2017: Wirtschaftliche Perspektive Deutschlands verbessert

Der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland geht weiter. In ihrer Prognose ist die OECD gar noch zuversichtlicher als die Bundesregierung. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind die Erwartungen für das konjunkturelle Wachstum in Deutschland besser als bislang angenommen. Die OECD geht davon aus, dass sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in 2017 hierzulande um 1,7 % steigern wird. Im kommenden Jahr soll es 2,0 % zulegen.

Damit ist die Vorhersage der OECD sogar noch hoffnungsvoller als die der deutschen Bundesregierung. Für das Jahr 2017 prognostiziert diese für die heimische Wirtschaft lediglich einen Zuwachs beim BIP von 1,5 % und für 2018 von 1,6 %. Der private Konsum werde nach Meinung  der OECD durch höhere staatliche Investitionen und die niedrige Arbeitslosigkeit weiter gefördert.

Konjunkturprognose Deutschland: Gründe für verbesserte Perspektiven

Auch das Institut für Weltwirtschaft (IWF) geht von ähnlichen Voraussetzungen für die Konjunktur unseres Landes aus. Die Gründe für die verbesserten Perspektiven: Die Wirtschaft expandiere auf breiter Front und man stehe an der Schwelle zur Hochkonjunktur. Mit dem neuen Erstarken der Weltkonjunktur zögen die Exporte wieder deutlich an.

Nach wie vor bietet die Niedrigzinsphase ein hervorragendes Umfeld für private und Unternehmensinvestitionen, wovon vor allem die Bautätigkeit profitieren dürfte. Allerdings geht mit den höheren Wachstumsaussichten auch eine kräftigere Inflationserwartung einher. Als Folge davon erwarten die Experten einen geringeren Anstieg des privaten Konsums. Die Kaufkraft der privaten Haushalte und deren verfügbares Einkommen werde stärker belastet als zuvor.

Auch für die Weltwirtschaft sind die führenden Organisationen optimistischer als vorher erwartet. Während sich das globale Wachstum für 2016  noch auf rund 3,0 % belief, rechnet beispielsweise die OECD für 2017 mit einem Anstieg von 3,5 % und für 2018 mit 3,6 %. Damit sei jedoch aus Sicht der OECD der wirtschaftliche Aufschwung noch zu zurückhaltend, um eine merkliche Aufhellung der Lebensverhältnisse in allen Mitgliedsstaaten zu gewährleisten.

Wie sich die besseren Aussichten auf die Börse auswirken

Die höheren Wachstumsprognosen werden von Anlegern und Finanzexperten freundlich aufgenommen. Der DAX bewegt sich derzeit (Stand: Juni 2017) nahe seines Rekordhochs knapp unterhalb von 12.900 Punkten. Und dabei scheint „das Ende der Fahnenstange“ noch lange nicht erreicht.

Während beispielsweise in den USA die durchschnittlichen KGVs der führenden Indizes bereits bedenklich hohe Niveaus erreicht haben, liegt dieser Wert z.B. beim DAX nur etwa bei 14. Damit notiert das durchschnittliche KGV des DAX noch deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 19 und bietet auf diese Weise Luft nach oben. Internationale Analysten und Finanzexperten empfehlen daher Investments in diesem Bereich.

Auch wegen der fehlenden Alternativen im festverzinslichen Sektor, eignen sich besonders auch für etwas konservativer eingestellte Anleger Aktienfonds oder ETFs in breiter Streuung.

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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