Airbnb Aktie: Alles, was Anleger zum Börsengang wissen müssen

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Die Airbnb Aktie soll noch in 2019 an die Börse. Doch was steckt hinter dem Shooting-Star der Sharing-Ökonomie? (Foto: TeroVesalainen / Pixabay.com)

Airbnb will noch in diesem Jahr an die Börse. Dies bestätigte Airbnb-Chef und Mitgründer Nathan Blecharczyk jüngst gegenüber US-Medien. Für Anleger sind dies gute Nachrichten, kommt damit ein weiteres interessantes Unternehmen aus der Sharing-Ökonomie aufs Börsenparkett.

Airbnb gehört zu den wachstumsstärksten Unternehmen überhaupt und mischt seit geraumer Zeit die Reisebranche auf. Zudem hegt Airbnb-Chef Blecharczyk große Pläne: Eines Tages könnte Airbnb so groß sein wie Amazon und Google, so der Mitgründer. Für Anleger stellt sich nun die Frage, was steckt hinter Airbnb?

Was macht Airbnb so erfolgreich?

Airbnb mit Sitz in San Francisco wurde bereits im Jahr 2008 im Silicon Valley gegründet. Der ursprüngliche Name Airbedandbreakfast (Luftmatratze und Frühstück) erklärt die Idee, die hinter dem Konzept von Airbnb steckt: Eine einfache und kostengünstige Unterkunft für wenige Tage.

Das Unternehmen bietet daher eine Plattform an, über die Menschen Zimmer und andere Unterkünfte vermitteln können. Der Clou: Airbnb übernimmt nur eine Vermittlerposition, aber keine rechtlichen Pflichten.

Die Plattform von Airbnb ist einfach aufgebaut und richtet sich sowohl an private, als auch gewerbliche Vermieter. Geschäftsreisende will das Unternehmen über das Angebot Airbnb of Work bedienen. Aktuell ist Airbnb der größte Anbieter im sogenannten Home-Sharing-Markt und wird aktuell mit über 30 Mrd. US-$ bewertet.

Airbnb Börsengang: Das Unternehmen in Zahlen

Airbnb ist mit über 3.000 Mitarbeitern in über 190 Ländern und in mehr als 81.000 Städten der Welt vertreten. Insgesamt sind auf Airbnb mehr als 6 Millionen Inserate bezüglich Unterkünfte verfügbar. Im Schnitt verbringen tagtäglich mehr als 2 Mio. Menschen ihre Nacht in einer Airbnb-Unterkunft.

Das Wachstum hat sich auch positiv auf die Umsatzentwicklung von Airbnb ausgewirkt. Obwohl Airbnb keine offiziellen Zahlen veröffentlicht, hat das Unternehmen nach Analystenschätzungen im Jahr 2017 rund 3,8 Mrd. US-$ umgesetzt. Analysten glauben, dass die Erlöse bis 2022 auf 8,5 Mrd. US-Dollar klettern werden.

Die Zukunftspläne von Airbnb

Airbnb will zu einem Full-Service-Anbieter avancieren. Das bedeutet, Airbnb will sein bestehendes Serviceangebot weiter ausbauen und nicht nur gewöhnliche Zimmer, sondern auch Luxus-Reisen oder Veranstaltungsräume vermitteln.

Um zum Beispiel in das Geschäft mit der Vermittlung von Luxus-Ferienhäuser einzusteigen, hatte Airbnb im Jahr 2017 bereits den Anbieter Luxury Retreats für 300 Mio. US-$ aufgekauft. Auch Gaest, ein dänischer Vermittler von Veranstaltungsräumen, gehört inzwischen zum Airbnb-Verbund.

Daneben versucht Airbnb auch geografisch zu expandieren. So hat Airbnb Medienberichte bestätigt, wonach sich das Unternehmen an der indischen Oyo  Hotels & Homes beteiligt hat. Oyo betreibt selbst Budget-Hotels und will in 5 Jahren zur weltweit größten Hotelkette avancieren. Airbnb wägt derzeit Möglichkeiten aus, die Zimmer aus dem Oyo-Angebot auf seiner Plattform zu listen.

Fazit: Airbnb ist eine Bereicherung für den Kurszettel

Auch wenn noch nicht alle Details zum Börsengang von Airbnb bekannt ist, dürfte das Unternehmen aus San Francisco eine Bereicherung für den Kurszettel sein.

Mit Airbnb kommt ein wachstumsstarkes Unternehmen an die Börse, dass auf dem Weg zum Full-Service-Reiseanbieter ist. Dies bedeutet aber auch, dass sich Airbnb zukünftig auch einer stärkeren Konkurrenz ausgesetzt sieht. Airbnb konkurriert zunehmend mit anderen Buchungsanbietern wie Booking.com, Trivago und HomeAway. Auch die Hotelkette Marriott International bietet inzwischen Home-Sharing an.

Es bleibt daher abzuwarten, wie profitabel das Geschäft von Airbnb in der Zukunft noch sein kann. Bis auf weiteres dürfte das Wachstum bei Airbnb weiter im Vordergrund stehen, womit die Airbnb Aktie vornehmlich für spekulativ orientierte Anleger interessant ist.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands