Airbnb und Co.: Teilen ist weiter in Mode

Aktuell zieht der gemeinschaftliche Konsum in Form von Sharing Modellen weite Kreise. Ihr Aufstieg scheint noch lange nicht beendet. (Foto: Siriwat Sriphojaroen / Shutterstock.com)

Sharing ist ganz groß in Mode. Die Internet-basierten Leih-, Miet- und Tauschmodelle haben Konjunktur. Eine Studie der Heinrich-Böll-Stiftung unter dem Titel „Nutzen statt Besitzen“ stellte bereits 2012 fest, dass „wenn man Dinge gemeinsam nutzt und weiterverwendet, kann dadurch der Ressourcenverbrauch erheblich gesenkt werden.“

Dabei ist der aktuell anhaltende Aufstieg der Sharing Modelle keinesfalls ein nationales Phänomen. Durch das Internet hat er sich weltweit verbreitet und scheint kaum zu stoppen. Auf diese Weise werden so unterschiedliche Waren und Dienstleistungen wie beispielsweise Wohnraum, Autos, Kleider, Gemeinschaftsgärten oder Werkzeuge, Drucker und DVDs dem zur Verfügung gestellt, der sie gerade braucht.

Aufstieg der Sharing Modelle – einige Beispiele

Die immense Reichweite der neuen Welle der Sharing Modelle ist das wirklich Neuartige an der Bewegung. Und die wird durch das Internet ermöglicht, das die globale Verteilung und Verfügbarkeit von Ressourcen erst in die Realität versetzt hat. Das sind einige Beispiele:

Airbnb: Auf dem Portal von Airbnb können Privatpersonen Ferienunterkünfte (Häuser, Wohnungen oder Zimmer) mieten oder umgekehrt, diese anderen für eine bestimmte Zeit überlassen. Den Austausch zwischen Gastgeber und Gast sowie die technische Plattform übernimmt dabei Airbnb.

Vorteile:

  • Die Unterkünfte sind oft preisgünstiger als Hotels etc.
  • Airbnb gibt wichtige Tipps über den Urlaubsort (Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Events usw.).
  • Das Portal tritt bei Unstimmigkeiten als Schlichter und Vermittler auf.

Call a Bike: Nach einer Online-Registrierung können Nutzer das Fahrrad-Verleihsystem von DB Rent (Deutsche Bahn) in verschiedenen deutschen Städten ein Fahrrad mieten.

Vorteile:

  • Das Mieten eines Fahrrads bei DB Rent kostet nicht viel.
  • Die Umwelt wird definitiv geschont.

Coworking: Bei diesem Portal teilen sich verschiedene Personen Arbeitsraum und –equipment. Zum Beispiel können sich Freiberufler über Coworking gemeinsam größere Büroflächen anmieten und die notwendige Ausrüstung wie etwa  Drucker, Scanner oder Beamer teilen.

Vorteile:

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  • Es findet so ganz nebenbei ein Austausch von Erfahrungen statt.
  • Große Auswahl an geeigneten Möglichkeiten.

Sharing Modelle: Altes Prinzip neu entdeckt

Die Sharing Economy ist wesentlich älter als man vermuten könnte. Das Prinzip geht auf die genossenschaftlichen Vereinigungen zurück, deren Ursprung sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen lässt. Bereits damals gab es Zusammenschlüsse von Bürgern, um z.B. Deiche am Meer instand zu setzen bzw. zu erhalten.

Allerdings finden die heutigen Sharing Modelle durch die Globalisierung und die Verbreitung durch das Internet erheblich mehr Personen mit gleichen oder ähnlichen Interessen und sind daher ungleich wirkungsvoller.

Sharing Modelle mit so unterschiedlichen Ansätzen wie Flinc (Mitfahrgelegenheiten), Kleiderkreisel oder „Lease a Jeans“ liegen stark im Trend. Immer mehr Menschen setzen dabei weniger auf Eigentum als auf den Nutzwert der Güter und schonen auf diese Weise wertvolle Ressourcen.

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.