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Mit einem Liquiditätsplan die Finanzen sicher steuern

Inhaltsverzeichnis

Für die Aufstellung eines Liquiditätsplans gibt es eine Vielzahl von Gründen.

Der Hauptgrund: Sie wollen Ihr Unternehmen vor Liquiditätsüberraschungen unangenehmer Art schützen.

Nebengründe: Sie erfüllen gegenüber Ihrer Bank deren Forderung nach „Planung“ und verbessern somit Ihre Ratingeinstufung.

Des Weiteren stellen Sie mit einem Liquiditätsplan Ihrer Bank eine Unterlage zur Verfügung, die sie nach §18 Kreditwesengesetz (KWG) – neben der Vorlage des Jahresabschlusses – unter Umständen von Ihnen sogar gefordert hätte.

Zunächst sichern Sie sich gegen „unvermutet“ auftretenden Finanzbedarf ab, indem Sie diesen bei der Erarbeitung Ihres Liquiditätsplans bereits vorher nach Umfang und Zeitablauf ermitteln.

Ergibt Ihr Plan, dass Sie über Ihre bisherigen Kreditlinien hinausgehenden Finanzbedarf haben, können Sie diesen Ihrer Bank vorlegen, so dass sie genau nachvollziehen kann, wofür beantragte Kreditmittel verwendet werden sollen.

Sofern Sie Ihren Liquiditätsplan mit der entsprechenden Vorsicht aufstellen, also Einnahmen lieber etwas später und niedriger und Ausgaben etwas früher und höher einplanen, sind Sie und Ihr Banker auch ziemlich sicher, den vollen Kreditbedarf zu erfassen, so dass es nicht zu unerfreulichen Kontoüberziehungen kommen muss.

Ihre Bank liebt keine Überraschungen, sie möchte sicher sein, dass mit einem beantragten und gewährten Kredit auch wirklich Ihr gesamter Finanzbedarf abgedeckt ist.

Mit einem Liquiditätsplan können Sie Kontoüberziehungen vermeiden

Haben Sie in der Vergangenheit häufiger oder gar regelmäßig Ihr Geschäftskonto überzogen? Dann verschenken Sie Geld für Kontokorrentzinsen, Gebühren und saftige Überziehungsprovisionen. Ein leicht und schnell erstellter Liquiditätsplan kann Ihnen helfen, diese Kosten einzusparen.

Sie schätzen Ihre zukünftigen Einnahmen und Ausgaben ab und ermitteln so, wie sich Ihr Kontostand in den kommenden Monaten voraussichtlich entwickeln wird.

Stellen Sie dann fest, dass die Ihnen genehmigte Kreditlinie nicht ausreicht, können Sie rechtzeitig mit Ihrer Bank über eine Erhöhung Ihres Kredits sprechen.

Denken Sie aber auch an das seit dem 1.1.1999 geltende Insolvenzrecht. Danach kann auch die „drohende Zahlungsunfähigkeit“ schon ein Grund sein, Insolvenzantrag zu stellen. Mit dieser zeitlichen Vorverlegung der Insolvenzeröffnung will der Gesetzgeber erreichen, dass Ihr in Schwierigkeiten geratenes Unternehmen vielleicht doch noch gerettet werden kann.

Am besten ist es, Sie lassen es gar nicht erst so weit kommen und stellen rechtzeitig Ihren Liquiditätsplan auf. Damit sind Sie sicher, dass Sie Ihre Verbindlichkeiten auch künftig pünktlich erfüllen können.

Alle Daten, die Sie zur Erstellung Ihres Liquiditätsplans benötigen

In Ihren Geschäftsunterlagen finden Sie nahezu alle Informationen, die Sie benötigen, um einen Liquiditätsplan zu erstellen.

Die wichtigsten Grundinformationen finden Sie in Ihrer Buchhaltung, den Ihnen erteilten Aufträgen sowie in Ihrem Einkaufsplan, der sich aus vorliegenden Aufträgen oder Bestellungen ergibt.

Daraus ergeben sich die voraussichtlichen Umsätze bzw. Einnahmen der nächsten Monate sowie die monatlichen Ausgaben, die sich anhand Ihrer Zahlen aus der Vergangenheit und Ihren Erfahrungswerten leicht festlegen lassen.

Ein einfacher Liquiditätsplan für die nächsten Monate kann beispielsweise für ein Einzelunternehmen wie folgt aussehen:





















































































Jahr 2002MärzAprilMaiJuniJuli August
Einnahmen (inkl. MwSt.)120.000100.000130.000140.000135.000150.000
Lieferantenzahlungen (inkl. MwSt.) für Material-/Wareneinsatz150.00060.00050.00065.00070.00065.000
Löhne und Gehälter inkl. Sozialaufwand12.00012.00015.00012.00012.00012.000
Betriebskosten z.B. Miete, Kfz usw.8.0009.00010.0009.0001.0008.000
Sonstige Kosten3.0002.5003.0004.0002.5003.500
Betriebliche Kosten  3.500  3.500
Privatentnahmen3.0003.0003.0003.0003.0003.000
Umsatzsteuer-Zahllast10.00011.00010.50011.00012.00013.000
Darlehenstilgung5.000  5.000  
Ausgaben (inkl. MwSt.)191.00097.50095.000109.000100.500108.000
Gesamtsaldo-71.0002.50035.00031.00034.50042.000
jew. Anfangssaldo Ihres Kontokorrentkontos-32.000-103.000-100.500-65.500-34.500-42.000
Voraussichliche Kontoentwicklung-103.000-100.500-65.000-34.000042.000

Um Ihren Liquiditätsplan leichter aufzustellen und gezielter zu kontrollieren, können Sie sich auch am Schema Ihrer BWA orientieren.

Die Aussage dieser Liquiditätsrechnung ist, dass Sie Ihrer Bank erklären können, dass Sie im März/April eine Spitzenkreditinanspruchnahme von rund 103.000 õ benötigen und diese sich kurzfristig bis Juli/August wieder komplett abbaut.

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