2018: Fast alle Dax-Konzerne mit höherer Dividende

Im Dax werden die Dividenden 2018 noch einmal steigen auf insgesamt 35,3 Mrd. €, nachdem bereits im Vorjahr Rekordsummen gezahlt wurden. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Nicht nur für viele Anleger sind Ausschüttungen ein Magnet, auch der Dax profitiert als Performanceindex von Dividenden. 2018 dürfte erneut ein Rekordjahr werden. Für dieses Jahr werden noch einmal bis zu 11 % mehr erwartet. Die Gesamtsumme wird damit auf 35,3 Mrd. € steigen.

Dividenden gehen 2018 steil nach oben

Geht man nach der Erkenntnis von Analysten, werden Dividenden 2018 bei fast allen Zahlern erhöht. Drei Unternehmen dürften das alte Niveau halten und nur eines wird wohl weniger ausschütten: die Deutsche Bank, die mit ihrem teuren Konzernumbau beschäftigt ist.

Die Commerzbank indes, deren Aktie letztes Jahr um gut 78 % gestiegen ist, wird ihre Zahlungen vorsichtshalber noch nicht erhöhen. Ebenso ThyssenKrupp, der Konzern leidet noch unter seinen Altlasten aus dem Stahlgeschäft. Der dritte Stagnierer ist Baiersdorf.

Spitzenreiter VW erhöht um ganze 48 %

RWE dagegen wird wieder eine Dividende zahlen, nachdem die Aktionäre zuvor noch leer ausgingen. Der wohl größte Sprung wird bei VW erwartet: mit 48 % auf 3,06 €. Eine ähnliche Größenordnung ist bei Eon zu erwarten. Auch die Lufthansa geht von einem Zuwachs um ca. 40 % aus. Im Steigerungsbereich von über 20 % werden sich Adidas und Heidelberger Zement bewegen.

Zweistellig geht es mit 18 % bei Fresenius weiter, das den US-Generikahersteller Akron übernehmen will. Und Vonovia lässt seine Anteilseigner an den Einnahmen am Wohnimmobilienmarkt teilhaben. Um 13 % hebt der erfolgsverwöhnte Chiphersteller Infineon seine Dividenden 2018 an. Genauso Continental, das ebenfalls von Assistenzsystemen bei Autos profitiert. Fresenius Medical Care wird die Schlusslaterne in der Liga der Zweistelligen tragen.

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Bei den Steigerungsraten ab 5 % führen voraussichtlich die Deutsche Telekom, Henkel und SAP das Feld an. Im Mittelfeld befinden sich Daimler, die Deutsche Börse, Deutsche Post, Linde, Merck und ProSiebenSat.1. Der Medienkonzern ist wieder auf Erholungskurs und wird den Dax nicht verlassen.

Schwergewichte: stetig, zuverlässig aber moderat

Deutlich moderater geht es vermutlich bei den Schwergewichten im Leitindex zu. Zwischen 3 % und 4 % höhere Dividenden sind bei Allianz, Bayer, BMW, Münchner Rück und Siemens zu erwarten. Dafür gehören diese Unternehmen zu den absolut zuverlässigen Dividendenzahlern mit regelmäßiger Erhöhung.

Ebenfalls mäßig sind die Anhebungen bei den Chemieriesen BASF sowie Bayer. Die Aktie des Konzerns aus Leverkusen hat eine kräftige Berg- und Talfahrt hinter sich. Der Konzern hatte sich von seiner Kunststoffsparte Covestro getrennt und muss nun die Rekordübernahme des umstrittenen US-Agrochemiekonzerns Monsanto stemmen.

Wer als Anleger wenig Zeit oder Kenntnisse für Einzelaktien hat, kann über Fonds ebenfalls von Dividenden profitieren. Bei gemanagten Fonds ist etwa der DWS Top Dividende beliebt. Im letzten Jahr kam er zwar nur auf 0,6 %, auf Fünfjahressicht aber im Schnitt auf 10 % jährlich. Einfacher und günstiger ist beispielsweise der DIVDAX ETF von iShares. Der Indexfonds brachte letztes Jahr 13,9 %, und damit etwas mehr als der Dax. Auch auf Fünfjahressicht liegt er über der Performance des DWS.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.