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Welche Aktien Ihnen Inflationsschutz bieten

Inhaltsverzeichnis

Die Inflation ist zurück! Nach Jahren mit Inflationsraten deutlich unter 2% und teilweise sogar unter 1%, stieg die Inflation in Deutschland zuletzt auf 3,8%. In den USA lag die Inflationsrate zuletzt mit 5,4% sogar noch deutlich höher.

In dem Zusammenhang werde ich immer wieder gefragt, wie man sich wirkungsvoll gegen höhere Inflationsraten schützen kann. Meine Antwort: Es gibt verschiedene Wege. Unter anderem können Sie sich mit Aktien gegen Inflation schützen. Es müssen aber die „richtigen“ Aktien sein, denn nicht jede Aktie ist ein Sachwert mit Inflationsschutz.

Aber Achtung: Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass Sie bei Aktien-Investments nicht nur auf Qualität achten müssen, sondern auch Zeit mitbringen sollten. Sie dürfen also nicht unter Zeitdruck stehen. Wenn Sie Ende des Jahres ein Haus kaufen möchten, sollten Sie mit diesem Geld jetzt keine Aktien kaufen.

Achtung: Nicht jede Aktie bietet Inflationsschutz

Aktien werden oft pauschal als „Sachwerte“ bezeichnet. Aber nicht jedes Unternehmen besitzt einen eingebauten Inflationsschutz. Mehrere Bedingungen müssen ganz oder teilweise erfüllt sein:

  1. Das Unternehmen muss eine Preissetzungsmacht besitzen und in der Lage sein, die inflationsbedingt steigenden Kosten sehr schnell auf die Kunden abwälzen zu können.
  2. Vorteilhaft ist eine globale Präsenz, da das Geschäft in Ländern, die besonders stark von der Krise erschüttert werden, kurzfristig einbrechen kann.
  3. Wichtig ist auch, dass nur ein relativ kleiner Teil des Mittelzuflusses (Cashflow) in das Unternehmen investiert werden muss. In Inflationsphasen können die Kosten explodieren. Wenn nicht mehr als 40% des Cashflows investiert werden müssen, reicht der Puffer für Dividendenausschüttungen und Rücklagen.
  4. Da Rohstoffpreise in Inflationsphasen schnell steigen, sollte das Unternehmen möglichst nicht zu stark von Rohstoffpreisen abhängig sein – oder aber in der Lage sein, Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben.
  5. Entscheidend ist in Krisen eine niedrige Verschuldung. Wenn die Banken das Sagen im Unternehmen haben, wird der Aktionär nur ein Anteilseigner zweiter Klasse sein. Banken können die Situation ausnutzen, um Fremdkapital (Kredite) in Eigenkapital zu tauschen und dadurch die Alt-Aktionäre enteignen.
  6. Nicht zu den Sachwerte-Unternehmen gehören die Vertreter der zyklischen Branchen. Das Geschäft der Auto- oder Maschinenbauer ist in Krisenzeiten unberechenbar. Aktien von Unternehmen, die stark von der Konjunkturentwicklung abhängen, sind daher keine langfristigen Sachwerte. Sie sollten diese Aktien als kurz- und mittelfristige Anlage-Chancen betrachten.

Wenn Sie die Aktien für Ihr Depot unter Berücksichtigung der gerade genannten Kriterien auswählen, bieten diese Ihnen einen guten Schutz vor Inflation.