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Mehr Schein als Sein bei The We Company

Inhaltsverzeichnis
Manche von Ihnen mögen sich noch an die Zeiten des Neuen Marktes erinnern, als Finanzvorstände besondere Kreativität an den Tag legten, um den Anlegern die wieder einmal unerwartet höheren Verluste schmackhaft zu machen. Da wurden dann „Gewinn“kennzahlen erfunden, aus denen die Vorstände bestimmte Positionen, die sie zuvor kurzerhand als einmalig deklariert hatten, herausgerechnet haben. Ein berüchtigtes Beispiel war EBITDAR: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Restrukturierungskosten, wobei der Buchstabe „R“ je nach Gusto auch für Mietaufwendungen – englisch „Rent“ – zum Einsatz kam.

Immer mehr Buchstaben wurden hinzugefügt, immer mehr Aufwendungen herausgerechnet, bis schließlich die ehemalige Chefbuchhalterin der US-Börsenaufsicht SEC monierte, dass viele Börsenprospekte nicht viel mehr als die Kennziffer EBBS – also „Everything But Bad Stuff“, also „Alles Außer Bösen Stoffen“ – enthielten. Als besonders Kreative dann die Kennzahl EBAC entwickelten, Earnings Before All Costs, also Gewinne vor allen Aufwendungen, war das Ende des Neuen Marktes besiegelt.

Rückfall in schlechte Zeiten

Sollte sich Geschichte wiederholen, steht das Ende der längsten Bullenphase aller Zeiten unmittelbar bevor. Diesen Eindruck muss bekommen, wer sich den Wertpapierprospekt des Coworking- und Immobilien-Start-Ups WeWork, der in der letzten Woche veröffentlicht wurde, zu Gemüte führt. Da rechnet der Finanzvorstand doch tatsächlich ein „Community-Adjusted EBITDA“ aus, mit dem der Gemeinschaftsgedanke der WeWork-Jünger dokumentiert werden soll. Gemäß dieser obskuren Kennzahl erwirtschaftete WeWork im vergangenen Jahr einen Gewinn von 467 Millionen US-Dollar. Tatsächlich wurde aber ein Verlust von 1,9 Milliarden US-Dollar eingefahren. Die Verluste lagen damit sogar noch höher als die Umsätze.

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