Warum Sie von Fußball-Aktien die Finger lassen sollten

Renditemöglichkeiten mit Fußball-Clubs

Die Pläne einer Super League sorgten bei Fußball-Aktien nur für einen kurzen Freudensprung. Es bleibt dabei: Finger weg von Fußball-Aktien! (Foto: Smileus - Fotolia)

Ich weiß nicht, ob Sie sich auch für Fußball interessieren. Falls ja, haben Sie vermutlich das Beben mitbekommen, das in den vergangenen Tagen die Fußball-Landschaft erschüttert hat. Zwölf europäische Top-Vereine wollten ihre eigene Liga, die European Super League gründen, angeführt von Florentino Perez, dem Präsidenten von Real Madrid.

Was das mit der Börse zu tun hat, werden Sie mich nun fragen. Nun ja, es gibt schließlich mehrere Fußballclubs, die börsennotiert sind. Deren Aktien vollzogen in dieser Woche wilde Sprünge.

Super League fällt in sich zusammen wie ein Kartenhaus

In der Nacht vom Sonntag zum Montag kündigten zwölf europäische Top-Clubs (sechs englische, jeweils drei spanische und italienische) die Gründung einer sogenannten Super League an. Eine Liga, für die sich die Mannschaften nicht mehr durch einen sportlichen Wettbewerb qualifizieren müssen. Die Großen sind unter sich und machen sich die Taschen voll.

Doch nur zwei Tage später fiel das Projekt wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Nach massiver Kritik von allen Seiten und heftigen Fan-Protesten fiel ein Verein nach dem anderen um. Nach Manchester City haben auch alle anderen englischen Teams ihren Rückzug angekündigt. Die beiden Mailänder Vereine gingen ebenfalls auf Abstand. Die Verantwortlichen erklärten daraufhin, dass die Super League nicht kommen wird. Zumindest vorerst.

Fußball-Aktien sind kein seriöses Investment

Interessant war die Reaktion an der Börse. Die Aktie des italienischen Abonnement-Meisters Juventus Turin reagierte am Montag mit einem Kurssprung von 20% auf die Pläne, hat die zwischenzeitlichen Gewinne mittlerweile aber wieder vollständig abgegeben. Eine ähnliche Entwicklung gab es bei der im SDAX notierten Aktie von Borussia Dortmund. Obwohl der Verein nicht zu den Gründungsmitgliedern zählte, reagierte das BVB-Papier am Montag mit einem Aufschlag von 11%, hat die Gewinne inzwischen aber größtenteils wieder abgegeben.

Diese Entwicklung ist symptomatisch und spiegelt auch die langfristige Performance von Fußball-Aktien wider. Nach dem Börsengang stieg die BVB-Aktie im Jahr 2001 bis auf ein Hoch bei über 10 Euro. Heute, 20 Jahre später, ist sie nur noch etwas mehr als die Hälfte wert.

Noch bescheidener sieht es bei der Aktie von Juventus Turin aus. Trotz großer sportlicher Erfolge liegt der Aktienkurs derzeit rund 80% unter dem zwischenzeitlichen Höchststand, der im Jahr 2002 erreicht worden war. Die desaströse Entwicklung sehen Sie im Chart. Die einzige Fußball-Aktie, die seit 2012 zumindest ein kleines Plus aufweisen kann, ist die des englischen Clubs Manchester United.

Finger weg von Fußball-Aktien

Im Fußball geht es heutzutage (fast) nur noch ums Geld. Das haben die jüngsten Ereignisse einmal mehr gezeigt. Ein gutes Geschäft ist es für die Aktionäre der Fußball-Vereine jedoch nicht. Als langfristiges Investment sind die Papiere absolut ungeeignet.

Und selbst als eingefleischter Fan sollten Sie sich ein Investment besser sparen. Es gibt zweifellos bessere Möglichkeiten, sein Geld auszugeben, als es mit Fußball-Aktien zu verbrennen.

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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