Afrika auf dem Sprung: In diesen Ländern sind Investments interessant

Aufstrebende Staaten in Afrika wie Nigeria, Kenia oder Ghana bieten südlich der Sahara Investoren mittelfristig hohes Renditepotenzial. (Foto: 3000ad / Shutterstock.com)

Von vielen Anlegern hierzulande unbemerkt mausert sich Afrika zur führenden Aufholregion weltweit. Die Potenziale des schwarzen Kontinents erinnern an den Aufstieg der Emerging Markets und spiegeln sich in Wachstumsraten beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von teils über 7 %.

Dabei verdanken die aufstrebenden Staaten in Afrika ihre guten Aussichten nicht nur mehr dem traditionell dominierenden Export von Rohstoffen.

Aufstrebende Staaten in Afrika

Das enorme Bevölkerungswachstum mit einem hohen Anteil an Jungendlichen bietet die Basis für neue Anbieter im Handel und bei Dienstleistern. Gerade der Telekommunikationsmarkt sowie das Internet profitieren von der Tatsache, dass bereits mehr als 60 % der Bevölkerung über ein Smartphone verfügen und zahlreiche Alltagsaktivitäten darüber abwickeln.

Mit ein Grund ist das in weiten Teilen unzuverlässige traditionelle Telefonnetz. Da immer mehr Akteure, allen voran die Chinesen, in Afrika investieren, wird zudem der Ausbau der fehlenden bzw. maroden Infrastruktur unerlässlich. Angeschoben wurde er bereits. Die deutsche Wirtschaft geht davon aus, dass Afrikas Anteil an der globalen Wirtschaftsleistung bis in 15 Jahren von derzeit 3 % auf 6 % wächst. Keine andere Region legt derart zu.

Ghana als Einsteigerland

Das Interesse der Industrie ist groß. So wird etwa Merck in Ghana Impfstoffe produzieren oder Siemens sich an einem dortigen Gaskraftwerk-Projekt beteiligen. Ghana gilt als Einsteigerland im Afrika südlich der Sahara. Vorteilhaft: Der Staat ist stabil und berechenbar. Das Wirtschaftswachstum wird für dieses Jahr von der Weltbank auf 7,8 % geschätzt.

Nigeria überholt Südafrika

Zu den aufstrebenden Staaten in Afrika gehört auf jeden Fall Nigeria. Auch wenn die statistische Datenerhebung dort mit Vorsicht zu genießen ist, so ist das offizielle BIP mit fast 406 Mrd. US-$ mittlerweile größer als das von Südafrika, der bislang größten Volkswirtschaft.

Was viele erstaunen mag: Für Ausländer zumindest ist die Hauptstadt Lagos im Ranking die teuerste Stadt der Welt. Derzeit wird auf einer künstlichen Insel am Meer „Eco Atlantic City“ gebaut, ein futuristisches Finanzzentrum mit Hochhäusern und Platz für eine Viertelmillion Menschen.

Kenia rückt im Ranking auf

Auch Kenia zieht immer mehr Investitionen an. Dazu tragen die stabile politische Lage sowie die deutlich verbesserte Rechtssicherheit bei. Im aktuellen „Ease of doing business“-Ranking der Weltbank ist Kenia unter 190 Standorten auf Platz 92 vorgerückt. Entsprechend rapide steigt auch die Zahl von Startups und Jungunternehmern.

Sie profitieren zudem vom staatlich angeschobenen Mobil Bank-System, mit dem jeder Bürger auf seinem Smartphone den Zugang zu einem Bankkonto erhält. Seitdem ist die Zahl der Kontoinhaber von 50 % auf 90 % der Bevölkerung gestiegen. Aktuell überlegt Volkswagen, seine Produktion in Kenia auszubauen. Vor zwei Jahren wurde ein Werk bei Nairobi eröffnet.

Südafrika demontiert sich selbst

Vom Potenzial her ist natürlich Südafrika einer der großen aufstrebenden Staaten in Afrika. Doch die bis vor kurzem größte Volkswirtschaft des Kontinents demontiert sich derzeit selbst. Korruption, neuer Rassismus, Streiks und aktuelle Pläne zur Enteignung der Farmer drohen das Land am Kap in eine schwere Krise zu stürzen, die mitunter Jahre anhalten kann.

Damit ist das einst blühende Südafrika bis auf Weiteres keine empfehlenswerte Adresse für Investitionen. Erfreulich hingegen ist, dass sich in vielen der zuvor wackeligen Staaten die politische Lage beruhigt und deutlich stabilisiert hat. Wer in Kenia oder Nigeria investiert, hat gute Chancen, längerfristig von beachtlichen Renditen zu profitieren.

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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