2017: Wohin führt Trump den Goldpreis?

Im Wahlkampf hat der neue US-Präsident Donald Trump mit markigen Sprüchen den Populisten herausgekehrt. Aber nach den ersten wenigen Wochen seiner Amtszeit ist noch immer schwer vorherzusagen, wie die konkreten Folgen der neuen politischen Ausrichtung aussehen werden. Auch der Goldpreis hat bereits auf die politischen Veränderungen in den Vereinigten Staaten reagiert.

Gold – Donald Trump und sein Einfluss auf die Preisentwicklung

Bereits im Vorfeld hatte der Goldpreis bis zur US-Wahl um rund 15 % zugelegt. Dies wurde von zahlreichen Analysten mit den Befürchtungen vieler Investoren im Hinblick auf einen Wahlsieg Trumps begründet. Nach der Wahl ging es beim Goldpreis von etwa 1.170 € bis Mitte Dezember auf rund 1.070 € um etwas mehr als 9 % bergab.

Dabei dürfte es sich in erster Linie um Gewinnmitnahmen gehandelt haben, da auch Rohstoffinvestoren sich nicht anders als andere Anleger verhalten. Dessen ungeachtet hatten im Vorfeld Experten der niederländischen Bank ABN Amro im Falle eines Wahlsiegs von Donald Trump einen Anstieg beim Goldpreis auf rund 1.750 € prognostiziert.

Seit Mitte Dezember 2016 bis Ende Januar 2017 verzeichnet der Kurs des Edelmetalls einen Zugewinn von etwas mehr als 6 % auf 1.207 €. Dies dürfte sicherlich mit den angekündigten protektionistischen Maßnahmen Trumps zusammenhängen. Ob und wie sich die neue Politik durchsetzen lassen wird, steht aber ebenfalls in den Sternen.

Goldpreis: Vieles hängt von der Reaktion der US-Industrie ab

Auch ein Donald Trump ist nicht allein auf der Erde: Uneingeschränkt wird er seine Vorhaben nicht umsetzen können. Denn große Teile der US-Industrie wie beispielsweise Apple oder Boeing sind von offenen weltweiten Märkten abhängig, so dass der neue Präsident seine Vorstellungen nicht ohne Proteste und Widerstände wird durchsetzen können.

Trump kommt aus der Immobilienbranche – also aus einem Bereich der Wirtschaft, der fast ausschließlich durch den Binnenmarkt geprägt ist. Gut möglich, dass er dadurch die Machbarkeit seiner Politik überschätzt. Anleger sollten daran denken, bevor sie sich allzu sehr auf einen rasanten Anstieg beim Kurs des Edelmetalls einstellen.

Der neue US-Präsident will mit gewaltigen Summen die US-amerikanische Konjunktur ankurbeln. Mit seinem Protektionismus würde er diese jedoch schwächen. Sicher ist: Eine expandierende Wirtschaft bedeutet steigende Zinsen, was gegen ein Investment in physisches Gold spricht.

Die US-Notenbank Fed hat Mitte Dezember 2016 erstmals seit Langem die Leitzinsen erhöht und ist nach eigenen Bekundungen zu weiteren Anhebungen bereit, wenn die Konjunktur weiter den erwarteten Verlauf nimmt. Der bedeutendste US-Index Dow Jones hat seit Anfang November 2016 bis Ende Januar 2017 um mehr als 10 % zugelegt.

Die Frage, wie sich der Goldpreis im Jahr 2017 entwickelt, wird uns sicherlich noch eine ganze Weile beschäftigen. Auch wenn es vermutlich nicht zu einer wahren „Explosion“ des Goldkurses kommen wird, ist aufgrund der vorhandenen Unsicherheiten rechnen viele vorerst mit einem moderaten Anstieg.

31. Januar 2017

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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