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Vapiano-Aktie mit -77% in nur 9 Monaten

Inhaltsverzeichnis

Ende Juni 2017 ist mit Vapiano ein erst 2002 gegründetes und auf die Zubereitung und den Verkauf von Pizza und Pasta spezialisiertes Unternehmen an die Börse gegangen. Der Emissionspreis lag damals bei 23 Euro. In der Folge pendelte die Vapiano-Aktie bis Ende Mai 2018 ganz grob zwischen 20 und 25 Euro.

Heute notiert das Papier bei 5,30 Euro. Das bedeutet: Die Vapiano-Aktie hat in den vergangenen 9 Monaten satte 77% an Wert eingebüßt. Doch wie konnte es dazu kommen? Bevor wir dieser Frage nachgehen, stelle ich Ihnen das Unternehmen kurz vor.

Vapiano im Portrait

Vapiano ist in der Systemgastronomie tätig, wurde 2002 in Hamburg gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. In den Restaurants der Vapiano-Kette werden italienische Speisen (vorwiegend Pizza und Pasta) nach dem sogenannten Fast-Casual-Prinzip angeboten.

Zur Erläuterung: Ein Fast-Casual-Restaurant ist ein Restaurant, das durch frische Produkte und einen schnellen, reduzierten Service charakterisiert wird. Es ist damit, wenn Sie so wollen,  eine moderne und gesundheitsbewusstere Form von Fast Food.

Größter Anteilseigner von Vapiano ist seit 2011 die Vermögensverwaltung Mayfair, die in Hamburg ansässig ist und den Erben der Tschibo-Gründer gehört. Die Vapiano-Restaurants werden zu rund einem Drittel selbst, mehrheitlich aber von Franchise-Partnern oder als Joint Venture betrieben.

Insgesamt wurden seit der Gründung im Jahr 2002 rund 200 Restaurants in mehr als 33 Ländern auf 5 Kontinenten eröffnet. Das Unternehmen zählte damit viele Jahre zu den am schnellsten wachsenden Vertretern der Branche. Das war aber eines der großen Probleme von Vapiano, wie sich jetzt zeigte.

Schwache Zahlen, hohe Abschreibungen und ein Strategiewechsel

Deshalb ändert das Vapiano-Management nun die Strategie. Statt Expansion soll zukünftig Profitabilität im Vordergrund stehen. Denn ausschlaggebend für das zuletzt so maue Geschäft sollen vor allem auch die schwache Entwicklung einiger neu eröffneter Restaurants und außerplanmäßige Abschreibungen von 33 Mio. Euro für 2018 sein.

Angesichts der abrupten Strategiewende flüchten die Anleger weiterhin in Scharen. Wie ernst die Lage ist, zeigen die angekündigten Gespräche mit den Gläubigerbanken. Darüber hinaus hat das Unternehmen vor wenigen Tagen extrem schwache Zahlen vorgelegt und zum 3. Mal in Folge die eigenen Ziele senken müssen.

Meine Einschätzung: Die Vapiano-Aktie ist aktuell und in naher Zukunft nichts für Anleger mit schwachen Nerven. Ich glaube erst an den operativen Turnaround, wenn ich ihn im Zahlenwerk sehe.

Ich persönlich habe den Eindruck, dass die ehemalige Begeisterung der Vapiano-Kunden deutlich nachgelassen hat. Ob das Konzept eine Zukunft hat oder nur eine Modeerscheinung war, wird sich noch zeigen. Als Aktionär muss man dieses Experiment nicht mitmachen, sondern kann sich die weitere Entwicklung von der Seitenlinie aus ansehen.