2015 besonders wichtig: Betriebskostenabrechnung muss zu 100% stimmen!

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Die Betriebskostenabrechnung ist immer eine Menge Arbeit: So können sich Vermieter 2015 vor einer Beanstandung schützen. (Foto: Sensay/Shutterstock)

Den meisten Vermietern fällt es schwer mit der neuen Betriebskostenabrechnung zu beginnen. Das ist auch verständlich, denn seit man sich zum letzten Mal damit befasst hat, ist immerhin schon ein Jahr vergangen. Jetzt einen neuen Anfang zu finden, kostet eine Menge Überwindung.

Dennoch empfiehlt es sich für jeden Vermieter die Betriebskostenabrechnung auch im Jahr 2015 nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, wenn man nicht auf den Kosten sitzen bleiben möchte, die einem eigentlich vom Mieter erstattet werden müssen.

Warum viele Mieter die Abrechnung beanstanden werden

Der Winter im Jahr 2014 war sehr mild, gerade im Gegensatz zum Vorjahr, in dem der Winter kein Ende zu nehmen schien – noch im April 2013 lag vielerorts Schnee und mindestens ebenso lange musste auch geheizt werden.

Dennoch stiegen auch zu Beginn 2014 wieder einmal die Energiepreise. Dass wieder einmal Nachzahlungen auf die Mieter zukommen, ist also trotz mildem Winter-Klima möglich.

Doch damit nicht genug: In vielen Gegenden sind auch die Mieten heftig gestiegen. Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass Mieter die nächsten Betriebskostenabrechnungen noch genauer prüfen werden als bisher schon.

Man sollte also damit rechnen, dass in diesem Jahr auch ansonsten freundliche, friedliche Mieter nach Fehlern in der Betriebskostenabrechnung suchen. Und dass es diesmal nicht nur die Pfennigfuchser unter den Mietern sein werden, die jeden noch so kleinen Schnitzer zum Anlass nehmen, die Abrechnung anzuzweifeln. Für Vermieter bedeutet das erst einmal Ärger und Zeitaufwand, auch wenn sich später herausstellt, dass alles richtig gemacht worden ist.

Vermieter sollten dafür sorgen, dass die Mieter ihnen jeden Cent erstatten

Wenn ein Mieter erst einmal in die Tiefe geht oder die Betriebskostenabrechnung einem Mieterverein oder Anwalt übergibt, fallen vielleicht sogar noch Dinge auf, die schon seit Jahren falsch laufen, ohne dass sich bisher jemand daran gestört hat.

Wenn man als Vermieter Pech hat, muss man sich auch noch mit Einwendungen gegen die Betriebskostenabrechnung des Vorjahres auseinandersetzen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist das auch dann noch möglich, wenn die reguläre Einwendungsfrist bereits abgelaufen ist.

So können sich Vermieter schützen

Was Vermieter dagegen tun können: Auf jeden Fall sollte man mit heftigem Gegenwind rechnen und  vor allem dafür sorgen, dass die zu erwartenden Beanstandungen der Abrechnungen wirkungslos verpuffen!

Ohne eine geeignete und vor allem aktuelle Anleitung ist das schwierig, denn es gibt immer wieder relevante und teilweise sogar ganz neue Entscheidungen des Bundesgerichtshofs zu berücksichtigen. Auch das zeigt, wie oft und wie hartnäckig Streitigkeiten um die Betriebskosten ausgetragen werden.

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Dr. Tobias Mahlstedt
Von: Dr. Tobias Mahlstedt. Über den Autor

Dr. Tobias Mahlstedt ist Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht und seit vielen Jahren der Chefredakteur von „VermieterRecht aktuell“, von „Der Immobilien-Berater“ und von „Der Eigentümer-Brief“. In seiner Kanzlei in Berlin-Charlottenburg bearbeitet er das gesamte Recht „rund um die Immobilie“. Daneben ist er als Fachautor zahlreicher Publikationen zum Immobilienrecht sowie als Referent und Wirtschaftsmediator in diesem Bereich tätig.