10 Jahre iPhone: Apple sucht nach dem nächsten Verkaufsschlager

Nach 10 Jahren iPhone-Boom steht Apple vor einer Zäsur - ein neues Top-Produkt muss her. (Foto: Francesco Marino - Fotolia)

Am 9. Januar 2007 stellte Apple-Mitgründer Steve Jobs auf der Macworld in San Francisco das iPhone vor – ein Meilenstein in der Geschichte der Mobilfunkindustrie.

10 Jahre später hat Apple mehr als eine Milliarde iPhones verkauft und den ehemaligen Handy-Marktführer Nokia praktisch aus dem Markt gefegt. Die Finnen versuchen zwar ein Comeback, ob dies gelingt, bleibt abzuwarten.

Fest steht: Apple hat mit dem Mobiltelefon, das ohne physische Tastatur auskommt und mit einem Multi-Touch-Display ausgestattet ist, den Markt revolutioniert. Nun wartet der Markt auf „the next big thing“ von Apple.

10 Jahre iPhone – Was kommt nach der Mobilfunkrevolution?

Doch kann Apple liefern? Star-Investor Peter Thiel glaubt daran eher nicht. Im Interview mit der New York Times bekannte Thiel, das die große Zeit von Apple wohl vorbei sei.

Als Grund verweist Thiel auf die fehlenden Quantensprünge beim Smartphone. Seit der Vorstellung im Jahr 2007 hat sich beim iPhone im Prinzip nicht viel verändert. Ein schnellerer Prozessor, ein größeres Touch-Display, neue Software und neues Zubehör wie die zuletzt vorgestellten drahtlosen AirPods Kopfhörer waren die Innovationen, mit denen Apple seine Kunden bislang bei der Stange halten konnte.

Doch seit drei Quartalen in Folge sinken die iPhone-Verkaufszahlen. Aus diesem Grund glauben Marktbeobachter, dass Apple im kommenden Herbst, pünktlich zum zehnjährigen Bestehen des iPhones, mit einer radikalen Design-Änderung aufwarten wird, um dem iPhone-Geschäft wieder auf die Sprünge zu helfen.

Apple Watch ein Ladenhüter?

Auch um die Computeruhr Apple Watch ist es ruhig geworden. Die Apple Watch konnte die Hoffnungen an einen neuen großen Umsatz- und Gewinnbringer im Konzern bisher nicht erfüllen.

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Apple selbst wollte bislang keine offiziellen Verkaufszahlen veröffentlichen, doch die Marktforscher aus dem Hause International Data Corp (IDC) gehen davon aus, dass Apple im dritten Quartal 2016 nur noch 1,1 Millionen Apple Watch Uhren verkaufen konnte – dies wären 71 % weniger Geräte als im Vorjahr, wenn die Prognosen stimmen.

Im Weihnachtsgeschäft dürften die Verkaufszahlen der Apple Watch zwar wieder angezogen haben, doch unter dem Strich bleibt das iPhone mit einem Umsatzanteil von mehr als 60 % nach wie vor der wichtigste Umsatzträger im Konzern.

iPhone: Der Umsatzmotor stottert

Doch die Luft für den einstigen Verkaufsschlager wird dünner. Im Jahr 2016 dürfte Apple rund 212 Millionen iPhones verkauft haben, nach 231 Millionen verkauften Apple-Telefonen im Rekordjahr 2015, so Analystenschätzungen.

Apple CEO Tim Cook spricht zwar immer wieder davon, dass Apple an großartigen neuen Produkten und Innovationen arbeitet, konkretisieren wollte der Apple-Chef bislang aber noch nichts.

Fazit: Apple wartet weiter auf das nächste Top-Produkt

Vielmehr wartet die Apple-Fangemeinde weiterhin auf einen möglichen Apple TV Fernseher oder auf das selbstfahrende Apple-Auto, das den Markt revolutioniert. Geld genug hätte der iPhone-Erfinder allemal, um solche Produkte zu realisieren, sitzt das Unternehmen auf Barreserven von mehr als 200 Mrd. US-$.

Doch zunächst müssen sich Anleger weiter in Geduld üben und darauf hoffen, dass Apple den Wandel hin zum Service-Unternehmen (Apple-as-a-Service) mit stetig wiederkehrenden Einnahmen ohne größere Umsatz- und Gewinneinbußen vollziehen kann.

Denn eines dürfte auch klar sein: Sollte das iPhone in den nächsten Jahren seinen Lebenszyklus-Höhepunkt überschreiten, benötigt Apple ein neues Top-Produkt, um weiter nachhaltig wachsen zu können.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands