Zynga: Spieleentwickler schluckt Plattform Chartboost für mobile Werbung

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Der US-Spieleentwickler Zynga schlägt bei der Werbeplattform Chartboost zu und kontert Apples neue Werbestrategie. (Foto: tom - Adobe Stock)

Das Übernahmekarussell dreht sich munter weiter. Jetzt hat Zynga aus den USA wieder einmal zugeschlagen. Der Spieleentwickler will für 250 Millionen Dollar Chartboost schlucken und sich damit eine Plattform für mobile Werbung und Monetarisierung einverleiben. Die Aktie von Zynga reagierte positiv auf die Meldung und die vorgelegten Geschäftszahlen und zog um 4% an.

Zynga – der Spezialist für Mobile Gaming

Zynga ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das Browserspiele betreibt, die teilweise ausschließlich innerhalb Sozialer Netzwerke wie Facebook und auf mobilen Endgeräten gespielt werden können. Bis heute haben mehr als eine Milliarde Menschen die Franchises von Zynga gespielt, darunter CSR Racing™, Empires & Puzzles™, Merge Dragons!™, Merge Magic!™, Toon Blast™, Toy Blast™, Words With Friends™ und Zynga Poker™.

Die Spiele von Zynga sind in mehr als 150 Ländern verfügbar und können über soziale Plattformen und mobile Geräte weltweit gespielt werden. Das 2007 gegründete Unternehmen hat seinen Hauptsitz in San Francisco und verfügt über Standorte in den USA, Kanada, Großbritannien, Irland, Indien, der Türkei und Finnland.

Übernahme von Chartboost für 250 Millionen Dollar

Gerade hat Zynga die Übernahme von Chartboost bekanntgegeben. Bei dem Objekt der Begierde handelt es sich um eine der führenden Plattformen für mobile Werbung und Monetarisierung mit einer enormen internationalen Kundenbasis von mehr als 700 Millionen Nutzern im Monat und einem breiten Netzwerk von Werbe– und Publishing-Partnern. Dafür blättert Zynga 250 Millionen Dollar in bar auf den Tisch.

Der Hintergrund des Deals liegt auf der Hand: Die Kombination des Spieleportfolios und der Daten von Zynga mit der Werbe– und Monetarisierungsplattform von Chartboost wird die Wettbewerbsposition von Zynga in der mobilen Welt verbessern, so Zynga-Firmenboss Frank Gibeau.

Plattformen gewinnen an Bedeutung

Mit der Chartboost-Plattform kann Zynga genau analysieren, was auf dem Markt passiert. Zudem gibt die Firma Zynga zahlreiche Möglichkeiten an die Hand, um zusätzliche Nutzer zu gewinnen und die Werbemöglichkeiten wesentlich besser zu monetarisieren als dies ohne Plattform möglich ist.

Interessant ist aber auch der Zeitpunkt des Zukaufs: Apple ist nämlich gerade dabei, die Regeln für Werbung zu ändern. Apple ändert die ID für Werbetreibende (IDFA), damit Nutzer die Nachverfolgung einfacher abbestellen können. Das ist zwar gut für die Privatsphäre der Benutzer, aber schlecht für Firmem wie Zynga, die ihre Apps über Apple an den Kunden vertreiben. Zynga lebt davon, die Anzeigen auf Spieler zielgerichtet anzupassen und bringt damit Werbetreibenden einen hohen Nutzen. Ohne Zugriff auf IDFA-Daten fällt es Spielefirmen schwerer, Benutzer zu finden und Werbung zielgerichtet zu verkaufen.

Zahlen über den Erwartungen

Zum Jahresstart zeigte Zynga eine hohe Wachstumsdynamik: Die Umsätze kletterten im ersten Quartal um 68% auf 680 Millionen Dollar. Rekorde gab es auch bei den Nutzerzahlen: Insgesamt verzeichnete Zynga 38 Millionen aktive Nutzer pro Tag und damit 85 % mehr als im Vorjahresquartal. Die monatlich aktiven Nutzern stiegen sogar um 139% auf 164 Millionen. Das lag vor allem an aktuellen neuen Spielen wie Toon Blast, Toy Blast und dem Hyper-Casual-Portfolio von Rollic. Zu den erfolgreichsten Spielen im März-Quartal gehörten „Hit It Rich! Slots“, „Empires & Puzzles“ und „Words With Friends“.

Am Ende stand ein Nettoverlust von 23 Millionen Dollar in den Büchern nach -103,9 Millionen Dollar im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Für das gesamte Geschäftsjahr 2021 erwartet der Spielespezialist einen Umsatz von 2,9 Milliarden Dollar. Damit wurde die ursprüngliche Prognose um 100 Millionen Dollar angehoben.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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