3 Gründe für den Höhenflug der Alibaba-Aktie

Die Alibaba-Aktie kletterte zur Freude der Anleger jüngst auf ein neues Rekordhoch bei über 170 US-$ an der New Yorker Börse. Damit können sich die Aktionäre von Chinas größtem E-Commerce-Konzern über einen Kurszuwachs von mehr als 90 % seit Jahresbeginn freuen.

Alibaba-Aktie auf Rekordhoch – was sind die Gründe?

Etliche Analysten wie zum Beispiel aus dem Hause Oppenheimer glauben, dass der Höhenflug von Alibaba noch lange nicht vorbei ist. Und dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

1. E-Commerce boomt in China – Alibaba gilt als Hauptprofiteur

Der Höhenflug von Alibaba ist sicherlich auch auf den anhaltenden Siegeszug des E-Commerce in China zurückzuführen.

Für das abgeschlossene Fiskaljahr 2017 meldete Alibaba einen Umsatzsprung um 56,5 % gegenüber dem Vorjahr auf inzwischen knapp 30 Mrd. US-$. Das Alibaba-Kerngeschäft rund um Online-Marktplätze wuchs allein im jüngsten Quartal um rund 47 % auf 4,59 Mrd. US-$. Alibabas Online-Marktplätze inzwischen für mehr als zwei Drittel des Online-Einzelhandels in China verantwortlich, obwohl die Chinesen nicht im Internet Retailer Ranking vertreten sind.

Anleger müssen wissen, dass Alibaba keine eigenen Geschäfte besitzt bzw. eigene Waren verkauft, sondern eine Online-Plattform betreibt, über die andere Firmen Produkte verkaufen können.

Dies bedeutet in der Regel niedrigere Investitionskosten und eine hohe Profitabilität, was sich auch in der Gewinnentwicklung wiederspiegelt: Im Schlussquartal des Fiskaljahres 2017 kletterte der Nettogewinn von Alibaba um 85,5 % auf umgerechnet rund 1,43 Mrd. US-$.

2. Alibaba verzeichnet 1 Million zahlende Cloud-Kunden

Im jüngsten Quartal erreichte Alibaba mit seiner Alibaba Cloud einen neuen Meilenstein: Erstmals verzeichnete die Alibaba Cloud mehr als 1 Million zahlende Cloud-Kunden. Der Umsatz der Cloud Computing Sparte wuchs im jüngsten Quartal um 96 % gegenüber dem Vorjahr auf 359 Mio. US-$.

Das Geschäft mit der Vermietung von Software, Speicherplatz und Rechnerleistung über das Internet (Cloud Computing) steht in China erst am Anfang. Die Analysten aus dem Hause MKM Partners sehen den Wert des Cloud-Geschäfts von Alibaba in den nächsten 5 Jahren zwischen 65 und 70 Mrd. US-$.

3. Online-Lotteriegeschäft: Alibaba bringt sich in die Pole Position

Schon im Vorjahr hatte Alibaba weitgehend unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit die Mehrheit an der in Hongkong dotierten AGTech Holdings übernommen.

Dazu müssen Anleger wissen, dass AGTech mit Abstand Chinas größter Lotterie-Technikserviceanbieter ist. China hatte im April 2015 ein Verbot für den Verkauf von Lotteriescheinen über das Internet verhängt. Dieses Verbot könnte möglicherweise im Herbst dieses Jahres gelockert werden, heißt es aus der Branche. Vor dem Verbot hatte das Online-Lotteriegeschäft in China ein Volumen von 13,1 Mrd. US-$ erreicht.

Fazit: Alibaba ist bestens für die digitale Zukunft aufgestellt

Alibabas Strategie, über seinen Online-Marktplatz Tmall Händler mit Konsumenten zusammenzubringen, scheint aufzugehen. Obwohl der Rivale JD.com zuletzt ebenfalls zweistellig wachsen konnte, dominiert Alibaba nach wie vor den chinesischen E-Commerce-Markt für Privatkunden (Business-to-Consumer) mit einem Marktanteil von über 56 % (Stand 2016, Quelle: iResearch).

Aber nicht nur im chinesischen E-Commerce-Markt ist Alibaba eine große Nummer, auch im indischen E-Commerce-Markt können die Chinesen zunehmend Fuß fassen. Dabei hilft Alibaba auch die Beteiligung an Paytm, dem größten mobilen Zahlungsdienst in Indien mit rund 200 Millionen Nutzern.

Daneben steckt Alibabas Cloud-Geschäft noch in den Kinderschuhen, gleiches gilt für das Online-Lotteriegeschäft, das in China vor der Renaissance steht.

Kurzum: Alibaba scheint bestens für die digitale Zukunft gewappnet. Anleger sollten die Alibaba-Aktie daher auf der Watch-List haben, auch wenn Chinas führender Internetkonzern (noch) keine Dividende zahlt.

11. September 2017

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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