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Verkommt die FED zur Reality Show?

Verkommt die FED zur Reality Show?
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Inhaltsverzeichnis

Was macht die FED heute? 75 oder 100 Punkte Anstieg der Zinsen? Ist das gut oder schlecht? Was meint die FED mit der Aussage?

Es ist ein großes Rätselraten, was sich diese Tage rund um den Globus abspielt. Alle Augen blicken natürlich auf die Leitzinsentscheidungen der großen Notenbanken. Allen voran die FED. Heute wird die FOMC-Entscheidung bekannt gegeben. FOMC ist das Feredal Open Markt Committee.

Danach gibt es Reihenweise Talk-Runden, die besprechen, was das jetzt genau für die Märkte bedeuten kann. Und genau das ist der springende Punkte: Keiner weiß was. Oder passend zum Oktoberfest: „Nix gewiss woas ma ned“.

Wir wissen also nichts, schnacken aber fleißig um den heißen Brei herum – um den Dialekt wieder ein wenig „einzunorden“. So richtig eingenordet sind die Aussagen des FOMC nämlich auch nicht. Da hat jeder eine Meinung und manche dieselbe.

Da treffen sich dann die Falken und die Tauben und diskutieren, wie der Leitzins in die richtige Richtung geschubst werden soll. Meist mit dem Effekt, dass einfach erst einmal probiert wird, was der Markt dazu sagt. Denn die Notenbank hat keine strikten Regeln, die ihr folgen. Wenn sie A sagt, muss der Markt noch lange nicht B sagen. Vielleicht sagt er C oder auch 8 oder §, also etwas ganz anderes.

Und genauso utopisch ist es deshalb auch einzuschätzen, wie der Markt auf eine Aussage oder Entscheidung der FED reagieren wird. Natürlich gibt es zahlreiche Analysten, die im Vorfeld nicht müde werden, die Analyse vorwegzunehmen. Doch dass Analysten trotz massivem Danebenliegen beim nächsten Mal wieder gefragt werden, zeigt die Qualität ihrer Ergebnisse: Es ist völlig egal, ob sie einen Volltreffer landen oder sich komplett geirrt haben.

Und so wird es auch diesmal sein. Die Stammtischrunden sind schon reserviert. Podcasts, Live-Streams, Meetings – die Leute werden sich die Münder fusselig reden, was das FOMC gemeint haben könnte. Die Gedichtinterpretation der Neuzeit.

Nachdem es so viel Kabarett über die Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt – gerade in der Kommunikation – fehlt eigentlich nur noch, dass dieses Thema dort aufgegriffen wird. Aber es ist vermutlich zu sehr eine Nische, was die leichte Unterhaltung am Abend angeht. Und bevor uns Mario Barth erklärt, was die FED meint, können wir auch irgendeinem Analysten zuhören. Oder einfach nicht.

Der große Trick nach diesen Äußerungen der FED ist vermeintlich ganz einfach: Nicht hinschauen. Und erst am nächsten Tag die Kurse ansehen. Da ist dann die Wahrheit offensichtlich. Während der Rede von Jerome Powell fahren die Kurse oft Achterbahn. Es wird hektisch getradet. Nervös. Jeder will der Erste sein, der die richtige Interpretation abliefert und sich dementsprechend positioniert hat.

Aber die Wahrheit ist wenige Stunden danach offensichtlich. Gerade für Privatanleger ist das absolute Zeitverschwendungen. Geldverschwendung sogar, wenn Sie versuchen, den heißen Tanz während der Rede mitzutraden. Deshalb lassen Sie das FOMC heute links liegen! Morgen sehen wir alle, ob der Markt das Statement gut oder schlecht fand. Und dann gibt es immer noch reichlich Analysen zu lesen, von denen manche sogar richtig sind.