Afrika bietet enormes Aufholpotenzial

Afrika-Aktien bieten enormes Aufholpotenzial, sind aber für Privatanleger meist ein schwieriges Feld. Am besten eigenen sich ETFs. (Foto: 3000ad / Shutterstock.com)

Auf der Suche nach Rendite lohnt sich ein Blick auf die Frontier-Märkte. Sie rangieren hinter den Schwellenländern (Emerging Markets) und bieten ein höheres Aufholpotenzial. Zu diesen Grenzmärkten gehören auch Länder aus Afrika. Aktien aus der Region spielen an den internationalen Finanzmärkten allerdings kaum eine Rolle.

Afrika-Aktien sind nicht nur Rohstoffe

Eine Ausnahme sind Aktien aus Südafrika. Einige Unternehmenspapiere wie etwa Anglo American Platinum, Assore oder Astral Foods werden auch hierzulande gehandelt. Sie zeigen aber wegen des geringen Handelsvolumens mitunter starke Kursauschläge. Zudem konzentrieren sie sich auf Rohstoffe und landwirtschaftliche Produkte.

Dies ist typisch für die meisten Länder des Kontinents. Die Exportschlager sind Diamanten mit einem Weltmarktanteil von 50 %, Gold mit rund 25 %, Erdöl mit 10 % sowie Kakao, das zu 70 % aus Afrika stammt. Anleger, die über einige der wenigen einschlägigen ETFs investieren mögen sich wundern, warum diese nicht nur reine Afrika-Aktien, sondern zugleich solche aus Industrieländern enthalten.

Der Grund: Weil in etlichen Heimatmärkten keine entwickelten Börsen existieren, lassen sich größere Unternehmen an globalen Finanzstandorten wie London listen. Zu spannenden Aufsteigerpapieren gehören unter anderem Telekomunternehmen oder Medienkonzerne. Afrikas Wirtschaften diversifizieren sich zunehmend. Die Nutzung des Internets ist nahezu überall weiter vorangeschritten als hierzulande bekannt ist.

Nigeria fährt allen davon

Smartphones gehören mittlerweile für über 60 % der Bevölkerung zum Alltag. Ihre rasche Verbreitung erklärt sich auch mit den schlechten Leitungssystemen für klassische Telefone. Entsprechend werden Mobiltelefone für verschiedenste Dienstleistungen genutzt. Kein Wunder, dass sich etwa der Kurs des Telekomanbieters Safaricom aus Kenia die letzten fünf Jahre nahezu verfünffacht hat.

Afrika ist im Aufbruch. Länder wie Äthiopien, die Demokratische Republik Kongo, Tansania oder Kenia starten von vergleichsweise niedrigem Niveau aus und verzeichnen Zuwachsraten beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 7 % und mehr. Besondere Beachtung verdient Nigeria mit einem BIP von fast 406 Mrd. US-$ Südafrika.

In Sachen Entwicklung und Bevölkerung holen etliche Länder gewaltig auf. Das größte Potenzial haben neben Nigeria und Südafrika etwa Namibia, Senegal, Gambia, Ghana sowie Marokko, Tunesien und Ägypten. Was den Aufschwung befördert ist die Tatsache, dass sich in vielen Staaten die politische Lage stabilisiert hat.

Hohe Renditechancen

Was Investitionen in Afrika-Aktien erschwert, ist das unterentwickelten Börsensystem. Die größten Börsen sind die Stock Exchange Johannesburg (JSE) in Südafrika sowie die Nairobi Stock Exchange (NSE) in Kenia.

Insgesamt ist Afrika reich an Rohstoffen und hat großen Nachholbedarf bezüglich Dienstleistungen, Handel und in der Infrastruktur. Die Bevölkerung ist sehr jung und verzeichnet ein hohes Wachstum. Der Kapitalbedarf steigt auf breiter Front, wird aber noch schlecht gedeckt, was die Renditechancen für mutige Einsteiger erhöht.

Doch bei allen Potenzialen, Afrika-Aktien sind etwas für Insider – entsprechende Risiken inklusive. Wer von der demnächst führenden Wachstumsregion dieser Welt profitieren möchte, sollte sich auf eine langfristige Investition einstellen. Mit die einfachste Möglichkeit sind ETFs wie der MSCI Africa Top 50, der MSCI South Africa oder FTSE/JSE Africa Top 40.

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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