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Warren Buffett zur Ölbranche: Risiko für langfristige Verluste ist hoch

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Gestern habe ich an dieser Stelle auf die aktuelle Hauptversammlung von Berkshire Hathaway mit dem legendären Investor Warren Buffett geschaut. Die fand am Wochenende in Omaha statt – aber in diesem Jahr eben ohne Aktionäre. Heute möchte ich noch einmal auf dieses Ereignis eingehen, aber aus Rohstoffsicht.

Speziell zum Segment der US-Ölaktien hat sich Buffett am Wochenende klar geäußert. So wies er während der Fragestunde daraufhin, dass ein Investment bei Ölfirmen immer mit gewissen Risiken verbunden ist. Anders als bei anderen Sektoren hängt der Geschäftserfolg des Unternehmens eben zu einem Großteil am Ölpreis.

Seit Anfang des Jahres ist der Preis um mehr als 50 % eingebrochen „Und wenn dann der Ölpreis am Terminmarkt kurzzeitig auf -37 USD pro Barrel fällt, heißt das nichts Gutes für die Branche“, so Buffett weiter. Tatsächlich wird davon nicht nur die aktuelle Bilanz belastet.

Die Folgen gehen noch sehr viel weiter in die Zukunft. Viele Ölkonzerne haben jetzt schon die Investments deutlich zurückgefahren. Das liegt schlicht und einfach daran, dass die aktuellen Erträge die Kosten der Förderung noch nicht einmal bezahlen.

US-Produktion wird wohl sinken – weil Firmen zu wenig Kapital haben

In der Konsequenz wird das zu einer sinkenden Produktion in den USA führen. Doch das ist keine neue Situation. Auch darauf hat Buffett hingewiesen: “Die Herausforderung ist jetzt aber schon, dass es ungewiss ist, wo die Ölproduktion überhaupt noch gelagert werden kann.“ Das liegt an der Tatsache, dass die Nachfrage deutlich stärker eingebrochen ist als die durch jetzt verkündeten Produktionskürzungen aufgefangen werden könnten.

Bei einem solchen Marktumfeld ist es sicherlich auch möglich, über längere Zeit Verluste mit Firmen einzufahren. Genau darum drehte sich eine weitere Frage eines Aktionärs von Warren Buffett. Das Risiko sieht Buffett auf jeden Fall als gegeben an. Er bezieht sich speziell auf die US-Ölbranche, denn dort ist in den vergangenen Jahren sehr viel Geld investiert worden.

„Diese Investitionen sind nicht auf Basis eines Ölpreises von 17 oder 25 USD pro Barrel getätigt worden“, erklärte Warren Buffett die aktuelle Lage. Sollte diese Phase länger andauern, so erwartet Buffett viele notleidende Kredite aus dem Energiesektor und vielleicht auch negative Folgen für den Bankensektor.

Hier sehen Sie eins ganz deutlich: In der aktuellen Krise müssen viele Dinge auf den Prüfstand – auch die bis vor kurzen noch vor Kraft strotzende Ölindustrie in den USA steht urplötzlich mit dem Rücken zur Wand. Ohne eine deutliche Erholung beim Preis wird vor allem die Ölbranche in den USA weiterhin Probleme haben. Einige kleinere Firmen haben bislang schon Insolvenz angemeldet – gut möglich, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt.