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Weber-Aktie schießt nach Übernahmeangebot 35% in die Höhe

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Wo Rauch ist, dort ist auch Feuer. Das gilt bekanntlich nicht nur beim Grillen über dem Lagerfeuer, sondern auch im Geschäft mit Übernahmen und Fusionen. Bereits vor zwei Wochen war durchgesickert, dass die Kult-Grillfirma Weber vor einer Übernahme durch einen Finanzinvestor stehen könnte. Jetzt ist es amtlich: Die Handelsbank BDT Capital hat ein Übernahmeangebot für Weber auf den Tisch gelegt. Der Weber-Aktienkurs reagierte gestern deutlich auf das Angebot und zog um 35% auf 6,76 Dollar an und notierte damit über dem Niveau des Übernahmeangebots.

Weber – die Kultfirma unter den Grillherstellern

Die Weber-Grills sind auch hierzulande wohl jedem ein Begriff. Bei Weber selbst handelt es sich um ein US- Unternehmen, das Outdoor-Kochprodukte, Zubehör, Verbrauchsmaterialien und Dienstleistungen in Nordamerika, Europa, Australien und international herstellt und vertreibt. Zu den Produkten gehören Holzkohle- und Gasgrills, Smoker, Pellet- und Elektrogrills, Weber Connect Smart Grilling Hub sowie Zubehör, Verbrauchsmaterial und Dienstleistungen. Das Unternehmen vertreibt seine Produkte über ein Omnichannel-Netz, das Großhandel, Direktvertrieb und E-Commerce-Kanäle umfasst. Weber wurde 1952 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Palatine, Illinois.

BDT Capital legt Offerte auf den Tisch

Nun legt BDT Capital ein Angebot auf den Tisch und will den Grillhersteller für 6,25 Dollar je Aktie in bar übernehmen. BDT wurde 2009 gegründet und ist eine Handelsbank, die vor allem familien- und gründergeführte Unternehmen bei der Verfolgung ihrer strategischen und finanziellen Ziele unterstützt. Die Tochtergesellschaft BDT Capital Partners hat über ihre Investmentfonds und Co-Investitionen ihrer weltweiten Investorenbasis mehr als 30 Milliarden Dollar an Kapital bereitgestellt.

Finanzinvestor will sich restliche Anteile sichern

Wichtig zu wissen: Weber ist seit 2010 mehrheitlich im Besitz der Investmentgesellschaft BDT Capital Partners aus Chicago. Zuletzt meldete BDT Capital eine Beteiligung von 88,9% an dem Grillkonzern. Das Übernahmeangebot bezieht sich also auf die noch ausstehenden Aktien. Bezogen auf den Schlusskurs vom Montag bietet das Angebot einen Aufschlag von 24%.

Übernahmeangebot deutlich unter Emissionspreis

Dabei liegt das Angebot deutlich unter dem Niveau des Börsengangs. Im August 2021 wagte Weber zu 14 Dollar den Sprung aufs Parkett. Seither waren die Papiere massiv gefallen. Allein in diesem Jahr sackte der Aktienkurs bis zum Börsenschluss am Montag um 65% in den Keller. Im Juli kündigte Weber den Rücktritt seines CEO und die Einsetzung von Chief Technology Officers Alan Matula als Interims-CEO bekannt.

Weber kämpft mit sinkenden Umsätzen

Dabei spürte der Grillspezialist zuletzt operativ kräftigen Gegenwind. Im zurückliegenden dritten Quartal (Anm.: geht bei Weber bis zum 30. Juni) schmolz der Umsatz um 21,1% auf 527,94 Millionen Dollar zusammen. Die Bruttomarge sank zum Vorjahr von 44,7 auf 29,1%. Als Ursache nannte der Konzern eine Mischung aus höheren Frachtkosten und gesteigerten Werbemaßnahmen. Unter dem Strich musste Weber einen Verlust in Höhe von 7 Millionen Dollar ausweisen.

Kostensenkungen werden eingeleitet

Unterdessen hat der Konzern einen umfassenden Cashflow- und Kostenmanagementplan ins Leben gerufen. Zu den Kernbestandteilen des neuen Plans gehören die Aussetzung der vierteljährlichen Bardividende, eine gezielte Senkung der Gemeinkosten und der Vertriebs- und Verwaltungskosten, ein Personalabbau, sowie die Straffung der weltweiten Lagerbestände und des Betriebskapitals.

Das Management von Webergeht davon aus, dass die Maßnahmen im nächsten Geschäftsjahr abzüglich der Restrukturierungskosten mindestens 110 Millionen Dollar an Barmitteln einbringen werden. Darüber hinaus wird mit weiteren Vorteilen gerechnet.

Das erscheint auf Grund der aktuellen Entwicklung auch angebracht. Denn Weber ist hochverschuldet. Bei einer Marktkapitalisierung von 360 Millionen Dollar hat der Konzern Verbindlichkeiten von 1,42 Milliarden Dollar in der Bilanz. Da scheint die Komplettübernahme eines finanzstarken Investors vielleicht nicht die schlechteste aller Möglichkeiten zu sein.