika, Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Asien (ausgenommen China und Südostasien).

Drizly-Kauf stärkt Uber Eats

Jetzt will Uber mit der Übernahme von Drizly das Geschäft mit dem hauseigenen Lieferdienst Uber Eats weiter ankurbeln. Zum Hintergrund: Drizly arbeitet mit Tausenden von lokalen Händlern zusammen und liefert Alkohol in 1.400 Städten in den Vereinigten Staaten aus. Nach Abschluss der Transaktion soll Drizly als hundertprozentige Tochtergesellschaft in Uber aufgehen und in die Uber Eats App integriert werden. Darüber hinaus soll die eigenständige Drizly-App aber weiterhin parallel betrieben werden.

Dabei zeigte das Objekt der Begierde Drizly in der Virus-Pandemie enorme Zuwachsraten. Laut Medienangaben wuchs die Gesellschaft in der Krise um 350% und knackte die Gewinnschwelle.

Lebensmittel, Rezepte und Alkohol

Die Intention des Zukaufs liegt auf der Hand: Mit dem erweiterten Angebot sollen erhebliche Umsatzpotenzial gehoben werden. Wenn Kunden ihr Essen bei Uber Eats bestellen, liegt es ja nahe, dass sie auch dort gleich ihre alkoholhaltigen Getränke für das Abendessen mitbestellen. Drizly liefert eine fortschrittliche, gut etablierte Plattform, wohingegen Uber die geografische Reichweite des Dienstes auf ein komplett anderes Niveau heben kann. Nach der Übernahme bedient Uber mit seinen Lieferdiensten neben der Lieferung von Lebensmitteln, Medikamenten auch Alkohol.

Teure Projekte werden eingestampft

Zur Umsetzung der neuen Strategie greift das Uber-Management rigide durch: Uber hatte in der Corona-Krise Stellen abgebaut und sich von teuren Projekten wie der Entwicklung eigener Technologie für selbstfahrende Autos und einer geplanten Plattform für Lufttaxis getrennt. Zudem wurde auch mit Übernahmen wie dem Zukauf von Postmates für 2,3 Milliarden Dollar das Geschäft mit Lieferdiensten massiv ausgebaut.

Umsatzrückgang und weitere Verluste

Wie notwendig ein hartes Durchgreifen ist, zeigt auch der Blick in die Zahlen zum letzten Quartal, das Ende September zu Ende ging. Trotz aller Maßnahmen reduzierten sich die Umsätze um 17,9% auf 3,12 Milliarden Dollar. Unter dem Strich stand ein Verlust von 1,08 Milliarden Dollar in den Büchern.

Gespannt dürften daher die Anleger auf die Geschäftszahlen für das Schlussquartal warten, die am 10. Februar veröffentlicht werden. Dann wird sich zeigen, ob die hohe Dynamik bei den Lieferdiensten anhält und wie der Konzern auf seinem Weg Richtung Profitabilität vorankommt.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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