20 Jahre Xetra: Das elektronische Börsenhandelssystem feiert Geburtstag

Transparenz und Schnelligkeit: Zum 20. Xetra Jubiläum verdeutlicht ein Blick auf das System seine Vorteile. (Foto: Deutsche Börse AG)

1997 revolutionierte Xetra den Börsenhandel und feierte am 28. November 2017 20. Geburtstag. Xetra ist der elektronische Handelsplatz der Frankfurter Börse und steht für „Exchange Electronic Trading“. Entwickelt und eingeführt wurde er von der Deutschen Börse, die den Finanzplatz Frankfurt mit Xetra an die Weltspitze beförderte.

Mehr Transparenz und Schnelligkeit waren gefordert

Xetra war eines der ersten elektronischen Handelssysteme überhaupt; nachdem jahrzehntelang nur Präsenzhandel betrieben wurde, musste ein skalierbares und schnelleres System her. Zudem wurde bereits 1993 der europäische Binnenmarkt geschaffen und bei immer mehr Banken und Wertpapierunternehmen kam der Wunsch auf, im gesamten EU-Raum zu handeln und zu wirtschaften.

Das damals noch aktive Integrierte Börsenhandels- und Informationssystem (IBIS) war weder schnell, noch skalierbar  (d.h. dass es nicht auf lineares Wachstum und Größenveränderung ausgerichtet war), es war außerdem nicht ausreichend transparent. Die Deutsche Börse entwickelte dann das Xetra-System und durch Neuerungen wie das offene Orderbuch hatten nicht mehr nur die Börsenmakler Einblicke in den Handel, sondern jeder, was bis heute entscheidend zum Erfolg von Xetra beiträgt.

Die Xetra-Handelstechnologie wird an vielen Börsen weltweit verwendet

Das Ziel der Einführung von Xetra war es, neue Märkte und Segmente zu erschließen, das Wachstum voranzutreiben und das Handelsvolumen zu erhöhen – mit Erfolg. Auch die Wiener Börse, die Börse Irlands, die Prager Börse und die Budapester Börse und fünf weitere Börsen entschieden sich nach der Einführung in Frankfurt für einen Xetra-Handelsplatz. Der Handel ist nun von überall auf der Welt möglich, es gibt keine festgelegten Zeiten oder Orte mehr wie noch zu Präsenzhandels-Zeiten.

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Xetra konnte sich trotz anfänglich skeptischer Stimmen von Börsenmaklern durchsetzen sodass heute sogar der DAX auf Basis der Xetra-Preise der 30-DAX-Aktien berechnet wird. Auch bei ETFs, börsengehandelten Indexfonds und dem gesamten Handelsvolumen liegt Xetra in Europa an der Spitze.

Die Vorteile von Xetra

Der Handel über Xetra ist nicht nur deutlich schneller, sondern auch günstiger, wovon vor allem Anleger profitieren. Zudem ist der Handel transparent und Kunden können die Entwicklung ihrer Geldanlagen selber überwachen. Dies führt zu besseren Preisen, die beim Verkauf von Wertpapieren erzielt werden können.

Die Rolle Xetras in Deutschland und Europa

Xetra ist heute der größte börsliche Handelsplatz Deutschlands und auch einer der bedeutendsten in Europa. Im Jahr 2016 lag der Umsatz aller Orderbuchungen bei 1,26 Bio. €, 90 % des deutschen Wertpapierhandels finden auf Xetra statt. Der tägliche Umsatz liegt bei 5 Mrd. €. Deutsche und internationale Aktien, ETFs und Exchange Traded Products werden über Xetra gehandelt.

Nach der Einführung wurden nur 100 Aktien auf Xetra gehandelt, heutzutage sind es über 2.500 verschiedene Finanzinstrumente von 184 Teilnehmern. Xetra wird technisch konstant weiterentwickelt, um noch schneller zu werden. Der letzte große Schritt war die Umstellung auf T7 im Juli 2017. Rund 1,6 Mio. Titel können dann gehandelt werden und für die Börse in Frankfurt ist ein weiterer entscheidender Schritt zur Erhaltung der Spitzenposition getan.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.